A) Der aus dem Griechischen abgeleitete Oberbegriff für Texte mit verteilten Rollen

B) Seit Melbourne der zweite Vorname von Tennisspieler Novak Djokovic

C) Lieblingswort von Boulevardjournalisten

D) Krakenartiger, inflationär wie sinnfrei verwendeter Begriff und Beleg für eine Sprachverhunzung sondergleichen

Richtig ist: alle. Obwohl es nur Antwort A sein dürfte. Aber die Karriere, die das Wort "Drama" in unserer Gesellschaft hinlegt, nimmt fast dramatische Züge an. "Drama um den besten Tennisspieler der Welt" - das mussten wir jüngst im Stundentakt lesen, als es um besagten Djokovic ging. "Serben bringen Glück" heißt es im Volksmund (wenn der Volksmund einen Sprachfehler hat). Dieser Serbe bringt kein Glück. Selbst in angeblich

seriösen Nachrichtensendungen tauchte der Filzball-malträtierende Mann aus Belgrad auf - fast immer in Tateinheit mit "Drama": um Impfung/Genesung/Ausweisung. Dabei war dem 34-Jährigen nie dran gelegen, Literarisches zu rezitieren. Er wollte seinem Gegenüber down under nicht mal die Leviten lesen, sondern einfach nur 'ne Kugel um die Ohren hauen. Und durfte das dann nicht! Ei der Daus.

Das Drama ist: Mit solchen Multi-Millionären und ihren Sperenzien wird Aufmerksamkeit generiert. Menschen in aller Welt scharen sich ums mediale Lauffeuer - und alle schwadronieren mit; tagelang wurden wir, die mit dem Sportler so viel verbindet wie mit dem Gürtelmull, zugemüllt, was sich da an Tragödie (noch so eine abgeranzte Vokabel) in Australien abspiele. Es war, immerhin, eine gute Gelegenheit, von Wichtigem abzulenken. Wie es so oft passiert in unserer Empörungsmaschinerie, gerne genommen etwa "im Vorfeld" von Fußball-Großereignissen. Dann dreht der deutsche Michel völlig hohl und ergötzt sich schon mal an den "Adduktoren der Nation" - stand so in einer Zeitung, nachdem sich Torwart Manuel Neuer im WM-Training die Leistengegend gezerrt hatte. Für ihn wie für Djokovic und alle anderen Idole gilt: Leute, Ball flach halten. Alles, bloß kein

Drama draus machen. Es ist nämlich keins.