Es war ein Fall, der bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hat: Im Oktober 2016 war ein 43-Jähriger, der viele Jahre - von der Außenwelt abgeschottet - auf dem Anwesen seiner Eltern im Hollfelder Ortsteil Freienfels gelebt hatte, von Polizeibeamten aus dem Haus geholt worden.


Er hatte sich vehement gewehrt

Der Mann war verängstigt, hatte sich vehement gewehrt. Dass sie ihren Sohn nicht eingesperrt habe, sie ihn immer nur habe beschützen wollen, hat die Mutter damals erklärt. Und auch die Polizei ging davon aus, dass es sich nicht um den Kriminalfall handelt, bei dem ein junger Mann über Jahrzehnte weggesperrt war. Der 43-Jährige sei nicht angekettet gewesen, habe sich relativ frei bewegen können, hat ein Polizeisprecher erklärt.


Freiheitsberaubung?

Dennoch wurde ein Ermittlungsverfahren gegen Mutter und Vater wegen der Körperverletzung durch Unterlassung und Freiheitsberaubung eingeleitet. Die umfangreichen Vernehmungen sind laut Leitendem Oberstaatsanwalt Herbert Potzel jetzt beendet. Ob ein Strafverfahren eingeleitet oder das Ermittlungsverfahren eingestellt wird, werde sich in den nächsten Wochen zeigen.

Das "Dorf-Phantom" befindet sich laut Leitendem Oberstaatsanwalt weihterin im Bezirkskrankenhaus zur therapeutischen Behandlung.