Zu den begeisterten Gästen zählte seine Majestät Ludwig, der Sonnenkönig und Womanizer aus Bayreuth, der die Darbietungen des Abends zusammen mit seinem Hofstaat sichtlich genoss. "Die Frauen können einfach ganz besonders feiern," brachte es Heiko Boog, wie der Faschingsbegeisterte im wirklichen Leben heißt, auf den Punkt. Und deswegen zählt er seit vielen Jahren zu den Stammgästen des Weiberfaschings.

Wie lange er genau schon nach Stadtsteinach kommt und wie alt er ist? "Das fragt man einen König nicht", erklärte er und führte sein Gefolge in die Bar. Die war wie immer bestens besucht.

Marcellas Moderation

Marcel Ott war zum Weiberfasching als heißer Feger Marcella aus Paris unterwegs und moderierte mit Glitzerkleid und verführerischem Akzent.

Die Tanzmariechen Lea Buß, Alina Sautner und Nicole Gomer zauberten gleich ein Mariechen-Medley auf die Bühne, bevor das Tanzpaar Hannah Hendel und Anton Gomer sein Können zeigte. Die Micki-Garde zog als kleinste Armee der Welt - als Ameisen - eine gekonnte Parade, während das Weiberballett in die Flower-Power-Zeit entführte.

Und dann stand das närrische Publikum selbst im Scheinwerferlicht - bei der Maskenprämierung. Zebras und Füchse, Charlie Chaplins und Schwarze Witwen, Revue-Girls, Knastis und Gartenzwerge tummelten sich auf der Bühne und zogen dann in einer Polonaise durch den Saal.

Palettenstammtisch holt den Sieg

Die Jury hatte keine leichte Wahl, bevor sie ihr Urteil fällte: Der Stadtsteinacher Paletten-Stammtisch hatte mit seiner Hexen-Verkleidung nach Jahren von zweiten und dritten Plätzen heuer mal wieder das Rennen gemacht und feierte dies lautstark mit seinem Schlachtruf "Wir schlafen nicht auf Säcken, wir schlafen nicht auf Stroh, wir schlafen auf Paletten, das ist in Staanich so!"

Kaum hatte die Maxi-Garde mit dem "Kriegstanz der Amazonen"den Saal zum Toben gebracht, kamen die Stars des Abends. Und das sind beim Weiberfasching naturgemäß die Männer. Das Männerballett wurde von den weiblichen Gästen begeistert gefeiert: "Wir woll'n euch schwitzen seh'n!" skandierten die Frauen - und die Männer erfüllten als "Bauarbeiter" wie die anderen Gruppen vorher den Zugabewunsch. Geradezu genötigt wurden sie danach von Marcella, denn die forderte nach dem zweiten, etwas kürzeren Durchgang: "Ich möchte das noch mal von Anfang an seh'n!" Das Kreischen der Damenwelt erfüllte den Saal und ließ dem Männerballett keine Wahl...

Klatschnass

Klatschnass und außer Puste durften sie schließlich doch von der Bühne - allerdings nicht endgültig: Denn die Männer hatten als besondere Überraschung später noch einen zweiten, den Legginstanz "Call on me", parat.
Für Stimmung im Saal auch die Hugo-Crew und die Band "One Night Stand" gesorgt, die nach dem Programm noch aufspielte.

Zu späterer Stunde verlagerte sich das Geschehen zusehends in die Bar. Und auch der Sonnenkönig gab sich dort - mittlerweile ohne Krone - ganz volksnah.