Meine Frau hatte unlängst im Landratsamt Sperrmüll angemeldet. Ihr Blick war auf die alte, schon mehrfach zusammengeschraubte und -genagelte Garten-Sitzgarnitur gefallen. Der alte Holztisch muss weg, sagte sie, die Stühle auch - wer will schon gerne einen Spreißel im Hintern?

Der Abholtermin rückte immer näher, an allen möglichen Ecken suchten wir nach entbehrlichen und vor allem platzraubenden Dingen. Die Entscheidung, was wir denn nun an die Straße stellen wollten, fiel nicht immer leicht, man könnte den Krempel ja vielleicht doch einmal bei "Bares für Rares" zu Geld machen ... Dann war das Zeug endlich draußen - und die Freude groß, als es am nächsten Früh rumpelte und wir feststellten, dass die fleißigen Sperrmüllmänner wirklich alles verladen und abtransportiert hatten.

Ein markerschütternder Schrei

Beim Frühstück dann der markerschütternde Schrei meiner Frau. Denn die alten Gartenmöbel standen unversehrt immer noch an ihrem Platz. Dafür hatte ich versehentlich zwei praktisch noch nicht benutzte Matratzen entsorgt. Kann ja mal vorkommen, war ein Satz, der meine Gattin nicht wirklich überzeugte.

Ein paar Tage später befanden wir uns nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Weg nach Hause, als uns eine liebe Kollegin per WhatsApp erfreut mitteilte, dass wir uns ja dann in 45 Minuten vor dem Baumann in Ziegelhütten treffen würden. Aaaaah, wir hatten eine lange vereinbarten Theaterbesuch schlichtweg vergessen und stattdessen Schaschlik für eine kleine Gartenparty mit Schwägerin und Schwager bestellt. Die fiel ins Wasser.

Immerhin haben wir es geschafft, in gut 30 Minuten nach Hause zu fahren, uns umzuziehen, die Party abzusagen und wieder nach Kulmbach zu sausen. Wir waren tatsächlich pünktlich und haben viel gelacht ...