Acht historische Traktoren hat Rainer Deinlein aus Siegritz bei Heiligenstadt im Landkreis Bamberg in der Scheune. "Drei zum Arbeiten, fünf zum Präsentieren", sagt er. Zum Familiensonntag der Landwirtschaft auf dem Gelände des Landtechnik-Unternehmens Nicklas in Schirradorf hat er diesmal einen McCormick auf Hochglanz gebracht, einen Hersteller, den es immer noch gibt.

Rainer und sein Bruder Stefan Deinlein sind zwei von 25 Teilnehmern, die trotz wechselhaften Wetters und ständigen Regenschauern zum Oldtimertreffen angetreten waren. Es muss nicht immer John Deere oder Fendt sein. Eicher zum Beispiel war der Markenname der bis in die 1990er-Jahre existierenden Eicher-Traktorenfabrik in Forstern in Oberbayern.

Es gibt sie noch, die teilweise Jahrzehnte alten Bulldogs und sie funktionieren auch noch, so wie der Kramer 350 Export von Karl Heinz Popp aus Bayreuth, der zu den Traktorfreunden Altenplos gehört, ein Club, der jedes Jahr nach
Schirradorf kommt, um an der Rundfahrt teilzunehmen. Die gute Nachricht: Sämtliche Teilnehmer schafften nicht nur den gut zwei Kilometer langen Rundkurs, immerhin mit einer 21-prozentigen Steigung, sondern auch die Hin- und Rückfahrt nach Schirradorf ohne Ausfall.

Überhaupt war die Oldtimerrundfahrt durch Schirradorf mit dem Firmengelände des Landtechnikunternehmens Nicklas als Start und Ziel der Höhepunkt des Familiensonntags. 25 historische Traktoren waren diesmal dabei, deutlich weniger, als in den vergangenen Jahren. Ältestes Fahrzeug war dem Organisator Friedbert Weiß vom John-Deere-Fanclub zufolge ein Normag BM 15 von Manfred Kolb aus Schirradorf. Normag steht für Nordhauser Maschinenbau. Das Unternehmen aus dem Harz hatte bereits 1957 seine Produktion eingestellt. Auch der 17 PS starke Normag schaffte die Strecke mit der 21-prozentigen Steigung ohne Probleme.

Zweiter großer Programmpunkt war wie auch in den Vorjahren eine etwas andere Modenschau, die Kreisbäuerin Beate Opel unter dem Motto "Brautmoden früher und heute" auf die Beine gestellt hatte. Ihr zur Seite stand dabei mit Hermann Anselstetter ein echter Hochzeitsexperte, der den Hochzeitslader in historischer Tracht gab. Von dem gut ein Dutzend beteiligten "Models" wurden im Wesentlichen Brautkleider und Accessoires aus dem Fundes des ehemals geplanten und dann doch nicht realisierten Wirsberger Hochzeitsmuseums dort gezeigt, wo sonst die schweren Schlepper und Mähdrescher repariert werden. Ein schottisches Brautkleid war darunter, viele selbst genähte Brautkleider aus vergangenen Zeiten, aber auch ganz aktuelle Modelle von Regine Leuschner aus Hollfeld und mit Kathrin und Patrick Hofmann auf Kirchleus sogar ein aktuelle Brautpaar, das erst vergangene Woche den Bund fürs Leben geschlossen hatte.