"Sie schillert so schön bunt", schwärmt Barbara Weltin beim Anblick der Smaragdente. Das Tier gehört Rainer Roder aus Eckersdorf bei Bayreuth, der seit 40 Jahren Mitglied im Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Neudrossenfeld ist. Er hat allen Grund stolz zu sein. Seine Ente wird im Rahmen der 64. Bayerischen Landesgeflügelschau,am Wochenende in der Mönchshof-Festhalle mit dem Prädikat "vorzüglich" ausgezeichnet.

Was hebt sein Tier aus der Masse von Puten, Perlhühnern, Gänsen, Enten, Hühnern, Zwerghühnern und Tauben hervor, die schnatternd, krähend und gurrend ein lautes Geflügelorchester bilden? "Es sind der tolle grüne Glanz, die edle Form, das hohe Fußgelenk und der dunkle Schnabel, mit dem meine Ente bei den Preisrichtern punkten konnte", zählt der 49-Jährige auf.

Barbara Weltin ist extra aus Pullach bei München in die Bierstadt gekommen.
Gemeinsam mit ihren Kindern Sabina, Paulina und Simon hat sie sich auf die Suche nach einem schönen Huhn aus der Rasse Zwergbarnevelder ("Die legen viele Eier und haben ein schönes Gefieder") gemacht und wurde fündig. Nur der Preis war ihr doch deutlich zu hoch: "20 Euro hätte ich ausgegeben, doch der Züchter wollte 90 Euro." Doch die Tierliebhaberin aus Oberbayern, die seit zwei Jahren acht Hennen und zwei Hähne hält, freut sich über ein paar Eier, die ihr Züchter schenken.

Die Besucherin steht für einen Trend, und der geht für den Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes Bayerischer Rassegeflügelzüchter, Manfred Kull, zu großen Hühnern und zum eigenen Ei.

Selbstverständlich geht es auch um das Züchten schöner Tiere. "Die Tiere mit den besten Eigenschaften verpaare ich miteinander, der Rest landet in der Küche", sagt Roder, der 36 Smaragd- und 60 Zwergenten sowie 130 Tauben sein Eigen nennt. Die Geflügelzucht, die dem Eckersdorfer in die Wiege gelegt wurde ("schon mein Vater und Großvater waren Züchter") ist für ihn ein entspannender Zeitvertreib, bei dem er vom Berufs- und Alltagsstress abschalten könne. Insgesamt 14 Stunden pro Woche investiert er in sein Hobby.

Auch Gerhard Pfeiffer aus Burghaig ist ein Geflügelzüchter vom Scheitel bis zur Sohle. Seit 62 Jahren frönt er nun schon seiner Leidenschaft. Schwarz-weißgescheckte Italiener tummeln sich in seinen Käfigen. Bereits als 13-Jähriger hat sich der Züchter in die schwarzen Hühner mit ihren weißen Tupfen verguckt.

Die spannende Frage ist für ihn: "Wie wird die Nachzucht?" Diesen Farbenschlag zu züchten, sei keine einfache Aufgabe, betont Pfeiffer. "Die weißen Tupfen müssen nämlich gleichmäßig verteilt sein. Das erfordert viel Fingerspitzengefühl und einen geübten Blick bei der Auswahl der Tiere, die man miteinander paaren möchte."
Der 75-jährige will sich allmählich von seinem Hobby zurückziehen. Die Ausstellungen seien ihm zu beschwerlich, sagt er, doch er hat dafür gesorgt, dass es in der Familie fortgesetzt wird: "Ich habe es an meine Kinder und Enkelkinder vererbt."



Die Bayerische Landesgeflügelschau im Mönchshof



Ausrichter Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Neudrossenfeld und Umgebung, unterstützt vom Kleintierzuchtverein Burghaig-Kulmbach, dem Rassegeflügelzuchtverein Kulmbach, dem Geflügel- und Kaninchenzuchtverein Mainleus 1931, dem Kleintierzuchtverein Presseck und dem Kleintierzuchtverein Thurnau und Umgebung.

Teilnehmer 680 Aussteller aus ganz Bayern, 90 Richter

Tiere 6595 Zuchttiere wurden ausgestellt, davon rund 900 von jugendlichen Ausstellern. Zu sehen waren 310 verschiedene Rassen. Während der Schau wurden zwei Tonnen Futter für die Tiere benötigt.

Bewertung Für jede Rasse gibt es eine genaue Beschreibung, wie diese auszusehen hat - einen Standard. Geprüft wird, ob Form, Stand und Haltung passen. Die Bewertung nach Punkten fand bereits am Freitag statt. Abstufungen in der Punktebewertung: 97 (vorzüglich), 96 (hervorragend), 95 bis 93 (sehr gut), 92, 91 (gut), 90 (befriedigend). Tiere, die mehr als 92 Punkte erzielt hatten, wurden mit Geld- und Sachpreisen, Pokalen und gestickten Bändern ausgezeichnet. Den besten Vögeln wurde der Titel Bayernchampions verliehen. Weitere Hauptpreise waren das Bayernband und das Neudrossenfelder Band, verliehen vom ausrichtenden Verein.

Ehrung Zum Ehrenmeister des Bayerischen Rassegeflügelzuchtvereins wurde aus dem Landkreis Kulmbach Elmar Hildner aus Presseck ernannt. Er hat sich besondere Verdienste um die Geflügelzucht erworben. stö