Sie ist ein "Nadelöhr", die alte Sandsteinbrücke, die auf der Staatsstraße 2190 zwischen Melkendorf und Katschenreuth über den Roten Main führt. Vor allem die, die mit dem Auto in Richtung Kasendorf und Thurnau unterwegs sind, müssen sich oft gedulden. Bei einer geringen Fahrbahnbreite ist ein Überqueren im Gegenverkehr nicht möglich.


38 Meter lang

Die in ihrer Tragfähigkeit begrenzte Brücke, die 1812 von Napoleon erbaut und 1911 erneuert worden war, hat als Straße bald ausgedient. Schon 2016 soll der Verkehr über die neue, 38 Meter lange Rotmainbrücke führen, die derzeit wenige Meter weiter westlich entsteht. Bei einer Fahrbahnbreite von acht Metern kann man die auch im Gegenverkehr passieren. 1,2 Millionen Euro verschlingt das neue Bauwerk, wie Abteilungsleiter Siegfried Beck vom Bauamt mitteilt.
Es ist laut Beck geplant, die Brücke provisorisch schon im Frühjahr an die bestehende Staatsstraße anzubinden.


125 Tonnen Betonstahl

Es ist ein imposantes Bauwerk. Die Gründung der neuen Brücke erfolgt auf Bohrpfählen. "Eine Flächengründung wäre technisch möglich, ist aber nicht wirtschaftlich", sagt dazu Dietmar Beck vom Staatlichen Bauamt in Bayreuth. Allein 125 Tonnen Betonstahl werden für das Traggerüst verbaut.


Elf Millionen Euro

Die Brücke ist das größte Projekt, das 2015 im Zuge des Baus der Ortsumgehung durchgeführt wird. Die Umgehung verschlingt insgesamt elf Millionen Euro an reinen Baukosten. 2,5 Millionen Euro sind schon im vergangenen Jahr verbaut worden. Da war auf knapp 500 Metern Länge das erste neue Straßenstück von Katschenreuth bis zur Mainbrücke errichtet worden.

Nach dem Brückenbau soll es 2016 mit dem Bau der eigentlichen Ortsumfahrung von Melkendorf weitergehen, die mit über sieben Millionen Euro der größte Brocken des Gesamtprojekts ist. Geplant ist, dass die Umgehung 2017 fertiggestellt wird. "Das ist unser sehr sportlich gesetztes Ziel. Ob wir den Zeitplan einhalten können, hängt aber natürlich auch davon ab, ob die Haushaltsmittel fließen", stellt Siegfried Beck fest.


Alte Brücke wird saniert

Die alte Rotmainbrücke, die in der Denkmalliste steht, wird nicht abgerissen, sondern als Teil des künftigen Feld- und Waldweges weiter genutzt. Sie geht in die kommunale Baulast der Stadt Kulmbach über, wird zuvor aber noch denkmalgerecht instandgesetzt. Auch das ist ein kostspieliges Unterfangen. Das Staatliche Bauamt rechnet mit reinen Herstellungskosten in Höhe von 1,25 Millionen Euro.