War es früher wirklich so schlimm, den Weg in den Urlaubsort auf einer übersichtlichen Straßenkarte zu suchen und damit gleich die Umgebung kennenzulernen? War es wirklich unzumutbar, die Essensreste vom Vortag in einem Topf zu erwärmen anstatt sie in die Mikrowelle zu stecken, deren Wirkungsweise mir wohl immer ein Rätsel bleiben wird? Hatten wir wirklich keine Freude daran, uns mal in Ruhe hinzusetzen und an einen netten Menschen einen Brief zu schreiben - und dann ein paar Tage gespannt auf den Postboten mit der Antwort zu warten?
Wo ist der Nutzen solcher Dinge? Dass wir ständig - und das darf ruhig wörtlich genommen werden - unter Strom stehen und ein strahlendes Dasein fristen? Dass uns die Hektik des Alltags kaum noch Verschnaufpausen gönnt? Dass wir uns im Hamsterrad drehen, das von einer unbekannten Kraft angetrieben und pausenlos weiterbeschleunigt wird? Dass wir immer öfter sofort zum Reagieren und Handeln gezwungen
sind, ohne vorher mal in Ruhe über die Folgen nachdenken zu können? Fragen über Fragen.
Übrigens: Ich schreibe diese Zeilen an meinem freien Tag gerade zu Hause und maile sie gleich in die Redaktion. Ja, tut mir leid, aber mit der Post würden sie diese Woche nicht mehr erscheinen. Jetzt muss ich raus in den Garten, Holz sägen. Ich gebe zu: mit der elektrischen Kettensäge - ein bisschen Technik muss doch schließlich auch Kritikern erlaubt sein.