Kulmbach — Der Schulausflug ist zu teuer, das Kind kann nicht teilnehmen. Eine neue Jacke für den Kleinen sprengt das Familienbudget und kann dieses Jahr nicht gekauft werden. Es gibt sie auch bei uns - Familien, die mit so wenig Geld auskommen müssen, dass es für Extras nicht reicht.

Um diese Lücken zu schließen, hat das evangelische Dekanat Kulmbach im Jahr 2008 den Kulmbacher Kinderfonds gegründet. Die gute Idee unterstützen die Bayerische Rundschau und der Spendenverein der Mediengruppe Oberfranken mit einer Adventsaktion. Dekan Jürgen Zinck erläutert im Gespräch die Idee und ihre Umsetzung.


Warum wurde der Kinderfonds gegründet?

Jürgen Zinck: Ursprünglich wurde unser Fonds gegründet, um Familien, die auf staatliche Leistungen angewiesen sind, Beihilfe für die Bildung ihrer Kinder zu geben.
Mittlerweile gibt es dafür das sogenannte Bildungspaket. Dennoch sind weiterhin etliche Kinder von häuslicher Armut betroffen.


Gibt es viele Familien in Stadt und Landkreis, die man als arm bezeichnen kann?

Genaue Zahlen kann ich nicht nennen. Wer in Armut lebt, schämt sich dessen oft. So bleibt vieles verborgen. Die Nachfrage nach Hilfe erreicht uns aber fast jede Woche.


Mit Armut verbindet man meist konkretes Elend: Hunger, schlechte Wohnverhältnisse, nichts anzuziehen, fehlende medizinische Versorgung. In unserer Gesellschaft sind die Grundbedürfnisse gedeckt. Ist der Kinderfonds bei uns eher ein Mittel, um soziale Isolation zu vermeiden?

Wir haben vielen Kindern zum Beispiel die Teilnahme an Ausflügen ermöglicht. Wir haben geholfen, Bücher, Schulranzen, Kleidung und Lernmaterial anzuschaffen. Dadurch haben wir sicherlich manchem Kind die Schmach erspart, vor Klassenkameraden als arm dazustehen.


Warum hat das evangelische Dekanat sich diese Aufgabe auf die Fahnen geschrieben?

Es ist eine Christenpflicht, den Ärmsten beizustehen. Unser Kinderfonds ist dazu ein bescheidener Beitrag.


Wer bekommt Geld?

Unser Fonds kann von denen in Anspruch genommen werden, die Hilfen nach SGB XII (Sozialhilfe), SGB II (Hartz IV) erhalten. Aber auch Familien mit geringem Einkommen, die Kinderzuschlag oder Wohngeld erhalten, können unterstützt werden. Bedingung ist, dass man im Landkreis lebt. Wir helfen Menschen jeder Konfession und Nationalität.


Wie vielen Familien konnten Sie schon helfen?

Wir haben etwa 580 Kinder unterstützt. Nicht alle haben den vollen Betrag von 50 Euro ausgeschöpft.


Warum wurde die Unterstützungsgrenze auf 50 Euro festgesetzt?

Dieser Betrag ist der Regelsatz, und wir haben die Zusicherung der staatlichen Stellen, dass eine Unterstützung in dieser Größenordnung nicht zu Kürzungen der Sozialleistungen führt. Es gibt aber auch Notlagen, in denen wir mit größeren Beträgen helfen.


Wie sieht es mit den Flüchtlingskindern aus?

Kindern von Flüchtlingen beziehungsweise Asylanten helfen wir auch. Wir haben erst kürzlich die Anschaffung von kleinen Hausapotheken für Flüchtlingsfamilien finanziert. Den Mitteln gegen Erkältung, Fieber und kleinere Verletzungen wurden Erklärungen auf Syrisch beigefügt.

Danken möchte ich zum Schluss der "Bayerischen Rundschau" dafür, dass sie unseren Kinderfonds in dieser Adventszeit so tatkräftig unterstützt. Danken will ich allen Spendern. Das Geld kommt zu 100 Prozent dem Fonds zugute. Es gibt keinen Einbehalt für Verwaltungskosten. Die tragen das Dekanat und unsere Diakonie. Unser Fonds wird im Rahmen unserer Haushaltsprüfungen seitens der Landeskirche überprüft. Und schließlich danke ich Pia Schmidt, die sehr sorgfältig mit den Geldern umgeht.

Die Spendenaktion


Spendenkonto
Sparkasse Bamberg; IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01
Verwendungszweck "Kinderfonds Kulmbach"

Miteinander Der Spendenverein macht sich seit fünf Jahren stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre der gegenseitigen Hilfe auszeichnet.

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