Die Mutter von Marina Konovalov ist vor wenigen Wochen im russischen Bombenhagel in Mariupol ums Leben gekommen. Die Sorge um die weiteren Familienmitglieder, die sich nach wie vor in der zerstörten ukrainischen Hafenstadt aufhalten, ist bei Marina und Roman Konovalov (beide 38) groß, die mit ihren Kindern Anastasia (3), David (9) und Katheryna (15) zu Kriegsbeginn aus der Ukraine geflüchtet sind und sich in Rugendorf in Sicherheit befinden.

Ob das Haus noch steht?

Zwischenzeitlich hatten die Konovalovs Kontakt mit Romans Vater und Bruder sowie mit Marinas Vater. "Seit zehn Tagen haben wir aber schon wieder nichts mehr von ihnen gehört", sagt Roman Konovalov. Sein Vater habe aus der zerstörten Stadt in ein 20 Kilometer entferntes Dorf flüchten wollen, "in dem ich ein Haus gebaut habe". Ob er dort angekommen ist, ob das Haus noch steht? "Ich weiß es nicht", sagt der 38-Jährige. In dem Dorf soll es noch Wasser aus einem Tiefbrunnen geben. Anders als in Roman Konovalovs Heimatstadt, in der die Bewohner ohne Strom, Wasser und Nahrung ausharren. Von einer humanitären Katastrophe ist die Rede.

"Wir wurden herzlich aufgenommen"

Die Konovalovs haben Angst um ihre Angehörigen, leben selbst aber im Landkreis Kulmbach in Sicherheit. Der Familienvater hat sich um eine Arbeit beworben, die Kinder David und Katheryna gehen schon in die Schule. "Wir wurden herzlich aufgenommen", sagt Roman Konovalov.