Sie war für die Anwohner eines der Wahrzeichen der Blaich: die alte Weide bei der Sauermannskuh in Unterpurbach. Am 10. Dezember wurde sie gefällt. Der Jahrzehnte alte Baum musste den Bauarbeiten weichen, die dort - am Fuß des Krankenhausbergs - bald beginnen.

Das Areal am Fuße des Krankenhausbergs wird im Zuge der Hochwasserfreilegung der Purbach großflächig umgestaltet. Der Wasserlauf wird mit einem großen Einlass künftig sichtbar gemacht, und die komplizierte Kreuzung Hofer Straße/Blaicher Straße/Albert-Schweitzer-Straße/Unterpurbach soll mit einem Kreisverkehr geregelt werden.

Wie die Stadt Kulmbach auf Anfrage der Bayerischen Rundschau mitteilt, ließen "die dortigen baulichen Maßnahmen im Zuge des Hochwasserschutzes leider keine andere Wahl, da der Baum direkt beim künftigen Einlaufbauwerk für die Purbach stand". Ein Erhalt wäre aus baulicher Sicht unter keinen Umständen möglich gewesen.

"Bei der Fällung hat sich herausgestellt, dass die Weide innen bereits verfault war. Früher oder später hätte man sie also leider sowieso fällen müssen", so der städtische Pressesprecher Jonas Gleich. Über das Vorhaben sei im Vorfeld informiert worden.

Kindheitserinnerungen

Gerade viele ältere Anwohner hat das Fällen der Weide bewegt. Einige können sich sogar noch daran erinnern, wie sie als Kind unter diesem Baum gespielt haben. Als äußeres Zeichen der Anteilnahme haben Unbekannte sogar ein Grablicht auf den Baumstumpf gestellt.

Und noch etwas bereitet vor allem den umliegenden Praxen und Betrieben in Unterpurbach und dem Handwerkerhof Kopfzerbrechen. Immer wieder tauchte nach der Veröffentlichung der Pläne die Frage auf: Wo sind Parkplätze für die Mitarbeiter und Patienten geplant? Wurden die bei der Planung etwa vergessen?

Die Stadt Kulmbach gibt Entwarnung. "Im Bereich der Sauermanns-Kuh werden zusätzlich zu den 19 bestehenden Parkplätzen weitere 24 Parkplätze entstehen", so Jonas Gleich. Eine konkrete Visualisierung dafür gebe es aber noch nicht.

"Sehr grob gehalten"

Das gilt auch für den Radweg. Der ist auf den Visualisierungen, die in den letzten Monaten veröffentlicht wurden, nicht zu sehen. Zum Ärger vieler Radfahrer.

Aber auch hier gibt Pressesprecher Jonas Gleich Entwarnung. Die Visualisierung sei sehr grob gehalten, sagt er. Da fehlten auch noch Fahrbahnmarkierungen, Verkehrsschilder und mehr.

Ein Radweg sei aber mit eingeplant. Er soll nach dem Abschluss der Bauarbeiten ab dem Stadtwerke-Verwaltungsbau, wo derzeit die Markierung endet, fortgeführt werden bis zum Kreisel, dann im Kreisverkehr mitgeführt werden und ab da entlang der Straße nach Kauernburg weiterlaufen.