Jürgen Tesarczyk ist passionierter Fahrradfahrer. Und als solcher sieht er es als großes Manko des aktuellen Mainradweges an, dass er aus Richtung Mainleus kommend durch das Industriegebiet entlang an Straßen vorbeiführt. Deshalb stellte Jürgen Tesarczyk beim Verkehrsstammtisch in der "Alten Feuerwache" in einem zweieinhalbstündigen Vortrag seine persönliche Vision von einem erholsamen Fahrradweg Richtung Innenstadt vor.

Bei der Weinbrücke könnte eine Bedarfsampel errichtet werden, damit die Fahrradfahrer Richtung Weinberge auf "seinen" Radweg wechseln könnten. Und der führt dann am Stauwehr entlang Richtung "Zehn Eichen" und würde spektakuläre Blickwinkel auf Natur pur und auf die Plassenburg ermöglichen. Bei den "Zehn Eichen" entwickelte Jürgen Tesarczyk dann die erste Kühnheit. Nach seinen Vorstellungen könnte ein Steg vom Damm über die Bundesstraße führen.
Und dann sollte der Fahrradweg weiter zwischen Ireks und Kulmbacher Brauerei Richtung Lichtenfelser Straße führen. Bei dieser Linienführung wären die Schulen, die Bücherei, aber auch das Hallenbad sowie die Stadtteile Weiher, Siedlung, Herlas und Bayreuth anbindbar, erklärte Tesarczyk. Möglicherweise könnte eine Fußgängerampel den Radlern beim Queren der Lichtenfelser Straße helfen.

Der Fahrradweg seiner Wahl würde dann weiterführen in Richtung "Fritz". "Und dort denke ich an eine wirklich große Geschichte: An einen Bogen auf die andere Seite, zum Beispiel mit einer Brücke vom Güterbahnhof ins erste Parkhausgeschoss des Einkaufszentrums", erläuterte Tesarczyk seinen Traum. "Ich habe jetzt dabei nicht an Kosten gedacht. Es geht mir nur um eine Anregung. Man muss ja einmal weiterdenken", so Tesarczyk. Und weiter könnte der Fahrradweg dann durchs Gasfabrikgässchen verlaufen in Richtung Innenstadt.

Gasfabrikgässchen umgestalten
Das Gasfabrikgässchen sei momentan optisch nicht optimal gestaltet. Vielmehr solle der Uferbereich des Weißen Maines dort besser zur Geltung gebracht werden, Böschungen abgeflacht werden, schlägt Tesarczyk vor. Dabei könne ruhig ein Fahrstreifen geopfert werden. Denn der Begriff Gässchen sage ja schon aus, dass es sich um ein schmales Sträßchen handele. Für den ehemaligen Kaufplatz wünscht sich Jürgen Tesarczyk Innenstadtwohnungen.

"Ich erwarte natürlich nicht, dass meine Vision sofort realisiert wird", sagte Tesarczyk. Doch mit seinem Vorschlag möchte er eine Diskussionsgrundlage bieten. Wichtig bei dieser - teilweise gewagten - Planung ist Tesarczyk, dass der Weiße Main als Schatz und als Entwicklungspotential in den Mittelpunkt gerückt wird. "Der Weiße Main darf nicht privatisiert werden, er muss der Allgemeinheit erhalten werden", wünschte sich Tesarczyk und zeigte persönliche Eindrücke, die selbst eingefleischten Kulmbachern neu waren: Brücken, die nicht genutzt werden, Unterführungen, verwilderte Stegen. "Die Grünräume zwischen Innen- und Außenbereich der Stadt sind schlecht miteinander und der umgebenden Stadtstruktur verknüpft und tragen dementsprechend nur gering zur Steigerung der Lebensqualität als städtische Erholungs- und Freizeitflächen bei", kommentierte Tesarczyk den Ist-Zustand.