Es war im November 2009, als das Gastronomen-Ehepaar Schlemmer den Schlussstrich gezogen hat. Die Wirtsleute haben den Betrieb des Röhrleinshof aufgegeben, den sie über neun Jahre von der Kulmbacher Bank gepachtet und geführt hatten. Seitdem steht das einst namhafte Landhotel bei Trebgast leer.


Sportschützen hatten Interesse

Versuche der Bank, den Röhrleinshof zu verkaufen, sind immer wieder gescheitert. So hatte der Bayerische Sportschützenbund die Idee, dort ein Jugend- und Weiterbildungszentrum zu errichten - 2016 haben die Schützen von dem Vorhaben dann aber Abstand genommen.


Es gab viele Anfragen

"Wir hatten immer wieder Anfragen, auch in Richtung einer erneuten gastronomischen Nutzung", sagt Dieter Bordihn, Vorstand der Kulmbacher Bank. Zu einer Einigung sei es mit den verschiedensten Interessenten aber nie gekommen. 2017 ist der Verkauf endlich geglückt. Wer der neue Eigentümer ist, wollte Bordihn nicht verraten. Er gab nur preis, dass der Besitzer keine gastronomischen Pläne hat.
Wie die Bayerische Rundschau erfahren hat, handelt es sich um einen Geschäftsmann aus dem Landkreis Kulmbach. Dieser will die Gebäude wohl für private Zwecke nutzen. Die BR wollte ihn gestern dazu befragen, hat den neuen Besitzer aber nicht erreicht. Der Röhrleinshof hat insgesamt 21 Fremdenzimmer und zwei Ferienwohnungen in mehreren Gebäuden auf 57 000 Quadratmetern Grund.



Auch ein "weinendes Auge"

Bei der Kulmbacher Bank, die das Landhotel im Jahr 2000 in einem Zwangsversteigerungsverfahren übernommen hatte, ist man froh, dass der Verkauf über die Bühne ist. Dieter Bordihn sieht das aber "mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Denn der Röhrleinshof sei über Jahre in Sachen Gastronomie ein sehr gute Adresse und auch ein beliebtes Hotel gewesen. Er selbst habe wie sein Vorstandskollege Stephan Ringwald zu Beginn seiner Tätigkeit bei der Kulmbacher Bank dort gewohnt. Bordihn: "Bei mir waren es eineinhalb Jahre. Es war eine schöne Zeit."


"Wichtig, dass Gebäude nicht einfällt"

Trebgasts Bürgermeister Werner Diersch (SPD) spricht von einer guten Neuigkeit, dass der Röhrleinshof einen neuen Besitzer gefunden hat und der Leerstand bald ein Ende hat. "Für die Gemeinde ist es wichtig, dass das Gebäude nicht verfällt." Durch die relativ abgeschiedene Lage sei eine Nutzung schwierig, weiß Diersch um die Problematik, die gewerbliche Interessenten von einem Kauf des Geländes abgehalten habe. "Das ist auch für einen gastronomischen Betrieb schwer."

Dass der neue Eigentümer aus dem Landkreis kommt, freut den Bürgermeister, der überzeugt ist, dass der Röhrleinshof nun einer guten Zukunft entgegensieht.