Er ist bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund: Metzgermeister Helmut Hofmann aus Zettmeisel. An der Schwelle zu seinem 69. Geburtstag stellt das Original rückblickend fest: "Ich bin zufrieden und habe mein Leben gelebt."

Vielen ist der gebürtige Zettmeiseler auch als "Knorzen" bekannt. Der Spitzname ist wohl auf seine stattliche Körpergröße zurückzuführen. Bemüht man Wikipedia, dann bedeutet das fränkische Wort "Knorzen" sich plagen oder auch geizig sein. Geizig ist Helmut Hofmann weiß Gott nicht. Was viele an ihm schätzen, sind vielmehr seine Gradlinigkeit und Zuverlässigkeit und dass er seinen Worten auch immer Taten folgen lässt. Der 68-Jährige ist in seiner Heimatgemeinde beliebt, wenngleich er einräumt: "Das manche mich nicht mögen, das ist ganz normal."

In Trebgast gelernt

Nach dem Besuch der Volksschule entschied sich der junge Helmut für den Beruf des Metzgers. Seine Lehre absolvierte er in der Metzgerei Friedrich in Trebgast. Noch heute schwärmt er von seiner Chefin, die dem jungen "Stiften" immer unter die Arme gegriffen habe.

"Ich hatte zwar im letzten Lehrjahr schon einen Führerschein, aber noch kein Auto. Ich musste nicht lange betteln, dann bekam ich den Schlüssel für das Auto meines Meisters, musste dabei aber immer auch einen Auftrag erledigen, etwa die Wäsche zur Wäschemangel nach Neuenmarkt fahren."

Die Verbindung zur Familie Friedrich ist nie abgerissen, auch wenn Hofmann sich unmittelbar nach seiner Lehre entschloss, auf Wanderschaft zu gehen.

1973 suchte Helmut Hofmann eine neue Herausforderung und eröffnete in Mistelbach, dem Geburtsort seiner bereits verstorbenen Ehefrau, die Schlossgaststätte. "Ich sang damals auch im Gesangverein. In Mistelbach wohnten noch viele Arbeiter, da war in der Kneipe immer was los. Nicht selten wurden 20 Runden rausgekartet und die gleiche Anzahl an Schnäpsen getrunken. Das kann man sich aber heute nicht mehr vorstellen." Wenngleich auch zu Hause in Haselbach an manchen Abend an fünf oder sechs Tischen gekartet werde. " Das findet man im gesamten Landkreis nicht."

Traum von einem eigene Gasthof

Nach knapp sieben Jahren übernahm das Ehepaar Hofmann die Bahnhofsgaststätte im benachbarten Mistelgau, die ebenfalls gut lief. "Ich wollte das Wirtshaus damals kaufen, aber der Eigentümer wollte nicht. Wir interessierten uns dann in der Region für die eine oder andere Kneipe, denn nur Pacht zu zahlen war nicht das Wahre. Wir wollten einfach für uns arbeiten." Nachdem der Traum einer eigenen Gastwirtschaft geplatzt war, entschied sich Helmut Hofmann 1981, mit seiner Ehefrau und den inzwischen vier Söhnen und zwei Töchtern nach Zettmeisel zurückzukehren und auf dem elterlichen Grundstück ein Wohnhaus zu bauen. Beruflich war er wieder als Metzger tätig. Die Kundschaft schätzte den "Knorzen" wegen seiner offenen und lustigen Art, die manchmal auch sehr direkt sein konnte.

Als Marktschreier berühmt

Die letzte Arbeitsstelle war die Frankenfarm. Berühmt waren seine Auftritte als versierter Marktschreier - an besonderen Markttagen pries er die leckeren Wurstpakete an wie kein anderer. Was für ihn immer wichtig war, das war die Ehrlichkeit im Geschäft: "Man schmiert die Kunden nur einmal aus", sagt er aus Überzeugung. Bei seinem Wild sei das ähnlich: "Was ich nicht selber essen würde, das verkaufe ich auch nicht."

Und damit wären wir beim passionierten Jäger. 1988 meldete sich Helmut Hofmann zur Jägerprüfung an, längst sind Hege und Pflege für ihn zur puren Leidenschaft geworden. Welches Vertrauen die Harsdorfer Jagdgenossen in ihren Pächter haben, wird daran deutlich, dass Hofmann einen Pachtvertrag bis 2030 in der Tasche hat.

Beim Männergesangverein "Gemütlichkeit" Harsdorf war Helmut Hofmann nicht nur wegen seiner brillanten Bass-Stimme gefragt, sondern auch als Vorsitzender. Er bedauere sehr, dass in der Schule überhaupt nicht mehr gesungen wird.

Einfach konsequent

Nach zehn Jahren bekamen die Sänger aber auch eine entscheidende Wesensart des "Knorzen" zu spüren, nämlich den Worten auch konsequente Taten folgen zu lassen. "Ich legte mein Amt 2006 als Vorsitzender nieder, weil ein Sänger meinen Führungsstil zu autoritär fand." In einem Schreiben ließ Hofmann seine Sänger damals wissen: "Wer denkt, er kann es besser, der darf mich gerne beerben und soll das auch tun."

Dass Helmut Hofmann wenig später auch als aktiver Sänger aufhörte, war für den Männerchor ein herber Verlust.

Was in seiner Biografie noch fehlte, war das Mesneramt, das er zusammen mit seiner Ehefrau über nahezu 20 Jahre in der St.-Martins-Kirche zu Harsdorf bekleidete. Im Gemeinderat saß er 24 Jahre für die CSU. Er war dabei keiner, der taktierte, sondern der mit seiner Meinung nie hinterm Berg hielt.

Am Schlagwerk

Das "Wirtshaussingen" in Harsdorf, Bindlach, Bärnreuth oder Neuenmarkt hat Helmut Hofmann ohne Zweifel mit seiner "bärenstarken" Stimme und am Schlagwerk bereichert.

Natürlich darf auch der Familienvater nicht unerwähnt bleiben. Auf seine sechs Kinder ist Helmut Hofmann nicht nur sehr stolz, er kann sich auch völlig auf sie verlassen: "Dafür bin ich sehr dankbar."

Mit Michael Hofmann ist sogar ein Ex-Fußballprofi unter den Kindern. Er stand zunächst bei der SpVgg Bayreuth und später beim Bundesligisten TSV 1860 München im Tor. Heute ist sein Sohn als Torwarttrainer beim künftigen Zweitligisten Türkgücü München tätig.