Danial darf bleiben! Diese Nachricht machte in den letzten Stunden schnell die Runde, und sie wurde in den sozialen Medien überwiegend positiv kommentiert. Der junge Afghane aus Neuenmarkt im Landkreis Kulmbach, der vor kurzem hätte abgeschoben werden sollen und sich ins Kirchenasyl nach Bayreuth geflüchtet hatte, hat eine sogenannte Ermessensduldung bekommen. Mit dieser Ermessensduldung kann Danial M. nun zurück zu seiner Familie und ab September seine Ausbildung fortsetzen und abschließen.

"Mir geht es gut, wir sind alle sehr, sehr glücklich!" sagt Danial, den wir am frühen Abend telefonisch erreicht haben.

Seit gerade einmal vier Stunden ist der da wieder zuhause bei der Familie in Neuenmarkt. Am Abend zuvor hat er von seinem Anwalt erfahren, dass er vorläufig bleiben darf. "Ich habe dann gleich meine Eltern angerufen", erzählt er. "Es war ein großer Moment für uns alle."

Das Schicksal von Danial hatte viele Menschen bewegt. Der 22-Jährige, der bis 2014 im Iran gelebt hatte und mit seiner Familie 2015 nach Deutschland gekommen war, sollte am 3. Juli von München aus nach Afghanistan geflogen werden. Während für seine Eltern und Geschwister ein Abschiebeverbot besteht, weil eine Aussicht auf eine Aufenthaltsgestattung besteht, wurde diese Danial verweigert. Er war schon volljährig, als die Familie nach Deutschland kam, so dass sein Verfahren von dem seiner Familie abgetrennt wurde.

Danials Asylantrag war 2016 abgelehnt, eine Klage gegen den Bescheid im Mai 2017 abgewiesen worden. Eine einstweilige Duldung, die im Dezember 2017 ausgestellt worden war, war im Juni nicht mehr verlängert worden.

Der drohenden Abschiebung entzog sich der junge Mann, der sich in der Berufsausbildung befindet, durch die Flucht ins Kirchenasylin Bayreuth. Der Fall beschäftigte viele Menschen. Es bildete sich ein Unterstützerkreis, Mitte Juli fand in Bayreuth eine Mahnwache mit rund 180 Personen statt und eine Online-Petition für ein Bleiberecht von Danial haben 55 000 Menschen unterzeichnet.

Besonders bewegt hat der Fall Danial M. die Menschen in Neuenmarkt. Der junge Mann, der beim FC Neuenmarkt Fußball spielte galt als als einer der stärksten Torhüter der A-Klasse und hat zuletzt auch in der Kreisklasse ausgeholfen, als Torhüter Lukas Greim verletzt war.

Besonders eingesetzt hat sich für Danial M. die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Bayreuth, bei der der Neuenmarkter in den letzten Wochen auch Zuflucht fand. Pfarrer Simon Froben war es dan auch, der die Öffentlichkeit von der erfreulichen Wendung des Falles informierte. "Danial kann das Kirchenasyl unserer Kirchengemeinde wieder verlassen", schreibt er. Er kann - was sein größter Wunsch ist - zu seiner Familie zurückkehren. Er wird im September seine schulische Ausbildung fortsetzen und diese abschließen können."

Sofern er danach einen Job findet, hat er auch Aussicht auf eine weitergehende Aufenthaltserlaubnis.
Namens der gesamten Gemeinde dankte Pfarrer Simon Froben für alle, die Danial unterstützt haben: "In manch bedrängender Stunde war diese breite Unterstützung durch die Öffentlichkeit, Kirchen und Medien ein wichtiger Rückhalt."

Freude über die Entwicklung der Angelegenheit herrscht auch in Neuenmarkt: Bürgermeister Siegfried Decker: "Wir freuen uns für den jungen Mann und seine Familie, dass aus dem Kirchenasyl zumindest ein befristete Bleiberecht geworden ist." Daniel sei in Neuenmarkt beliebt und ein zuverlässiger Sportkamerad für die Fußballer des FC Neuenmarkt.

"Danial ist bei uns immer angenehm aufgefallen und war auch im Fußballverein hervorragend integriert und auch beliebt gewesen."

"Eine super Nachricht" kommentiert Dieter Mühlbauer, 1. Vorsitzender des FC Neuenmarkt, die Neuigkeit. Danial könne nun bei seiner Familie bleiben und seine Ausbildung abschließen. "Für unseren Verein bleibt damit auch die Zuversicht, dass uns Danial weiterhin erhalten bleibt." Wie Dieter Mühlbauer zu verstehen gab, ist demnächst ein Benefizspiel für Danial zwischen dem FC Neuenmarkt und dem Post-SV Bayreuth geplant, der sich auch über einen eigenen Unterstützerkreis für ein Bleiberecht von Danial eingesetzt hat.

Daniel M. will nach annähernd sechs Wochen im Kirchenasyl erst einmal Zeit mit der Familie verbringen.In den nächsten Tagen, das hat er versprochen, wird er uns seine Geschichte erzählen.