Ein bedeutendes Ereignis im Oberland wirft seine Schatten voraus. Am kommenden Sonntag, 2. Juli, wird das 40-jähriges Bestehen des Rundwanderwegs "Mühlenweg" gefeiert.


Feierstunde an der Kollerbachbrücke


Der Frankenwaldverein Grafengehaig, der diesen deutschlandweit bekannten Pfad betreut, lädt dann zum Waldgottesdienst mit einer anschließenden Feierstunde an der Kollerbachbrücke recht herzlich ein.

Alle anliegenden Ortsgruppen des Frankenwaldvereins treffen sich mit ihren Wimpeln im Rahmen einer kleinen Sternwanderung am Festplatz. Die Grafengehaiger Obfrau Margitta Hieke freut sich, dass auch der Patenverein aus Tanna sein Kommen zugesagt hat. Den Waldgottesdienst (Beginn 10 Uhr) hält Pfarrerin Heidrun Hemme aus Grafengehaig, dem sich ab 11 Uhr nahtlos die Feierstunde anschließt. Für Speisen und Getränke ist gesorgt.


Viele reizvolle Blicke


Margitta Hieke macht deutlich, dass sich die Vielfalt der Flora und Fauna am Mühlenweg stark entwickelt hat. Unterwegs öffneten sich durch die Bewirtschaftung der Wälder aber auch viele neue reizvolle Blicke in die abwechslungsreiche Landschaft. Kräftig erhöht habe sich aber auch der Arbeitsaufwand für die Pflege und Markierung des Weges sowie für die Instandhaltung der Brücken und Stege.

Oft sind Martin Döring, Klaus Hieke, Klaus Keil, Gerhard Lauterbach und Jsy Madgar gemeinsam mit ihren Motorsensen und Heckenscheren unterwegs. "Ohne die gute Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Grafengehaig und dem Bauhof wäre die Arbeit ehrenamtlich überhaupt nicht zu stemmen", sagt Margitta Hieke. Freigemacht hätten die Helfer zuletzt die Wege von der Neumühle zur Papiermühle sowie von Buckenreuth zur Schübelsmühle. Hergerichtet hätten sie zudem die Brücken zwischen Schlackenmühle und Papiermühle.


In ganz Deutschland beliebt


Bis zur Feier sei man noch am Weg von der Kollerbachbrücke zur Hübnersmühle tätig. Im Vorfeld des Geburtstags habe Martin Döring zudem sämtliche Informationstafeln entlang des Mühlenwegs gesäubert.

Der Mühlenweg im Steinachtal wird zurecht als einer der schönsten Rundwanderwege in ganz Deutschland bezeichnet. Er erfreut sich seit seiner Eröffnung 1977 immer größerer Beliebtheit. "Nicht von ungefähr wird er der grüne Pfad des Frankenwaldes genannt, führt er doch auf einer Strecke von 18 Kilometern meist durch eine unberührte, romantische Landschaft", so Hieke.


Hochöfen und Schmelzhütten


Die ersten Siedlungen in dieser Region entstanden wahrscheinlich zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert auf den Rodungen der Hochfläche. Leben kehrte hier ein, als wegen des Erzreichtums des ,,Nortwaldes" Hochöfen und Schmelzhütten angelegt wurden und jedes Dorf seine Mühle bekam. Schon die kleinsten Wasserläufe waren wichtig für die Bevölkerung, denn die Mühlen waren notwendig für die Versorgung von Mensch und Tier. Der Weg von den Bauerndörfern dorthin war wegen der ungünstigen Gelände- und Witterungsverhältnisse meist sehr beschwerlich.

Heute dreht sich leider kein Mühlrad mehr, doch kann der Wanderer in der Einsamkeit an den teilweise liebevoll restaurierten Gebäuden etwas von der vielbesungenen Mühlenromantik nachempfinden. Den 18 Kilometer langen Rundwanderweg, der mit einem stilisierten grünen Mühlenrad gekennzeichnet ist, kann man in fünf bis sechs Stunden von jedem beliebigen Punkt aus mühelos bewältigen. In den tiefeingeschnittenen, verkehrsfreien Tälern reihen sich elf ehemalige Mühlen und ein sich noch in Betrieb befindliches Hammerwerk wie stille Oasen aneinander.


In Buckenreuth geht es los


Der traditionelle Ausgangspunkt der Wanderung ist Buckenreuth. Nach etwa zwei Kilometern erreicht man von dort Schübelsmühle, die 1488 erstmals erwähnt wurde. Sie ist heute im Besitz von Erika Zuleeg, die sie liebevoll restaurierte und so vor dem Verfall rettete. Auf herrlichen Waldwegen geht es weiter zur Petersmühle, deren Mühlengebäude 1972 abgebrochen wurde. Es folgen die Schlackenmühle, die 1931 abbrannte und im alten Stil wiederaufgebaut wurde, und die Papiermühle, die einst der Produktion von Goldpapier und Pappe diente.

Wo der Rauschbach in den Großen Rehbach mündet, ist der tiefste Punkt der Wanderung erreicht. Von hier aus empfiehlt sich ein Abstecher zur nahen Steinachklamm gleich hinter der Neumühle, die einst ein bedeutendes Sägewerk war. Auf der Talstraße zurück erreicht man die Hübnersmühle. Hier bietet sich dem Wanderer eine besonders reiche Flora.


Einkehr in der Kleinrehmühle


Nächstes Ziel ist Guttenberger Hammer, wo heute noch Werkzeuge für Land- und Forstwirtschaft hergestellt werden. Nach weiteren 400 Metern gelangt man zur Kleinrehmühle, wo man sehr gut einkehren kann. Während zur Mehltaumühle und zur Großrehmühle jeweils kurze Abzweige führen, kommt man auf geradem Weg zu Vollaufmühle, die bis 1976 noch als Brotbackstube diente.

Über die Mesethmühle, an deren Türfassung die Jahreszahl 1525 eingemeißelt ist, und Schlockenau geht es zum Ausgangspunkt Buckenreuth zurück. Bei der Familie Ott/Thierauf kann man einen schönen Wandertag gemütlich ausklingen lassen.