Das war eine souveräne Vorstellung: Nervenstark und kreativ meisterte Ilona Hascher die Herausforderung, im Fernsehen ihre Kochkünste zu präsentieren. Die Kupferbergerin war in dieser Woche eine von fünf Kandidatinnen aus dem Raum Bayreuth-Kulmbach der aktuellen Ausgabe von "Das perfekte Dinner", die von Montag bis Freitag von 19 bis 20.15 Uhr auf Vox ausgestrahlt wurde.

Finesse und Liebe zum Detail

Für ihre Gäste kochte die 43-Jährige groß auf, zeigte dabei Finesse und Liebe zum Detail und wurde dafür von ihren Mitbewerbern mit 37 von 40 möglichen Punkten belohnt. Das reichte gestern beim Finale zum Sieg. Neben der Ehre darf sich die ambitionierte Hobbyköchin über ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro freuen.

Die Mitbewerber der Kupferbergerin sind Nicole Martin aus Trebgast, Anja Kramer aus Thurnau, Mathias Schaettgen aus Creußen und Vivien Walther aus Bayreuth. Der einzige Mann in der Runde war der erste Gastgeber, gefolgt von der Trebgasterin Nicole. Beide tischten leckere Menüs auf.

Tag drei gehört dann Ilona Hascher. Schon am Morgen steht das Fernsehteam vor der Tür, schaut ihr bei den Vorbereitungen über die Schulter und auf die Finger. "Eine ungewohnte Situation." Dass sie nervös ist, merkt man im Fernsehbeitrag natürlich ein wenig, aber beim Kochen weiß die 43-Jährige genau, was sie tut, arbeitet strukturiert und lässt sich nicht aus dem Konzept bringen.

Was sie dann am Abend serviert, überrascht ihre Gäste, die angesichts der mundartlichen Speisekarte zu erraten versucht hatten, was es denn geben könnte - und dabei nur ansatzweise auf die richtige Spur kamen: Als Vorspeise gibt es "Folsches Seidla mit gsunda Chips". Dahinter verbergen sich eine Karottensuppe mit würzigem Milchschaum und Rote-Bete-Chips. Die Hauptspeise "Woldspaziergong endet im Garten auf klana Bärla" ist ein Rehrücken mit Kürbiskernkruste an Heidelbeersoße, dazu Kürbispüree. Das Dessert ist "strunzbesuffn vom Baam gebollert und nebern Maulwurfshügel gelandt" - eine Schokozwetschgenbrandycreme mit Zwetschgenkompott.

Fränkisch, deftig, rustikal - das hatten die Kandidaten von Ilona erwartet. Mit großen Augen bestaunten sie dann die filigran und mit Gespür für die richtigen Proportionen angerichteten Speisen, die aussahen, als kämen sie aus der Küche eines Sterne-Restaurants. Neben der Optik überzeugte der Geschmack auf der ganzen Linie, ebenso das Drumherum: guter Wein, geschmackvolle Tischdekoration, elegantes Geschirr.

Ilona Hascher setzte bei ihrem Menü auf Regionales mit Pfiff. Und ihr Konzept ging auf. Drei mal neun und einmal zehn Punkte. Das ist ein beeindruckendes Jury-Ergebnis, von dem die Köchin im Gegensatz zu den Fernsehzuschauern allerdings erst am Finalabend erfährt. So weiß sie nicht, wie sie im Vergleich zu den anderen abgeschnitten hat. "Aber ich hatte ein gutes Gefühl. Mir ist alles so gelungen, wie ich es mir vorgenommen hatte. Ich war sehr zufrieden mit meinem Dinner."

Am vierten Tag ist die Gruppe, die sich sichtlich gut versteht und an allen Abenden viel Spaß zusammen hat, bei Vivien in Bayreuth eingeladen, bevor am Finaltag Anja aus Thurnau ihr Können zeigt. Auch sie ist eine ambitionierte Köchin und serviert ein feines Menü. "Das war wirklich sehr gut", lobt Ilona die Mitkandidatin. "Nach dem Essen bei ihr hatte ich das Gefühl, dass eine von uns beiden am Ende gewinnen könnte. Anja hätte das genauso verdient."

Doch am Ende freut sich die Kupferbergerin natürlich sehr, dass sie Anja Kramer, die sich starke 35 Punkte holte, tatsächlich übertroffen hat. Ihr Preisgeld will sie gemäß ihrer Leidenschaft für gutes Essen investieren: in eine kulinarische Reise oder einen Hightech-Kühlschrank vielleicht.

Viele Ideen, neue Pläne

Doch Ilona Hascher hat noch mehr Ideen, von denen sie eine auch in der Fernsehshow verrät: ein Restaurant in privater Atmosphäre im eigenen Wohnzimmer. Zutrauen würde sie sich das, "aber es ist letztlich eine Frage, ob sich so etwas rechnet. Mit besten Zutaten und viel Aufwand regional zu kochen, hat seinen Preis, und ein bisschen muss es sich ja auch lohnen."

Sich öffentlich dem Wettbewerb zu stellen, hat der Hobbyköchin viel Spaß gemacht. "Es ist toll zu gewinnen, aber mitgemacht habe ich vor allem, weil ich so etwas mal erleben wollte und neugierig war."

Sich selbst im Fernsehen zu sehen, war schon etwas Besonderes für die 43-Jährige. Ein Erlebnis, das sie durchaus gerne noch einmal wiederholen würde, auch mit noch höheren Ansprüchen: "Als nächstes würde ich mich gerne bei der Kochshow ,The Taste' bewerben."