Es gibt freilich Beispiele, da ist der Begriff so falsch verwendet, dass es einem die Zylinderkopfdichtung aus der Hypophyse wuchtet. Schreibt doch die "Motor Zeitung" über den Herbst, er sei das "Nebel-Dilemma" für Autofahrer. Ein Dilemma ist per Definition "eine Situation, in der man gezwungen ist, sich zwischen zwei gleichermaßen unangenehmen Dingen zu entscheiden". Also zwischen Nebel und Nicht-Nebel, oder wie? Da wirft aber jemand verbal mit Nebelzündkerzen. ..

Das klassischste aller Dilemmata kennen wir: Ein Mann steht zwischen zwei Frauen (oder eine Frau zwischen zwei Männern oder eine Frau zwischen zwei Frauen oder...) Für die Betroffenen eine schmerzvolle Entscheidung. Nur hat dieses Dilemma einen entscheidenden Vorteil: Es betrifft die absolute Mehrheit der anderen Menschen auf dem Planeten nicht! Anders als beim Klimawandilemma.

Das unfassbarste aller Dilemmata aber - und hier schließt sich der Kreis zum Auto - begegnete mir beim Lesen eines Artikels über selbstfahrende Pkw. Es geht um ein schier unlösbares moralisches Problem, mit dem die Programmierer der Fahrzeuge kämpften. Ausgangslage: Ein solches Auto(mat)mobil gerät in eine Situation (Glatteis), in der sich ein Unfall nicht mehr vermeiden lässt. Nun kann der Wagen "entscheiden" gegenzulenken, dabei aber einen Fußgänger zu erfassen, oder aber dieser Person auszuweichen und stattdessen auf ein Hindernis zuzuhalten - den Tod der zu schützenden Insassen in Kauf nehmend. Wie würden Sie handeln? Gut, dass wir keine Autos sind, gell? Ein Mensch am Steuer würde intuitiv immer einem anderen Menschen auszuweichen versuchen, das belegen diverse Tests. Bin mal gespannt, was so ein Algorithmus denkt. Schätze, das werden buchstäblich bewegende Zeiten, nicht nur für Fußgänger.