Cross-Fit-Boxen sind Fitnesstudios, die fast ohne Geräte auskommen. Fitnesstudios, die ausgestattet sind mit Reifen als Sitzgelegenheiten und mit käfigartigen Gestängen an der Wand. In Gestellen gibt es Gewichte, Stangen, Kettleballs und Gestelle, an denen Bauchübungen getätigt werden. Auch einige Rudergeräte und Seile gehören zur Standardausstattung der Boxen. Ralf Weber hat genau so eine Box - im Untergeschoss von Fischer & Jistel. Am Wochenende initiierte Weber in seiner Box eine "Battle", also einen Wettkampf. 49 Athleten aus ganz Deutschland kamen nach Kulmbach - und nahmen an der Herausforderung teil.

Cross-Fit ist eine Mischung aus Ausdauersport, Körpergewichtübungen und Krafttraining, erklärt Ralf Weber selbst. Dabei wird nahezu ohne Geräte trainiert. Cross-Fit-Trainierende rudern, springen Seil, klettern an Seilen hoch und tragen ungewöhnliche Gegenstände. Sie laufen, machen Klimmzüge oder sogenannte Handstand-Push-ups. Dazu begibt man sich in den Handstand und macht dann Liegestütze. Hinzu kommen Klimmzüge, Gewichtheben.

Die Cross-Fit-Bewegung kommt aus den USA und wird auch von militärischen Streitkräften eingesetzt, hat aber inzwischen auch Deutschland erreicht. Inzwischen gibt es in Deutschland rund 190 Boxen und 23 000 Cross-Fitter. Die Mehrzahl der Cross-Fit-Athleten ist männlich, doch auch immer mehr Frauen machen mit. Auch bei der Battle sind viele Frauen dabei. Alle durchtrainiert, super-sportlich und ehrgeizig.

Die Athleten, die an der "Battle" am Wochenende in Kulmbach teilnahmen, wurden in zwei Klassen unterteilt: in die reguläre RX-Klasse und in die "Scaled"-Klasse. Je sieben Teilnehmer traten gegeneinander an - turnten in sieben "Heats" - wie die Crossfitter die Trainingsplätze nennen.

Aus Kulmbach war bei den Athleten Benedikt Weber dabei. Benedikt Weber ist 28 Jahre alt und arbeitet bei der Polizei - in einer Spezialeinheit. Seit eineinhalb Jahren trainiert er in der Box in Kulmbach, vorher hat er Cross-Fit in Nürnberg gemacht. Ganz nebenbei "rudert" sich Benedikt Weber warm. "Der erste Durchgang war eine Katastrophe", findet er. Doch das ist tiefgestapelt. Denn er kam immerhin auf den zweiten Platz und holte auf Anhieb mehr als doppelt so viele Punkte wie die meisten anderen. "Ich setzte jetzt auf den zweiten Durchgang", sagt Benedikt Weber.

Handstand-Push-ups und Gewichtheben steht auf dem Plan. Für Weber eine Paradedisziplin. Als ob das ohne die geringste Kraftanstrengung möglich wäre, geht der 28-Jährige in den Handstand, beugt die Arme, wie bei Liegestützen, drückt sich wieder an der Wand nach oben. Der Kopf schaut nach vorne. Dann eine Runde Gewichtheben - aber nicht einfach mit Schwung die Gewichte nach oben stemmen, sondern es geht darum, in definierten Bewegungen die Hände umzusetzen - und alles möglichst schnell. Sieben Minuten lang. Schon beim Zuschauen kommt man ins Schwitzen. Und mit jeder Einheit werden die Übungen länger. Erst zwei Sätze, dann vier, dann sechs, dann acht, dann zehn.

"Ich mache Cross-Fit seit sechs Jahren", erzählt unterdessen Piet Arlt (27). Piet Arlt hält zwei Becher in der Hand: in einem ist ganz normaler Kaffee - für den Genuss. Im anderen Becher ist ein Eiweißdrink, damit Piet auch gleich eine Super-Leistung bringen kann. Er hat seine "Battle" noch vor sich. "Beim ersten Workout bin ich im Mittelfeld gelandet. Ich kann mich noch steigern", sagt der professionelle Trainer.

Die "Battle" in Kulmbach zieht sich den ganzen Tag. Und zwischen den einzelnen Durchgängen wird gefachsimpelt. Außerdem gibt es natürlich auch ein Sportler-Buffet, um für den nächsten Durchgang gerüstet zu sein. Denn eins ist klar: Jeder Athlet brachte Höchstleistungen bei "Lateral Burpees" (Liegestütz mit Strecksprung über eine Stange), "Deadlifts (100 kg bzw. 70 kg Kreuzheben), "Wall Climps" (aus der Liegeposition rückwärts eine Wand hochsteigen), "Pull-ups" (Klimmzüge mit Kinn über der Stange auf Brusthöhe), "Toes to bar" (mit gestreckten Armen die Füße anheben bis zur Berührung der Klimmzugstange) und anderen Übungen. Insgesamt mussten alle Sportler drei Runden absolvieren.

Und mit Anna Schmidt kam sogar eine Kulmbacherin aufs Siegerpodest - in der Damen Scaled-Gruppe.