Die Mainleuser Gemeinderäte sind vorsichtig und wollen noch mit einem Urteil abwarten, wer denn die Kosten des Wernsteiner Löschwasserbehälters tragen soll. Die Bürger der Gemeinde im Landkreis Kulmbach haben sich ihre Meinung schon gebildet.

So wie Brigitte Raatsie, die nur mit dem Kopf schütteln kann, wenn sie aus ihrem Küchenfenster blickt. Dort sieht die Frau nicht nur das Wernsteiner Schloss, sondern auch den Löschwasserbehlter, der für sie ein hässlicher Betonklotz ist. "Das ist für mich unmöglich." Brigitte Raatsie regt am meisten auf, "dass wir gar nicht gefragt wurden, obwohl es uns direkt betrifft". Ihrer Meinung nach muss deshalb derjenige für die Kosten des Löschwasserbehälters aufkommen, "der es verursacht hat".



"Wer das bezahlt? Dazu muss man den Bürgermeister fragen", sagt auch Klara Putschky, die wie Brigitte Raatsie jeden Tag auf den Löschwasserbehälter schauen
muss.

Dieter Weith von der Pension Maintal in Mainleus wird noch deutlicher: "Herr Adam veräppelt die Gemeinderäte, die ihre Zeit opfern und sich Mühe geben." Seiner Meinung nach muss der Mainleuser Bürgermeister Dieter Adam (FW) für die Fehlentscheidung gerade stehen: "Er kommt aus der Baubranche, er muss wissen, welche Konsequenzen das hat, wenn man einen Schwarzbau hinstellt."

Der Bürgermeister habe sich über einen Gemeinderatsbeschluss hinweggesetzt, in dem klar festgelegt worden sei, wo und wie der Behälter hätte gebaut werden müssen.

Deshalb müsse man prüfen, ob das Verhalten von Adam nicht auch dienstrechtliche Folgen haben muss. Denn: "Für was brauchen wir dann noch den Gemeinderat?", fragt Dieter Weith.

Zum Hintergrund: Bürgermeister Dieter Adam (FW) hatte den Standort des Behälters eigenmächtig verlegt, nachdem festgestellt wurde, dass der eigentliche Standort, wie er vom Gemeinderat bestimmt worden war, nicht geeignet war. An der von Adam bestimmten Stelle wurde dann gebaut. Doch bevor der Betonbau überhaupt richtig fertig wurde, entschied der Gemeinderat jetzt, den Behälter wieder wegreißen zu lassen. Die Gesamtkosten liegen bei fast 50.000 Euro. Die Kosten für den Abriss dürften sich allein bei 10.000 Euro bewegen.