Dieter Geißler ist zufrieden. "Alles ist bisher reibungslos gelaufen, auch die Witterung spielt mit", erklärt der Leiter der Tiefbauabteilung am Landratsamt, wenn er über den Abriss und Neubau der Brücke in Buchau spricht.
Derzeit laufen die Auskofferungsarbeiten für das so genannte Durchlassbauwerk. Im Anschluss folgen die Umlegungsarbeiten für die gemeindliche Kanal- und Wasserleitung. Dann gehe es mit den Fundamenten weiter.

Kritik von Marianne Kolb

Während die Bauarbeiten also ohne Probleme vorangehen, sorgten die Umleitungsstrecke und die Verbindung für Fußgänger in der Gemeinderatssitzung am Montag für Gesprächsstoff. Marianne Kolb (SPD), die im Tal unterhalb der Brücke wohnt, eröffnete die Diskussion mit der Bemerkung, dass die Baustelle "nicht so gut gelaufen" ist. Erst nach dem Abriss habe man sich überlegt, wo die Fußgänger laufen sollen.

Auch die "kleine Umgehung" - gemeint ist damit die Umfahrung der Baustelle über Flurbereinigungswege um Buchau herum - sei erst spät geschottert worden, kritisierte Marianne Kolb. Zudem gebe es keine Ausweichmöglichkeiten, wenn sich zwei Fahrzeuge im Gegenverkehr begegnen. "Man sollte mit den Bauern reden, ob man nicht Ausweichbuchten befestigen kann. Das ist schon sehr dilettantisch", sagte sie.

Dilettantisch?

Doch das wollte Bürgermeister Dieter Adam (FW) so nicht stehen lassen. "Wer so was vorträgt, ist dilettantisch." Man könne nicht extra wegen der Baustelle eine Straße bauen, sagte er mit Blick auf die Umfahrung um den Ort, die nicht die offizielle Umleitungsstrecke sei.

Marianne Kolb entgegnete, dass diese "kleine Umgehung" eine öffentliche Straße sei. Deren Nutzung könne man niemandem verbieten. Überhaupt sehe sie ihre Einlassungen nicht als Angriff auf die Gemeinde, sondern nur als Hinweis.

In die Diskussion mischte sich Norbert Erhardt (CSU) aus Motschenbach ein. Denn auch durch den kleinen Ort kann die Baustelle umgangen werden. "Der Großteil fährt über Motschenbach. Der Verkehr ist deutlich höher geworden", so seine Beobachtung. Deshalb sollte der Kreis die Verbindungswege schottern, nicht die Gemeinde. Dazu entgegnete Erich Luthardt (ABL), dass jeder den Weg nach Motschenbach nutzen darf und die Gemeinde unterhaltspflichtig ist.

Der Kreis habe schon Schotter aufbringen lassen, erklärt im Nachgang zur Sitzung Dieter Geißler vom Landratsamt. "Es ist alles so hergerichtet, dass man fahren kann." Die Feldwege seien tonnage-beschränkt, für Müllabfuhr, Bus und Milchauto gebe es eine Ausnahmegenehmigung. Er legt allerdings Wert auf die Feststellung, dass die offizielle Umleitung über Weismain und Maineck verläuft. Die von Marianne Kolb geforderten Ausweichbuchten sieht er kritisch. "Wir können die nicht einfach auf fremdem Grund anlegen."

Zur Kritik am Fußgänger-Überweg sagte er: "Wir haben uns natürlich vorher Gedanken gemacht. Aber aufgrund der örtlichen Situation mussten wir eine bessere Lösung suchen - und die haben wir gefunden."