Ein Unfall brachte den Feuer-Stein ins Rollen. 2009 war ein Mann mit seinem brennenden Auto in Panik in die Tiefgarage unter der Stadthalle gerauscht und hatte einen Schaden von rund 180 000 Euro angerichtet. Im Zuge der Reparaturarbeiten wurde auch der Brandschutz im Parterre modernisiert. Dabei fragten sich die Verantwortlichen: Wie sieht es eigentlich mit der Feuersicherheit in der Stadthalle selber aus? Die Antwort des beauftragten Gutachters: suboptimal.

"Es war klar, dass ein Gebäude wie die Stadthalle nach 25 Jahren nicht mehr den brandschutztechnischen Anforderungen genügt", sagt Oberbürgermeister Henry Schramm beim Ortstermin. In diesem Moment wuseln Handwerker um ihn herum, verschieben Leitern, ziehen Strippen, verblenden Schlitze für Leitungen. Einer ist damit beschäftigt, die grauen Rauchschutz-Vorhänge im Foyer zu testen und trifft Vorbereitungen für den Einbau der Rauchmelder.


Die Arbeiten gehören zu einem ganzen Maßnahmenbündel. Schramm beziffert die Gesamtkosten dafür auf etwa eine halbe Million Euro. "Es ist klar, dass derlei Eingriffe im Bestand komplizierter und damit wesentlich teurer sind als bei einem Neubau. Aber die gesetzlichen Bestimmungen lassen uns da gar keine andere Wahl, und die Sicherheit der Besucher hat oberste Priorität." Die baulichen Anpassungen würden in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und dem TÜV umgesetzt.

Der teuerste Einzelposten dabei ist die Erweiterung der Brandmeldeanlage mit 90 neuen, über Funk vernetzten Rauchmeldern. Sie werden in den Zwischendecken der Halle eingebaut, um Schutz auch vor versteckten Bränden zu gewährleisten. Preis: 200 000 Euro.

Drei neue Giebelfronten

Annähernd so teuer, nämlich 180 000 Euro, ist die Erneuerung der drei Giebelfronten. Bernd Ohnemüller, Leiter des Hochbauamts, erläutert den Grund für den auch optisch spürbaren Eingriff in die Hallenfassade: "In die vorhandenen Foyer-Fenster müssen Rauchschutzklappen eingebaut werden. Da aber der Umbau der vorhandenen Glas-Holz-Kombination sehr aufwendig wäre und der Gesamtzustand der Fenster ohnehin nicht mehr der beste ist, ist unsere Überlegung, die Giebel komplett auszutauschen." Vorgesehen sei eine Lösung mit Stahl-Unterkonstruktion, verkleidet mit Metallprofilen, die der Witterung länger Stand halten als Holz.

Weitere 50 000 Euro sind veranschlagt für Rauchschutz-Vorhänge im Foyer sowie Brand schutzrollos im Kassenbereich. Diese schließen bei Rauchentwicklung selbsttätig und schützzen die Besucher vor giftigem Qualm. Mit diesem System steht, so Schramm, immer ein rauchfreier Rettungsweg zur Verfügung. Zusätzliche Brandschutztüren sowie alle Metallbauarbeiten schlagen mit 30 000 Euro zu Buche, hinzu kommen 35 000 Euro für Brandabschottungen in Wänden und Decken.

Die diversen Arbeiten sollen im Laufe des Jahres abgeschlossen sein. Sie ließen sich so aufeinander abstimmen, sagt Schramm, dass die Halle nicht geschlossen werden muss und der Veranstaltungsbetrieb ohne Unterbrechung aufrecht erhalten werden kann.

Ausgaben, die nicht ins Auge fallen

"Natürlich wird sich jetzt mancher fragen, ob das nötig ist, die Halle sieht doch noch gut aus", bekundet Schramm, fügt aber gleich hinzu: "Anders als bei Investitionen in die Stadtentwicklung sind das hier eben keine Ausgaben, die ins Auge fallen - aber sie sind unerlässlich für die Sicherheit und dienen dazu, gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden." Für den Brandschutz habe die Stadt in der jüngeren Vergangenheit mehrere hunderttausend Euro ausgegeben, allein eine Viertelmillion im Zuge des Rathaus-Umbaus.