Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Auto? Bei mir war das ein milchig

weißer VW-Käfer mit fast 40 PS und einem Schiebedach zum Selbstaufkurbeln. Obwohl mir der Autoverkäufer damals eindringlich riet, mit dem 1400-Mark-Schnäppchen möglichst keine langen Strecken in Angriff zu nehmen, brachte mich mein "Herbie" bis an den Titisee und nach Berlin.

"Plaste und Elaste aus Schkopau"

Wobei ich einräumen muss, dass mir bei letzterer Fahrt auf der Transit-Autobahn quer durch die DDR beinahe das Herz stehen blieb, als es in Höhe der Elbe-Brücke (da stand immer dieser Turm mit dem Werbeslogan "Plaste und Elaste aus Schkopau) plötzlich fürchterlich zu muffeln begann und ich sofort an einen Motorschaden dachte. "Oh, hätte ich nur auf den Mann vom Autohaus gedacht", schoss es mir durch den Kopf.

Auf eine Panne mitten im sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat hatte ich nun wirklich keine Lust. Ein paar Kilometer weiter hatte ich begriffen, dass es nur die stinkenden Abgase der Leuna-Werke in Bitterfeld ("... wo der Dreck vom Himmel fällt") waren, die mir den Atem nahmen.

Skeptische Mechaniker

"Wir bleiben zusammen, bis der Tüv uns scheidet", stand auf einem der bunten Aufkleber, die ich dezent über kleine und größere Rostfleckchen platziert hatte. Genau dieser Spruch beschäftigt mich derzeit wieder. Unser kleiner roter Zweitwagen muss demnächst zur Hauptuntersuchung, und unsere Werkstatt ist - nun ja, wie soll ich es schreiben - zumindest skeptisch, was die Erfolgsaussichten angeht.

Jetzt spüre ich es wieder, dieses bitterfeld'sche Zittern. Sollte unsere Fahrt mit unserer "Kuni" hier zu Ende sein? Wir haben uns entschieden zu hoffen und zu kämpfen. Morgen kaufe ich erstmal zehn Aufkleber ...