• Ralf aus Stadtsteinach kämpft gegen seltenen Krebs
  • "Tue das in erster Linie für meine Tochter und meine Frau"
  • Krankenkasse stellt sich quer: Ralf hat keinen Pflegegrad
  • Spendenkonto eingerichtet

Während andere noch (vor)letzte Weihnachtseinkäufe tätigen, sitzt Ralf Pettella am Dienstagmorgen wieder im Sanka. Seine Fahrt geht ins 350 Kilometer entfernte Heidelberg. Dort, am Nationalen Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT), nimmt er an einer Studie teil. Für den 58-jährigen Stadtsteinacher mittlerweile Routine, sich diversen Untersuchungen zu unterziehen. Und zu hoffen.

Für Frau und Tochter: Ralf kämpft gegen seltenen Krebs - bewegendes Schicksal

Die Klinik beherbergt zahlreiche Experten für Onkologie, also Krebserkrankungen. Ralf Pettella hat eine besonders seltene Art: einen bösartigen Chordoma-Tumor an der Wirbelsäule; auf sieben Millionen Menschen kommt ein Betroffener. Seit 2019 weiß er von diesem Damoklesschwert in seinem Rücken. Nach einer ersten OP konnte zwar ein Großteil des Tumors entfernt werden - aber der verbliebene Rest scheint inoperabel und spricht auch nicht auf eine Chemo- oder Bestrahlungstherapie an.

Mittlerweile hat sich die Wucherung ihren Weg in den Spinalkanal einzelner Nervenbahnen gesucht - mit der Folge, dass beim 58-Jährigen eine Lähmung ab dem Bauchnabel eingetreten ist. Von der Studie in Heidelberg erhofft er sich, dass sich doch eine Möglichkeit finden lässt, den Gegner im eigenen Körper zu besiegen. "Ich tue das in erster Linie für meine Tochter und meine Frau, deren Leben durch meine Erkrankung schwer belastet ist. Das muss sich ändern, dass drei Existenzen nur noch um die Krankheit kreisen."

Das war lange anders, solche Sorgen weit weg. Der Maschinenbautechniker ist auf der halben Welt tätig: Dubai, Ägypten, Großbritannien, Malaysia. Dann bekommt er scheinbar harmlose Rückenschmerzen - mit den geschilderten extremen Folgen. Ausgang? Ungewiss. Seither ist er unfähig zu arbeiten. "Ich stand quasi über Nacht ohne Einkünfte da. Meine Frau, eine Jordanierin, meine achtjährige Tochter und ich, wir mussten ab da unser Leben von den Ersparnissen bestreiten."

"Habe keinen Pflegegrad": Krankenkasse stellt sich quer

Zurück in Deutschland (seit 2020 lebt er in einer Mietwohnung in Stadtsteinach) muss er ALG 2 beantragen. "Wir sind mittlerweile auf Hartz-IV-Niveau angekommen", sagt er verzweifelt. Seine Frau pflegt ihn, ebenso seine Schwester. "Beide bekommen keinen Cent dafür, denn ich habe keinen Pflegegrad." Deswegen liegt er mit seiner Krankenversicherung im Clinch. Die verweist auf einen Paragrafen im Sozialgesetzbuch - und demnach fehlen Ralf Pettella einige Monate an Einzahlungen in die Pflegeversicherung. "Ich hoffe, dass sich hier bald eine Lösung abzeichnet. Meine Frau kann nicht auf Dauer meine Pflege übernehmen, sie muss mal raus daheim. Sie würde auch gerne arbeiten."

Großzügige Spender

Seit der ersten Berichterstattung über das Schicksal des Stadtsteinachers Anfang Dezember sind im Rahmen unserer Spendenaktion "Franken helfen Franken" bereits knapp 4000 Euro eingegangen. Sie sollen der Familie dabei helfen, in der unsicheren Zeit das Nötigste zu bezahlen. "Ich danke allen, die uns unterstützen, von ganzem Herzen", sagt Ralf Pettella. Die Solidarität macht ihm zusätzlich Mut, den langen Weg der Genesung weiter zu beschreiten. Immerhin schlagen die Medikamente an, die der 58-Jährige in Heidelberg verordnet bekommt. "Dafür lohnen sich die Strapazen allemal."

Spendenverein Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Tageszeitungen wie die Bayerische Rundschau in Kulmbach sowie inFranken.de und FränkischerTag.de jeden Tag rund 600000 Menschen in Franken. Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein "Franken helfen Franken" seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurde seit 2009 deutlich über eine halbe Million Euro von "Franken helfen Franken" vergeben.

Spendenkonto:

Mediengruppe Oberfranken

Franken helfen Franken e.V.

Sparkasse Bamberg

IBAN DE62 7705 0000 0302 1945 01

BIC BYLADEM1SKB

Bitte als Verwendungszweck angeben:

Hilfe für Ralf Pettella