"Schee wor's!" Ein größeres Lob kann es aus dem Munde eines fränkischen Musikliebhabers kaum geben. Und für das Konzert der Hornisten der Bayreuther Festspiele am Donnerstagabend im romantischen Schlosshof in Wernstein war es nicht übertrieben.

An dem Abend passte einfach alles. Das herrliche Ambiente auf Schloss Wernstein, das zu später Stunde in eine traumhafte Abendstimmung eintauchte, und acht Hornisten, die zu den Besten in den deutschen Sinfonieorchestern gehören begeisterten die Besucher.

Auch die Schlossherrin war angetan

Kein Wunder, dass sich auch Schlossherrin Iris von Künßberg von der Begeisterung anstecken ließ: "Es war ein genialer, harmonischer und romantischer Abend, schöner konnte es nicht sein." Mit einem Ansturm von mehr als 500 Besuchern habe sie nicht gerechnet.

Einen besonderen Dank richtete die Schlossherrin an Festspielleiterin Katharina Wagner, die wieder die Genehmigung für dieses Konzert außerhalb Bayreuths erteilt hatte. Der Auftritt sei keine Selbstverständlichkeit, im Gegenteil: "Es ist der freie Tag, den unsere Hornisten dafür opfern."

"Gerne wiedergekommen"

Hornist Josef Weissteiner gab das Kompliment zurück: "Wir sind jedes Jahr begeistert, hier in dem wunderschönen Schlosshof spielen zu dürfen und wir sind gerne wiedergekommen."

Eröffnet wurde das Konzert traditionell mit der Maisel-Fanfare, die einst Manfred Klier für die Hornisten der Bayreuther Festspiele geschrieben wurde. Weiter ging es mit der Barock-Suite von Michael Praetorius.

Acht geniale Musiker

Frank Demmler von der Staatsoper "Unter den Linden" in Berlin übernahm locker und charmant den Part des Moderators. Nach den barocken Klängen ging es in die Romantik mit einem "Wach-auf-Chor" aus Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg". Während der Umbauphasen - die Musiker nutzten auch den mächtigen Treppenaufgang zum Schloss als Bühne - stellte Frank Demmler seine Kollegen vor. Dies waren Norbert Botsch und David Brox (beide Deutsche Oper, Berlin), Josef Weissteiner (SWR-Sinfonie Orchester, Stuttgart), Adrian Diaz-Martinez (NDR-Elbphilharmonieorchester, Hamburg), Daniel Emper und Frank Stephan (beide Rundfunk-Sinfonieorchester, Berlin) und Thomas Ruh (Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks), der heuer zum 20. Mal bei den Wagner-Festspielen dabei ist.

Auf die Frage von Demmler, was denn sein schönstes Erlebnis in diesen zwei Jahrzehnten gewesen sei, antwortete Thomas Ruh salomonisch: "Das ist schwer zu sagen, aber ich denke das waren die Wernstein-Konzerte."

"Eine tolle Location"

Der Spanier Adrian Diaz-Martinez feierte sei Debüt und zeigte sich sehr beeindruckt: "Ich bin begeistert, dass so viele Leute gekommen sind. Das ist eine tolle Location.‘"

Als nächster Programmpunkt war ein "Wald- und Wiesenblock" zu hören. Die Hornisten intonierten auch bekannte Lieder wie "Am Brunnen vor dem Tore" oder "Im schönsten Wiesengrunde" und luden damit zum Mitsingen ein. Das freute den Schwarzacher Musiklehrer Kurt Nagel: "Dass das deutsche Volkslied nach wie vor hohes Kulturgut sein kann, haben die Hornisten in eindrucksvoller, perfekter Weise bewiesen."

Es folgte die "Lohengrin-Phantasie", eines der beliebtesten Stücke bei den Bayreuther Festspielen. Raimund Meck, pensionierter Musikschulleiter mit Wohnsitz im Landkreis Kulmbach, zog bereits zur Pause sein Fazit: "Wunderschön, ganz herrlich! Mir hat bisher alles gefallen."

Zwei Zugaben

Nach der Pause teilten sich die Hornisten wieder in zwei Blöcke auf und warfen sich die Töne gegenseitig zu. Zu hören waren Jagdfanfaren, unter anderem aus der romantischen Oper "Der Freischütz" von Carl Maria von Weber. Das Konzert endete mit dem "Abendsegen" aus der Oper "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck. Ohne zwei Zugaben wurden die Hornisten allerdings nicht zum "Small-Talk" in der Festscheune entlassen.