Zu einem Neustart des Wartenfelser Berg- und Heimatfestes kommt es am Sonntag, 6. Juli. Der Musikverein hat die Veranstaltung wieder aus der Taufe gehoben. Gefeiert wird auf dem Gelände rund um die Frankenwaldhütte, neben dem Spielplatz und dem Feuerwehrhaus. Vorsitzender Dominik Schmidt erläutert Einzelheiten.

Was muss man sich unter dem Revival vorstellen?
Dominik Schmidt: Fürs erste Bergfest nach zwölf Jahren haben wir vorerst im kleinen Stil geplant, weil keiner weiß, was auf uns zukommt. Das Fest hat eine riesige Tradition, von daher hoffen wir natürlich auf gutes Wetter und eine gute Resonanz. Es soll eine Art Familiennachmittag an der Frankenwaldhütte werden, der vom Musikverein ausgestaltet wird. In diesem Rahmen möchten wir uns bei langjährigen Mitgliedern für die Treue bedanken und sie auszeichnen.
Außerdem wird Kreisvorsitzender Heinrich Ramming zwei Nachwuchsmusikerinnen ehren. Ich habe in den letzten Tagen festgestellt, dass wieder ein gewisser Stolz auf unseren Musikverein da ist. Das ist für mich nach schlimmen Jahren und schlechtem Ruf überwältigend.

Bis wann gab es das Berg- und Heimatfest - und warum wurde es dann nicht mehr gefeiert?
Es war d a s Fest in Wartenfels und wurde kurz nach der Vereinsgründung 1969 zum ersten Mal durchgeführt. Meist wurde zwei oder drei Tage lang am Sportgelände unter Lindenbäumen gefeiert - mit Tanzbruck, Festzelt und allem Drum und Dran. Die Tradition dauerte bis 2002. Bis dahin konnte das Fest zumindest mit Gastkapellen aufrecht erhalten werden. Aber nach internen Differenzen unter den Aktiven ist deren Zahl 2002/2003 auf sechs eingebrochen. Da war natürlich so ein Fest nicht mehr durchführbar.

Warum ruft der Musikverein das Fest jetzt wieder ins Leben?
Ich bin nach meinem Umzug nach Wartenfels vor sechs Jahren - damals hatte der Verein eben sechs Aktive - in den Musikverein eingetreten. Ich war damals im Ausschuss dabei, Vorsitzender war Peter Lehnert. Seit fast drei Jahren darf ich nun Vorsitzender sein und den positiven Trend weiterführen. Ich mag alte Bräuche und will die Tradition erhalten. Ich habe ja auch das Wirtshaussingen im Januar wieder durchgeführt.


Ehrenmitglied gab den Anstoß

Wir haben vor zwei Jahren erstmals das Kerwa-Rumspieln in Wartenfels übernommen, letztes Jahr erstmals seit vielen Jahren eine große Kirchenparade zur Kerwa veranstaltet und ein Weihnachtskonzert gegeben. Heuer haben wir einen Weckruf zu Fronleichnam gespielt, und selbstverständlich rufen wir jetzt das Berg- und Heimatfest wieder ins Leben. Ehrenmitglied Leander Stöcker war ein Herzblut-Musiker und ist immer noch bei unseren Vorstandstreffen als Ältestenrat dabei. Aus seinen Erzählungen hat sich für mich die Vision ergeben, wieder einmal ein Bergfest durchführen zu können. Nach meinem konkreten Vorschlag im Jahr 2013 haben wir dann entschieden, es wieder zu machen. Die Wiederauferstehung des Festes möchte ich Leander und den Gründungsmitgliedern widmen.

Wie sieht es mit der Musik aus?
Ja, unsere Musiker vom Musikverein Wartenfels werden aufspielen. Früher war meist eine Gastkapelle eingeladen. Da wir aber nicht wissen, wie die Resonanz sein wird, wäre es ein finanzielles Wagnis. Deshalb verzichten wir im ersten Jahr darauf.

Wie lange hat der Musikverein geprobt, und was wird geboten?
Wir hatten nach dem beruflich bedingten Wegzug von Stefanie Mücke ein Jahr lang keinen Verantwortlichen für die musikalische Leitung. Im März 2013 konnten wir mit Walter Wich-Herrlein aus Marktrodach wieder einen Dirigenten gewinnen. Seitdem haben wir unser Spektrum ausbauen und in kontinuierlicher Probenarbeit aufs Bergfest hinarbeiten können.

Gibt es nur Blasmusik oder auch eine Überraschung?
Ich will nicht zu viel verraten, da wir noch die "heißen" Tage überstehen müssen. Wir möchten uns vom Musikstil etwas absetzen von unseren Nachbarvereinen. Die Böhmische oder Oberkrainer Blasmusik ist zwar noch zeitgemäß, begeistert jedoch nicht jeden. Außerdem ist sie oft für die Musiker sehr anspruchsvoll, was aber beim Publikum oft nicht rüberkommt. Die wichtigsten und bekanntesten Stücke der Böhmischen Blasmusik haben wir selbstverständlich im Repertoire. Aber wir haben das ein oder andere Stimmungslied, auch im Dixiestyle, eingeübt. Und als Highlight haben wir ein Medley von Helene Fischer geplant.

Wie viele Aktive sind jetzt dabei?
Wir kommen nun erfreulicherweise auf 18 bis 19 Musiker, und wir haben noch zwei Klarinettistinnen in der Ausbildung.

Wird beim Bergfest auch für die junge Generation etwas geboten?
Na klar, Muffins, Spielplatz - und Helene Fischer. Für den Neustart haben wir explizit noch nichts ganz Großes geplant. Aber bei einer eventuellen Fortsetzung könnte man eine Bar oder so etwas aufbauen. Das steht aber noch in den Sternen.

So ein Fest erfordert einen Wahnsinnsaufwand. Wie stemmt der Musikverein das?
Wir haben ein partnerschaftliches Abkommen mit dem Frankenwaldverein. Wir haben die Ortsgruppe zum Kerwa-Rumspieln musikalisch unterstützt, woraufhin sie sich bereit erklärt hat, uns beim Bergfest zu helfen. Unsere Aktiven sind ja musikalisch ausreichend ausgelastet, so dass unsere Vorstandsmitglieder und unsere Eltern uns tatkräftig unterstützen. Außerdem habe ich in den letzten Wochen eine große Solidarität der Dorfgemeinschaft erfahren dürfen.

Und die finanzielle Seite?
Unsere Lage hat sich natürlich in all den Jahren nicht wirklich verbessert. Es gab nur wenige Einnahmen, wir hatten aber deutlich mehr Ausgaben, und die schlugen zu Buche. Um unsere erfolgreiche Jugend- und Nachwuchsarbeit weiter zu führen, müssen wir immer wieder Zeit und vor allem Geld in die Hand nehmen. Die hoffentlich guten Einnahmen aus dem Fest brauchen wir dringend für den Nachwuchs. Wir möchten nämlich Uniformen kaufen. Und die kosten wahnsinnig viel Geld. Also hoffen wir, dass Viele kommen.

Das Gespräch führte Sonja Adam.