Idylle pur am Oberauhof: Während die Kulmbacherin Marion Wozniak und ihre Freundin Tanja Elfert aus Bayreuth auf der Liegewiese die Sonnenstrahlen genießen, wagen sich ganz Hartgesottene schon mal ins Wasser, dessen Temperatur die Zehn-Grad-Grenze gefühlt erst vor kurzem überschritten hat. Ganz ruhig lässt es Hermann Heinen angehen. "Das ist herrlich hier, man hat einen traumhaften Blick", schwärmt der Rheinland-Pfälzer, der auf seiner Wohnmobil-Tour in Kulmbach Halt gemacht hat und sich im Biergarten ein Dunkles schmecken lässt.

Vom Mönchshof an die Mainauen

Die Frau, die ihm das Bier serviert, heißt Christine Kern und ist die neue Pächterin des Gastronomiebetriebes.
"Ich habe den schönsten Arbeitsplatz in Kulmbach", sagt Kern, die mit ihrem Mann Dieter über fünf Jahre den Mönchshof-Biergarten betrieben hat und in dieser Saison an die Mainauen gewechselt ist.

Badeverbot war verhängt worden

Und in der Tat: An diesen frühsommerlichen Tagen zeigt sich der Oberauhof von seiner besten Seite. Auch die Angler kommen auf ihre Kosten. Nichts erinnert mehr an den vergangenen Sommer, als ein Blaualgen-Teppich den See eingenommen und Besucher verjagt hatte. Ein Badeverbot war verhängt und erst wieder aufgehoben worden, als nach Untersuchungen feststand, dass keine toxischen Stoffe freigesetzt worden sind.

Wasser wird regelmäßig kontrolliert

Das Wasser wurde jetzt zum Saisonstart routinemäßig kontrolliert. Es wurden und werden weiterhin monatlich Proben entnommen, die vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen ausgewertet werden. "Die Wasserqualität ist derzeit nicht zu beanstanden", sagt Joachim Steiß, der beim Gesundheitsamt in Kulmbach Hygienekontrolleur ist. Dem Badespaß 2015 steht also nichts im Weg.

"Ein gefragtes Ausflugsziel"

Eine Garantie dafür, dass die Kieswäsch von einer Algenplage verschont bleibt, gibt es allerdings nicht. Schließlich ist es ein Naturgewässer. Vorkehrungen wurden aber getroffen: Der städtische Bauhof hat im zeitigen Frühjahr eine komplette Uferreinigung durchgeführt, angeschwemmtes Reisig, Laub und andere Fremdstoffe eingesammelt und entsorgt. Das soll dazu beitragen, dass möglichst wenig organische Stoffe in das Wasser gelangen und das Algenwachstum gering gehalten wird. "Unsere Kieswäsch ist ein gefragtes Ausflugsziel. Deshalb ist es wichtig, dass zum Start in die neue Saison alles gut in Schuss ist", sagt Kulmbachs Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU).

Kein Auslaufmodell

"Die Kieswäsch ist hinüber." Das hatte der letztjährige Kioskbetreiber Baptist Höfner erklärt und sich nach der Saison verabschiedet. Dass das Naherholungsgebiet kein Auslaufmodell ist, davon sind seine Nachfolger allerdings überzeugt. Die Kieswäsch sei ein attraktives Naherholungsgebiet, das Badegäste, Angler, Wanderer, Radler, aber auch Surfer locke, erklärt Wirtin Christine Kern, die sich noch einen Wohnmobil-Stellplatz wünscht, damit die Attraktivität weiter gesteigert wird.

"Die Lage ist top"

Dass sich ein solcher Stellplatz an den Mainauen durchaus lohnen würde, davon ist Hermann Heinen überzeugt. "Denn die Lage ist absolut top", sagt der Wohnmobil-Besitzer aus Bad Neuenahr, der seinen Urlaubstag am Oberauhof in vollen Zügen genießt.