Das ältere Paar, bepackt mit Einkaufstüten, nahm's gelassen: "Geh'n wir halt noch einen Cappuccino trinken."

Andere waren zu so viel Gleichmut nicht in der Lage: Etliche Dutzend Menschen harrten am Montagvormittag auf dem Eku-Platz ungeduldig auf den Moment, zu dem der Zugang zur Tiefgarage wieder frei war, um ihr Auto dort herauszuholen.

Autobesitzer setzt Notruf ab

Ausgebremst worden waren die Autofahrer von einem Brand, der kurz vor 10 Uhr in der Tiefgarage ausgebrochen war. Ein blauer Golf mit Kulmbacher Kennzeichen hatte zu brennen begonnen. Dem Autobesitzer gelang es noch selbst, einen Notruf abzusetzen und die Tiefgarage zu verlassen, die innerhalb kürzester Zeit von beißendem Qualm erfüllt war.

Keine leichte Aufgabe für die Feuerwehren, wie Yves Wächter, Pressesprecher für die Feuerwehren im Landkreis Kulmbach, erläutert. Zum einen werde es in einem geschlossenen Raum wie einer Tiefgarage sehr schnell sehr heiß, zum anderen betrage in einem solchen verqualmten Raum die Sicht gleich Null. "Da muss man erst einmal den Brandort suchen."

Neben der Feuerwehr Kulmbach waren die Wehren aus Höferänger, Lehenthal, Kirchleus, Kauerndorf, Leuchau und Mainleus sowie die sogenannte Atemschutzlogistik aus Stadtsteinach alarmiert worden. Der Rettungsdienst des BRK war mit 21 Helfern vor Ort. Auch das THW war in Alarmbereitschaft versetzt worden.

Die Einsatzleitung lag in den Händen von Markus Babo von der Kulmbacher Feuerwehr, der von Michael Weich und Yves Wächter als Abschnittsleiter unterstützt wurde.

Von 15 Atemschutztrupps kamen letztlich 12 zum Einsatz - zum Teil zur Brandbekämpfung selbst, zum Teil zur Personensuche, die in solchen Fällen durchgeführt wird, sobald der Raum soweit entraucht worden ist, dass wieder freie Sicht besteht. "Es kann ja möglich sein, dass sich in einem der Autos in der Tiefgarage ein Mensch oder ein Tier befunden hat oder dass jemand, der auf dem Weg vom Auto zum Ausgang war, im Qualm umgekippt ist", so Yves Wächter.

Glücklicherweise war dies am Montag nicht der Fall, und so fällt die Bilanz relativ unspektakulär aus: Drei Personen, darunter der Autobesitzer, erlitten leichte Rauchvergiftungen, die medizinisch behandelt wurden. Die Besitzerin eines in der Tiefgarage geparkten Pkw, der bei dem Feuer in Mitleidenschaft gezogen wurde, erlitt einen leichten Schock.

Zweiter Pkw beschädigt

Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Polizei übernommen, die derzeit von einem technischen Defekt ausgeht. Der Sachschaden lässt sich noch nicht exakt beziffern. Der Golf hat wohl nur noch Schrottwert, das daneben stehende Auto wurde erheblich beschädigt.

Nicht abzusehen ist derzeit, ob die Betonsäulen durch die große Hitze Schaden genommen haben. "Das muss ein Statiker prüfen", so Peter Hübner, Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach. Bis diese Frage geklärt ist, bleibt die Tiefgarage gesperrt.

Nach gut zwei Stunden wurde die Tiefgarage wieder geöffnet, die Autofahrer konnten ihre Fahrzeuge endlich herausholen.

Während des Einsatzes kam es in der Innenstadt zu massiven Verkehrsbehinderungen. Wegen zahlreicher Rettungsfahrzeuge war am großen Kreisel und auf einem Teilstück der Grabenstraße kein Durchkommen, so dass der gesamte Verkehr stadtauswärts durch Fischergasse und Pörbitscher Weg floss. Von der Einmündung in den Schwedensteg bis zur Ampel an der Kronacher Straße ging es für die Autofahrer deshalb nur stockend voran.