Ein Garten kann vieles sein: Entspannungsort, Fitnessparcours, Spielparadies oder Schlaraffenland für Selbstversorger. Im Idealfall bietet er wohl von allem etwas, doch gerade der letztgenannte Aspekt reizt immer mehr Gartenbesitzer, die gerne frisch und gesund essen möchten. Deshalb widmen wir einen Schwerpunkt unserer "Traumgarten"-Serie dieses Jahr dem Thema Selbstversorgung. Lohnt sich der Aufwand? Kann man in einem privaten Garten so viel anbauen und ernten, dass man sich davon ernähren kann?


Aufwand richtig einschätzen


Nebenbei klappt das sicher kaum, denn Gartenbau macht Arbeit und kostet viel Zeit.
Wer berufstätig ist und nicht seine gesamte Freizeit mit der Bewirtschaftung großer Flächen verbringen möchte, sollte seine Ziele nicht zu hoch stecken und seine Beete nach und nach im Rahmen der eigenen Möglichkeiten erweitern, sagt Praxislehrerin Regina Burkhardt, die am Amt für Landwirtschaft in Kulmbach, Abteilung Hauswirtschaft, die Studierenden auch im Fach Hausgartenbau anleitet.

Eine der Studierenden ist Sonja Popp aus Oberzettlitz, die ihren Garten für den praktischen Unterricht zur Verfügung gestellt hat. Hier zeigt Regina Burkhardt von A bis Z, wie man mit überschaubarem Aufwand leckeres Gemüse und Obst selbst erzeugen kann.

Wer säen, pflanzen und etwas ernten möchte, braucht erst mal ein Beet, am besten mehrere. Die Familie Popp hat da bereits ausgezeichnete Vorarbeit geleistet: Es gibt eine große Beetfläche mit gutem Gartenboden, dazu noch fünf stattliche Hochbeete.

Los geht's für die Studierenden mit der Vorbereitung der Beete: "1,20 Meter ist eine ideale Breite, damit man von beiden Seiten gut an alle Pflanzen herankommt", rät Regina Burkhardt. Damit es nicht krumm und schief wird, werden die Einzelbeete mit einer Richtschnur abgeteilt, dazwischen kleine Wege gestampft. Die Erde wird aufgelockert, mit einem Rechen schön glatt gezogen. Als oberste Schicht bringen die Frauen Kompost auf: "Drei Liter pro Quadratmeter sind ideal."

Gute Organisation ist der Lehrerin wichtig: "Gleiche Arbeiten immer zugleich erledigen" impft sie den Frauen ein. So werden nach dem Einebnen aller Flächen alle Saat- und Pflanzrillen gezogen, danach erst die Samen und Pflänzchen in die Erde gebracht. Dabei verrät die Praxislehrerin wertvolle Tipps zur Anbau-Reihenfolge, die jedem Hobbygärtner das Leben erleichtern können.


Gierige und bescheidene Pflanzen


Beete mit viel Kompost, vor allem frisch angelegte Hochbeete, sollte man im ersten Jahr nur mit Starkzehrern wie Zucchini, Kürbis, Tomaten, Paprika, Auberginen, Sellerie und Kohl bestücken, die viele Nährstoffe benötigen und diese auch vertragen können. Im zweiten Jahr sind die Mittelzehrer an der Reihe: Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Möhren, Lauch, Rettich, Rote Bete oder Zwiebeln gehören dazu. Die bescheidenen Schwachzehrer kommen im dritten Jahr mit den Rest-Nährstoffen aus: Buschbohnen, Erbsen, Salate und Kräuter zum Beispiel. Danach kann das Beet wieder mit Kompost angereichert werden, und der Kreislauf beginnt erneut.

Mit viel Freude setzten die Frauen, die sich in ihrer eineinhalbjährigen Ausbildung auf die Abschlussprüfug zur Hauswirtschafterin vorbereiten, die Tipps um. Die meisten von ihnen werden das Gelernte auch zu Hause anwenden: Frisch aus dem Garten schmeckt es halt einfach am besten!