Und wieder geht ein Stück Kulmbacher Sportgeschichte zu Ende. Denn die Faustballerinnen des ATS Kulmbach werden sich am Saisonende nach zuletzt siebenjähriger Zugehörigkeit aus der 1. Bundesliga Süd zurückziehen.

Dabei stand man noch 2012 im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Doch nun fehlt das Personal. Faustball ist halt kein Volkssport. Gerade mal ein paar Mädchen und Damen finden sich im Landkreis Kulmbach, die in ihrer Freizeit beim ATS Kulmbach den Ball über die Leine schlagen wollen. Und wenn die aus beruflichen oder familiären Gründen aus der Region fortgehen, sieht es zappenduster aus. Und aus der Jugend kommt nichts nach.

Das war einmal ganz anders. Noch in den achtziger Jahren spielten die Herren des ATS Kulmbach in der 1. Bundesliga, in den Neunzigern zogen die Damen ins Oberhaus ein.
Und sie sorgten 1999 unter Trainer Udo Riediger mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der Halle für einen wohl einmaligen Erfolg. Der ATS war im gleichen Jahr sogar Gastgeber für den Europapokal-Wettbewerb und belegte dabei Platz 3. Auch um den Nachwuchs war es seinerzeit gut bestellt. 2006 richtete der ATS die Deutsche A-Jugend-Meisterschaft in der Sporthalle Weiher aus und wurde mit seinen Mädels sogar Zweiter.

Den Faustballer des ATS geht es derzeit genauso wie einst den Radballern . Immer weniger interessieren sich für diese einst so populären Sportarten. Wer weiß noch, dass der ATS mit den Brüdern und Willi Pensel 1955 und 1957 sogar Weltmeister stellten? Es ist zu hoffen, dass Radballern und Faustballern das gelingt, was die ATS-Boxer geschafft haben: ein Comeback.