Im Landratsamt Kulmbach läuft am Sonntagabend alles zusammen. "Wir erhalten alle Ergebnisse der Wahllokale des Wahlkreises 240 und geben das Resultat an den Landeswahlleiter weiter", sagt Christine Sack, Mitarbeiterin im Wahlbüro. Doch was sich so einfach anhört, erfordert genaue Planung und exakte Regeln. Wir haben einige Fakten aufgelistet.

Wahlkreis
Der Wahlkreis 240 besteht aus insgesamt 52 Kommunen. Die meisten Wahlberechtigten kommen aus den 22 Städten, Märkten und Gemeinden des Landkreises Kulmbach, wo nach Schätzung des Landratsamtes 59 657 Menschen wahlberechtigt sind - 850 weniger als vor vier Jahren. "Die genaue Zahl wird erst bei der amtlichen Auszählung nach der Wahl exakt abgeglichen", erläutert Christine Sack. Zum Beispiel beeinflussen Todesfälle zwischen Wahlbenachrichtigung und Wahltag die Zahl der Wahlberechtigten. Weiterhin gehören zum Wahlkreis die elf Kommunen des Landkreises Lichtenfels (etwa 55 000 Wahlberechtigte) und 19 Kommunen des nördlichen Landkreises Bamberg (etwa 57 000 Wahlberechtigte).

Wahllokale
Insgesamt gibt es im Wahlkreis 400 Wahllokale (2013: 399). "Wie viele es gibt und wo sie sind, teilen die Kommunen ein", sagt Christine Sack. 102 Wahllokale wurden eigens für Briefwahl-Stimmzettel eingerichtet - 17 mehr als 2013. Dafür gibt es 16 Urnenwahllokale weniger.

Im Landkreis Kulmbach gibt es insgesamt 131 Wahllokale; 99 "normale" und 32 für Briefwähler. Auf ein Wahllokal kommen damit im Schnitt 455 Bürger. Etwas mehr Wahlstellen gibt es mit 148 im benachbarten Landkreis Lichtenfels (34 davon für Briefwahl). Auf ein Wahllokal kommen im Schnitt 372 Wahlberechtigte. Im nördlichen Kreis Bamberg gibt es 121 Wahllokale, davon 36 für Briefwähler. Ein Wahllokal umfasst dort im Schnitt 471 Wahlberechtigte.

Wahlzeiten
Die Wahllokale haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Und auch für Briefwähler, die ihren Wahlschein schon erhalten, aber noch nicht abgegeben haben, ist es noch nicht zu spät. Die Briefkästen der auf dem Wahlschein angegebenen Wahlbehörden werden am Sonntag um 18 Uhr noch einmal geleert. Christine Sack: "Was bis dahin noch eingeschmissen wurde, zählt. Die Briefe, die danach ankommen, werden vermerkt, aber nicht ausgewertet und nach einer Zeit vernichtet."

Wahlvorstände
Zum Öffnen der Urnen werden pro Wahllokal mindestens fünf Wahlhelfer benötigt. Neun ist das Maximum. Insgesamt sind im Landkreis Kulmbach also mindestens 655 und im gesamten Wahlkreis mindestens 2000 Wahlhelfer im Einsatz. Sie öffnen ab 18 Uhr die Urnen, sortieren die ungültigen Stimmzettel aus und zählen die gültigen.

Die Vorstände der Briefwahllokale beginnen ihre Arbeit früher. Sie öffnen schon am Nachmittag die roten Wahlscheine und überprüfen, ob die Erklärung nach Eides statt korrekt ausgefüllt ist. Anschließend werfen sie die blauen Stimmzettel-Umschläge in die Urnen ein, die auch erst ab 18 Uhr geöffnet werden. Das ausgezählte Ergebnis jedes einzelnen Wahllokals wird handschriftlich auf einer Urkunde vermerkt und von allen an der Auszählung Beteiligten unterschrieben.

Briefwahl
Genaue Zahlen, wie viele Briefwahlscheine beantragt wurden, hat das Landratsamt noch nicht. Erste Rückmeldungen aus den Kommunen ergeben aber eine eindeutige Tendenz: Die Briefwahl wird immer beliebter. Waren es 2013 bundesweit 24 Prozent, die nicht in der Wahlkabine abgestimmt haben, werden diesmal in einigen Wahllokalen - vor allem in größeren Orten wie Kulmbach und Mainleus - Werte über 30 Prozent erwartet. Christine Sack findet diese Entwicklung bedenklich: "Nur in der Wahlkabine ist die Wahl zu 100 Prozent frei und geheim."

Ergebnisse
Nachdem die Wahlvorstände ihre Ergebnis-Niederschriften unterzeichnet haben, werden die Resultate per Schnellmeldung an das Landratsamt übermittelt. Die Behörde veröffentlicht die Werte der eingegangenen Wahllokale auf ihrer Internetseite.

Nach Eingang aller Ergebnisse wird das Resultat im Wahlkreis an den Landeswahlleiter in München gemeldet, der dies wiederum an den Bundeswahlleiter in Berlin weitergibt. Vollkommen amtlich wird das Ergebnis im Wahlkreis allerdings erst am Donnerstag, 28. September. Dann tagt im Kulmbacher Landratsamt der Kreiswahlausschuss. Er überprüft, ob die gemeldeten Zahlen der Wahlvorstände verglichen mit der Zahl der Stimmberechtigten ein stimmiges Bild ergeben und wirft einen Blick auf die als ungültig gemeldeten Stimmzettel. Christine Sack: "Das ist sehr wichtig, hat aber kaum Einfluss auf das Ergebnis. 2013 wurde ein einziger Stimmzettel anders bewertet."