Eine Baustelle verursacht Lärm und Staub, die Nachbarn sind genervt, Ärger ist unvermeidlich. Das ist der Normalfall - der bei der Komplettsanierung des BRK-Altenheims in Marktleugast nicht eingetreten ist. Dabei hat die Baustelle zwei Jahre gedauert.

"Bei so einem Umbau geht's nicht anders, da gibt's mal Krach und Dreck", sagt Robert Schott. Er muss es wissen, denn der 79-Jährige hat früher am Bau gearbeitet. Der Heimbeiratsvorsitzende spricht für seinen Mitbewohner: "Die Leute hatten Verständnis. Wir wussten ja, dass es mal wieder aufhört."

Als Experte hat sich Robert Schott besonders für die Arbeiten und den Baufortschritt interessiert. Aufgefallen ist dem 79-Jährigen: "Früher war unser Beruf härter, körperlich anstrengender. Heute haben sie Maschinen, die wir früher nicht hatten." Seit kurzem sieht das Dr.-Julius-Flierl-Seniorenheim aus wie aus dem Ei gepellt, und sein Fazit fällt positiv aus: "Die Sache ist gut geworden. Ich bin zufrieden."


"Schlimmer vorgestellt"

Da mag Thomas Hammer, der das Haus seit sechs Jahren leitet, nicht widersprechen. "Es war eine Komplettsanierung für 3,5 Millionen Euro, aber richtig schiefgelaufen ist nichts. Ich hab's mir schlimmer vorgestellt", sagt der Heimleiter. Die Absprachen mit dem Generalunternehmer Kienbaum aus Bayreuth hätten gut geklappt. "Und die 80 Mitarbeiter, die zum Teil große Umwege in Kauf nehmen mussten, die Bewohnern und deren Angehöre haben alle an einem Strang gezogen. Es gab fast keine Beschwerden."

Dabei ist die Baustelle sehr aufwendig gewesen. Man hat während der Bauphase die Bettenzahl von 86 auf 78 reduziert und abschnittsweise gearbeitet. "Wo frei war, wurde gearbeitet. Die Bewohner mussten deshalb einmal umziehen", erläutert Thomas Hammer, der im Mai eine Einweihungsfeier plant.

Die Grundsubstanz des Neubaus aus den neunziger Jahren sei gut gewesen, berichtet Hammer. Aber im Innenbereich ist fast alles erneuert worden: Elektroinstallation, Fußböden, Anstrich, Beleuchtung und Brandschutz. In allen Zimmern sind Niedrigflurbetten aufgestellt worden, so dass niemand mehr aus dem Bett fallen kann. Bei dementen Bewohnern kann man so auf freiheitsentziehende Maßnahmen verzichten. Wo möglich, ist das Haus barrierefrei und rollstuhlgerecht geworden. Wärme und Strom erzeugt ein Blockheizkraftwerk.


Haupteingang auf der Südseite

Auch die Verwaltung hat neue Büros bekommen, gleich beim neuen Haupteingang, der auf die Südseite verlagert worden ist. Dies hat den Vorteil, dass Publikumsverkehr und Wirtschaftshof, wo 20 Mitarbeiter des Sozialdienstes und von Essen auf Rädern arbeiten, getrennt sind.

Der neue Eingangsbereich mit der markant-geschwungenen Dachform ist jetzt schon das neue Wahrzeichen des BRK-Seniorenheims. Dem Heimbeiratsvorsitzenden gefällt die Architektur gut. Genauso wie der neu angelegte Garten, der von den fünf Wohngruppen problemlos zu erreichen ist. Auf den Wegen kann man mit Rollstuhl oder Rollator gut fahren. "Schön geworden", meint Robert Schott.



Serie: 125 Jahre BRK Kulmbach

Jubiläum Der BRK-Kreisverband Kulmbach feiert heuer sein 125-jähriges Bestehen. Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, die Arbeit des Bayerischen Roten Kreuzes im Raum Kulmbach mit einer Artikelserie darzustellen.