Ende Juli 2017: Der Zentralparkplatz ist neu gestaltet, das Bierfest kann beginnen, und auch die Alte Feuerwache ist wieder geöffnet. Schön wär's. Das Gerücht, das derzeit in Kulmbach die Runde macht und demzufolge das insolvente Szenelokal von den Betreibern des Bayreuther Wirtshauses "Oskar" übernommen wird, ist leider nur ein solches.

Abwegig wäre dieses Engagement freilich nicht. Das "Oskar" mitten in der Fußgängerzone der Wagnerstadt gehört zum Portfolio der Firma "Gastro.Concepte", deren Inhaber Thomas und Ute Wenk sind. Beide gelten als ausgewiesene Gastronomie-Experten mit langjähriger Erfahrung bei Neukonzeptionen und im Krisenmanagement. Neben dem "Oskar" - dort ist auch Andrea Bauernfeind als dritte Geschäftsführerin tätig - betreiben sie noch die Bayreuther Lokale "Roxy", "Rossi", "Sinnopoli" und den Aktienkeller sowie die PizzaRia und PastaRia Betriebs-GmbH.


"Nie ein Thema"

Aber jetzt noch eine Außenstelle in Kulmbach? "Völliger Quatsch", entfährt es Ute Wenk wie aus der Pistole geschossen, als sie von der BR mit den Kulmbacher Gerüchten konfrontiert wird. "Das war für uns nie ein Thema. Wir haben in Bayreuth unsere Lokale und sind damit gut ausgelastet. Erst in diesem Jahr haben wir mit dem ,Liebesbier' ein wunderschönes Projekt verwirklicht." Ob sie sich erklären kann, wie solche Äußerungen zustande kommen? "Ja, das frage ich mich auch jedesmal, wo solche Gerüchte herkommen."


Die Ereignisse im Rückblick

Doch zurück nach Kulmbach. Das Anwesen Grabenstraße 4 ist im Besitz der Vermögensverwaltung (VVG) Singer, Spindler GbR in Bayreuth. Mieter ist die Kulmbacher Brauerei, Untermieter und Inhaber der Feuerwache GbR waren bis zum Aus für das Lokal Otto Krug und Günther Geuther. Letztere hatten am 11. Juli dieses Jahres den Gang zum Insolvenzgericht antreten müssen. Die Entscheidung begründeten beide neben der "generell schwierigen Lage in der Gastronomie" mit dem hohen Kostenanteil, der es unmöglich mache, den Betrieb dauerhaft fortzuführen. "Nicht zuletzt hatten auch die umfangreichen Umbauarbeiten im und am Gebäudekomplex Grabenstraße 4 und der Diebstahl des Tresors mit den Einnahmen des Altstadtfestes zu einer Verschärfung der wirtschaftlichen Lage geführt", hatte Otto Krug damals gegenüber der Bayerischen Rundschau erklärt. Den Besucherrückgang hatte er auf etwa 30 Prozent beziffert.

Von der Insolvenz waren 21 Beschäftigte betroffen, die zunächst für drei Monate Ausfallgeld erhielten. Mitte Juli war der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Ulrich Graf aus Bayreuth, noch optimistisch, dass die "Alte Feuerwache" weitergeführt werden kann. Gut einen Monat später stand aber fest, dass das Lokal dicht bleibt. Nur während der Bierwoche hatte die "Wache" noch einmal geöffnet. Damals waren auch etliche der 25 Mitarbeiter, die in dem Lokal beschäftigt waren, mit im Boot.


Insolvenzverwaltung beendet

Rechtsanwalt Graf hat die Insolvenzverwaltung inzwischen beendet: "Der Pachtvertrag ist aufgehoben, die Räumlichkeiten sind an die Kulmbacher Brauerei zurückgegeben - ich habe mit dem Objekt nichts mehr zu tun."


Nichts Neues von der Brauerei

Wie geht es nun weiter mit der Alten Feuerwache? Die Kulmbacher Brauerei, die auf Dauer sicher nicht gewillt ist, jeden Monat Miete für nichts zu zahlen, kann dazu keine Auskunft geben. "Ich weiß, es kursieren hin und wieder solche Dinge, aber es gibt aktuell nichts zu berichten - weder in die eine noch in die andere Richtung", erklärte Unternehmenssprecherin Helga Metzel auf Anfrage. Wenn etwas spruchreif sei, werde man "aktiv informieren".