Das Staatliche Bauamt Bamberg und die Gemeinde Marktrodach arbeiten derzeit daran, für die Ortsumgehung Zeyern Baurecht zu bekommen. Nach der Klage des DJK/SV Zeyern/Roßlach gegen den Planfeststellungsbeschluss, steht dieses derzeit noch aus. Der Verein sieht seine Zukunft gefährdet, weil ihm bislang kein geeignetes Grundstück als Ersatz für das bestehende Spielfeld angeboten wurde. Eine Entschädigungszahlung über 200 000 Euro für den Neubau eines Spielfeldes steht zudem im Raum.

Der Vorsitzende des DJK/SV Zeyern/Roßlach, Stefan Krell, erklärt, dass bislang über konkrete Zahlen nicht geredet worden sei. "Wir haben eine Auflistung gemacht und verdeutlicht, was für uns sinnvoll wäre und eine Kostenschätzung abgegeben." Diese soll sich auf rund das Doppelte der im Raum stehenden Entschädigungssumme belaufen.

Laut Krell ist es allerdings schwierig, einen festen Beitrag zu bemessen.
Das hänge letztlich davon ab, wo sich die Ersatzfläche befindet. "Je weiter das weg ist, umso höher sind die Kosten." Sollte das Spielfeld rund 100 Meter vom Sportheim entfernt sein, wäre das eine annehmbare Situation. Bei einer größeren Entfernung müsste hingegen das Sportheim mitwandern. Die Kosten wären dann weitaus höher.

Sensibel behandeln

Der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamtes Bamberg, Andreas Eisgruber, spricht angesichts der Klage von einer schwierigen Situation, die sensibel zu behandeln sei. Eisgruber geht auf die klaffende Lücke bei der Entschädigungssumme ein. Demnach sei es nicht leicht, eine gemeinsame Basis mit dem DJK/SV Zeyern/Roßlach zu finden. Dennoch sei man gerade dabei, Grunderwerbsverhandlungen für Ersatzgrundstücke zu finden. "Wir werden alles daran setzen, Baurecht zu bekommen", betont Eisgruber und verweist dabei auf die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Marktrodach, allen voran mit Bürgermeister Norbert Gräbner. Dieser ist zuversichtlich, in der Nähe des bestehenden Sportplatzes geeignete Flächen zu finden. "Verkaufsbereitschaft ist vorhanden", gibt sich Gräbner nach bereits geführten Gesprächen optimistisch, die Verhandlungen auch mit dem Sportverein zu einem guten Ende führen zu können.

Ob an der Schraube für die Entschädigungszahlung an den Verein und für den Quadratmeterpreis für den Grundstückserwerb gedreht wurde, darüber war nicht viel zu erfahren - nur so viel: "Wir haben zusammen mit der Gemeinde eine gemeinsame Basis gefunden", sagt Eisgruber vielversprechend. Dies lässt durchaus vermuten, dass man Änderungen vornehmen wird, immerhin will man die Rücknahme der Klage durch den Verein erreichen. Krell stellt dies tatsächlich auch in Aussicht, sollte das Angebot annehmbar sein. Bislang sei dies jedoch nicht der Fall.

Neues Angebot

Wie Eisgruber erklärte, wolle man noch vor den Sommerferien auf den Verein zugehen und ein neues Angebot unterbreiten. Der stellvertretende Bauamtsleiter schließt allerdings ein Scheitern der Verhandlungen nicht aus. Dann müsste der Verwaltungsgerichtshof, bei dem die Klage eingereicht wurde, eine Entscheidung treffen. Vor Herbst ist dies jedoch nicht zu erwarten, da das Gericht dem Vernehmen nach derzeit mit Klagen rund um den Münchner Flughafen beschäftigt sei.

Scheitern nicht zu befürchten

Eine Entscheidung durch das Gericht wollen die Parteien vermeiden. Eisgruber geht allerdings nicht davon aus, dass das ganze Projekt scheitern könnte. "Ich denke nicht, dass wir jetzt noch zwei Jahre rumstreiten", verweist er auf den bestehenden und noch bis 2015 gültigen Bundesverkehrswegeplan, in dem die Ortsumgehung Zeyern von der Dringlichkeit her weit oben angesiedelt ist. Auch in der mittelfristigen Finanzplanung ist die 2,6 Kilometer lange und rund elf Millionen Euro teure Straße vermerkt.

Sollte am Ende dennoch das Gericht entscheiden müssen, will man sich bis dahin seitens des Bauamtes gut vorbereiten: "Wir werden die Zeit nutzen, um am Ende sagen zu können, wir haben alles getan", betont Eisgruber.