In der Jahresabschlusssitzung des Gemeinderates Stockheim gab es noch einmal wichtige Entscheidungen. So beschloss das Gremium einstimmig die Aufstellung eines Bebauungsplanes "Zweite Erweiterung des Bebauungsplanes Am Spitzberg".

Bürgermeister Rainer Detsch (FW) informierte, dass es nach einigen Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer gelungen sei, eine Erweiterung des Bebauungsgebietes am Spitzberg auf seine angrenzende Fläche mit 8069 Quadratmetern möglich werden zu lassen. Die Maßnahme sei bis zum 30. Dezember 2021 abzuschließen.

Es handelt sich um circa zehn neue attraktive Bauparzellen. Ganz nach dem Motto "Bestand erhalten, aber auch Neubaugebiete in attraktiver Lage anbieten" wird hiermit der Weg frei gemacht, freute sich der Bürgermeister, denn die Nachfrage sei da und es werde für junge Familien ein weiteres begehrenswertes Baugebiet, abseits von Durchgangsverkehr, aber direkt neben der Gemeindeverbindungsstraße Richtung Neukenroth mit Waldrandlage erschlossen.

Auch für Jürgen Lenker (CSU) ist dies der richtige Weg und sehr erfreulich, betonte er. Leider werde der angestrebte ökologische Gewässerausbau des "Grünen Bachs" nicht vollziehbar sein, musste Bürgermeister Detsch dem Gremium mitteilen und führte dazu mehrere Gründe auf. Im Nachgang zu verschiedenen Gesprächen kam man überein, nun doch auf den alten Planungsstand zurückzugehen und die gesamte Dorferneuerung einschließlich des Ausbaus des Baches nur über das Amt für ländliche Entwicklung abzuwickeln. Sowohl die Bearbeitungszeit als auch die Risiken von nicht absehbaren Kosten führten zu einer Umkehr.

So trat der Gemeinderat von seinem Beschluss auf ökologischen Gewässerausbau vom 4. Juni 2018 zurück und beschloss, den Gewässerausbau beim Zuwendungsantrag in der Entwurfsplanung zur einfachen Dorferneuerung mit zu integrieren.

Neuerung für die Kinderwehren

Eine wichtige Entscheidung für die Feuerwehren in der Gemeinde war die einstimmige Zustimmung zum Antrag aller sieben Feuerwehren in der Gemeinde, zukünftig die Kinderfeuerwehr in der gemeindlichen Einrichtung "Freiwillige Feuerwehr" anzusiedeln. Dies bringt laut einem Antrag der Kommandanten viele Vorteile im täglichen Dienstbetrieb. Ein großer Vorteil sei auch der bessere Versicherungsschutz über die aktive Wehr gegenüber vorher, wo man über den Verein versichert war.

Für die Nutzung der sogenannten Scholz-Halle durch die FF Stockheim wurde das Gewerk für Elektroinstallationsarbeiten zum wirtschaftlich günstigsten Angebot an die Firma Kirchner Elektrotechnik, Kronach, zum Preis von 14 916 Euro vergeben. Für das Gewerk Schreinerarbeiten/Innentüren wurde einstimmig die Aufhebung der Ausschreibung wegen erheblicher Kostenmehrung gegenüber der Kalkulation beschlossen. Es erfolgt eine neue Ausschreibung.

Die Jahresrechnung wurde in Einnahmen und Ausgaben mit 11 951 118 Euro festgestellt. Die Schulden konnten erneut gegenüber dem Vorjahr um 294 512 Euro reduziert werden, was einen Schuldenstand zum 31. Dezember 2018 von rund 1,838 Millionen Euro entspricht, gab Kämmerin Eva Schießwohl bekannt. Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth stellte infrage ob eine völlige Entschuldung der richtige Weg sei. Nach 24 Jahren im Gemeinderat sei er persönlich der Meinung, dass es erstrebenswert sein kann, Schulden zu machen; der Staat helfe den Gemeinden, die verschuldet sind, und denen, die mit dem Geld lockerer umgehen.

Bürgermeister Detsch widersprach dem Eindruck, dass die Gemeinde wegen Schuldenabbaus zu wenig investiere. Die solide Haushaltssituation erlaube es trotz Schuldenabbau erhebliche Investitionen zu tätigen und es werde sehr viel investiert, wie man an den laufenden Projekten erkennen könne.

Die gute Haushaltslage der Gemeinde erlaube auch wieder freiwillige Leistungen an Vereine, Verbände und Kirche etc., wofür an Zuschüssen bereits rund 34 500 Euro ausgezahlt wurden.

In seinen emotionalen Jahresdankesworten begann das Gemeindeoberhaupt mit der Feststellung: "Wer keine Fehler macht, fährt nur mit angezogener Handbremse!" Keine Fragestellung gleiche der anderen. Erfahrung, das Erkennen von Chancen und Risiken sowie die Bereitschaft, das eigene Wissen ständig zu erweitern, führten zu Lösungen. Bei allen Unwägbarkeiten in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung und den komplexen Zusammenhängen insgesamt in der Welt tue man gut daran, mit Fleiß und einer Portion Gelassenheit wieder an die Arbeit zu gehen.

"Wir können feststellen, dass wir unsere Arbeit im Vergleich zu unseren direkten Nachbarn unter äußerst geordneten Verhältnissen tun können, dass dies weiter so bleibt, arbeiten wir weiter für geordnete Verhältnisse", so Detsch, auch wenn es weit verbreitet sei, zu fordern, zu kritisieren, anzuprangern, zu hetzen und zu verunglimpfen, ohne einen eigenen Beitrag zu leisten. Es werde eine Rundumversorgung erwartet, ohne Gegenleistung.

Daher war es ihm ein Anliegen, sowohl den Angestellten in der Gemeinde wie auch den ehrenamtlich engagierten Gemeinderäten zu danken. 2019 sei ein gutes, aber auch anstrengendes Jahr, in dem man immer hin 30 Projekte angepackt habe.

Silvia Weißbach dankte im Namen der CSU-Fraktion der Verwaltung für die mühevolle Kleinarbeit und Vorbereitungen der Unterlagen für viele Projekte. Den Gremiumskollegen sowie dem Bürgermeister dankte sie für die gute konstruktive Zusammenarbeit. Die CSU spende ihr Sitzungsgeld in Höhe von 225 Euro an die Benefizaktion "Adventsfenster" in der Gemeinde Stockheim, gab sie bekannt.

Rudi Jaros (FW) lobte die vielen Investitionen, mit denen die Gemeinde vorangebracht werde. Der Schuldenabbau sei richtig und biete mehr Freiräume für weitere Investitionen. Jaros dankte dem Dreigestirn Bürgermeister Rainer Detsch, Geschäftsleiter Rainer Förtsch und Kämmerin Eva Schießwohl, die eine gute Gemeindeführung bilden und ein gutes Bild der Gemeinde nach außen durch ihre gute Arbeit abgeben.

Wolfgang Dietrich sprach im Namen der SPD-Fraktion Dank an Verwaltung und Gremium für die harmonische Zusammenarbeit aus.