Energiesparen lohnt sich - wenn man weiß, wie es richtig geht. Unterstützung gibt es dabei von Experten. Die Energieagentur Oberfranken bietet seit 2010 im Kreis Kronach Klimaschutzberatungen für Privathaushalte an - und das kostenlos. "Wir sind als Landkreis ein starker Partner und investieren 18 000 Euro, damit sich die Bürger aus dem Landkreis bei der Energieagentur Oberfranken kostenlos beraten lassen können", erklärt Landrat Klaus Löffler (CSU).

Von der Heizungserneuerung über die Wärmedämmung bis hin zur Nutzung von erneuerbaren Energien - der Energieberater Jürgen Ramming kommt direkt in das Haus, schaut sich alles an und berät den Hausbesitzer dort, wo er Handlungsbedarf sieht. "Wir haben kein wirtschaftliches Interesse und geben Gewerke übergreifend Empfehlungen - von der Dachsanierung bis hin zum Heizkessel im Keller", erklärt Ramming.

Er verkaufe nichts und mache auch keine Werbung für bestimmte Produkte - es gehe lediglich um eine Initialberatung, die dem Kunden einen Überblick über mögliche Einsparpotenziale in seinem Zuhause geben soll.
Rechnet sich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach? Soll ich von Öl auf Pellets umsteigen? Und muss ich vielleicht neue Fenster einbauen? Solche Fragen klärt Jürgen Ramming bei seiner Klimaschutzberatung. Zudem berät er auch über aktuelle Förderprogramme und Fördervoraussetzungen. "Eine Pelletheizung beispielsweise ist abzüglich der vielen Zuschüsse, die es geben kann, nicht mehr viel teurer als ein neuer Ölkessel", erklärt Ramming. Ob sich Pellets für ein Gebäude anbieten, müsse man jedoch individuell entscheiden.


Der Bedarf im Landkreis ist da

Aus dem Kreis Kronach lassen sich seit 2013 im Durchschnitt 120 Bürger pro Jahr am Telefon von der Energieagentur Oberfranken beraten. Vor-Ort-Termine kommen jährlich circa 50 zustande. "60 Prozent der Beratungen kommen auch tatsächlich in die Umsetzung", meint Wolfgang Böhm, Geschäftsführer der Energieagentur Oberfranken. Das Investitionspotenzial, das durch die Beratungen ausgelöst wird, werde auf jährlich 1,5 Millionen Euro geschätzt. Das heimische Handwerk und die Kreditinstitute würden davon profitieren.

Landrat Klaus Löffler hat vor einigen Jahren selbst sein Haus neu dämmen lassen. Im Sommer bleibe es nun schön kühl in den Wohnräumen, und im Winter weiche die Wärme nicht nach außen. "Durch solche Maßnahmen habe ich einen Komfortgewinn und oft bis zu 90 Prozent weniger Stromverbrauch", macht Ramming deutlich.
Bei seinen Vor-Ort-Terminen müsse er oft Ängste abbauen. Manche Leute seien verunsichert. "Sie denken oft, dass Dämmung Schimmel verursacht. Doch viel öfter taucht das Problem nach einem Fenstertausch auf. Das wird meist unterschätzt", meint Ramming. Eine Beratung vor Ort könne solchen Fehlern vorbeugen. "Die Leute sind oft erstaunt, dass jemand ins Haus kommt und das trotzdem nichts kostet", erzählt Willi Fehn vom Regionalmanagement. Bürger, die Fragen zum Thema energetisches Sanieren haben, können sich bei ihm melden. Er leitet sie dann an die Experten weiter.


Es sind weitere Angebote geplant

Laut Klaus Löffler ist die Klimaschutzberatung auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe, die der Landkreis weiter unterstützen will. Dafür habe man sich gemeinsam mit der Energieagentur Gedanken gemacht, wie man das Angebot weiter ausbauen kann. "Wir stellen uns vor, einmal im Jahr alle Bauinteressenten über die Kooperationsgemeinschaften einzuladen", erklärt Löffler. Zu den Treffen könnten diese ihre Baupläne und Ideen mitbringen und sich detailliert und individuell beraten lassen. "In anderen Regionen haben wir solche Abende bereits ausprobiert, und es ist sehr gut angenommen worden", meint Böhm. Auch Vereine sollen eingeladen werden. "Wir planen derzeit, uns eine Thermografie-Kamera zu kaufen", erklärt Böhm. Im Winter sollen damit erste Spaziergänge durch Orte im Landkreis angeboten werden, um an Häusern zu zeigen, wo die Wärme abweicht und was man dagegen tun kann.


Infos Termine können unter 09221/823918 ausgemacht werden. Auch eine telefonische Beratung ist möglich. Weitere Informationen und einen Überblick über die wichtigsten Förderprogramme gibt es online unter www.energieagentur-oberfranken.de lk