"Es stehen an den Raststätten in Grenznähe zwar verschließbare Container, in denen Lebensmittel entsorgt werden können. Aber es ist fraglich, ob das ausreicht", meint Wachter.
Jäger nehmen Blutproben
Um ein Stück weit die Kontrolle zu behalten, geben er und seine Jägerkameraden regelmäßig Blutproben von Wildschweinen ab, die sie erlegt oder tot aufgefunden haben. "Gerade bei verendeten Tieren ist es wichtig, zu überprüfen, woran sie gestorben sind, falls es nicht ersichtlich ist", erklärt Wachter, dessen Revier im Kronacher Stadtgebiet liegt.
Denn sollte ein Wildschwein mit der ASP infiziert sein, sei das nicht sofort zu erkennen. "In der Regel dauert es nach der Ansteckung noch sieben bis zwölf Tage, in denen die Tiere ganz normal mit der Rotte mitlaufen, bis sie plötzlich umfallen", erklärt Wachter. Äußerlich sei den Schweinen bis zu ihrem plötzlichen Ableben praktisch nichts anzumerken.
"Wenn wir die Tiere aufmachen, gibt es dann schon Anzeichen, die auf eine Infizierung hindeuten können", schildert der erfahrene Jäger. Dazu zählen angeschwollene Lymphknoten, eine vergrößerte Milz und eine schaumige Lunge.
Der Kreis Kronach rüstet sich unterdessen für den Ernstfall: "Bereits im Jahr 2018 wurde ein ,ASP-Krisenteam‘ gebildet", berichtet der Pressesprecher des Landratsamtes Kronach, Bernd Graf, auf FT-Anfrage. Das bestehe aus Mitarbeitern verschiedener Fachbereiche.
Zu den Aufgaben des Krisenteams gehöre es unter anderem, Material zu beschaffen, das beim Auftreten der ASP benötigt wird. "Hierzu gehören ein geschlossener Pkw-Anhänger, Berge- und Verpackungsmittel für aufgefundene Tierkadaver und Desinfektionsmittel", erläutert Graf.
Insgesamt 7000 Euro habe der Landkreis bisher in die Vorbeugemaßnahmen investiert. "Den Großteil dieser Summe macht der Transportanhänger mit 5000 Euro aus", erklärt der Pressesprecher. "Da dieser Anhänger erst im Seuchenfall benötigt wird, kann er aktuell vom Kreisbauhof für den alltäglichen Gebrauch genutzt werden."
Zudem seien aus dem Kreise der Jägerschaft drei "Multiplikatoren" benannt worden, die im Krisenfall als Mittlerstelle zwischen dem Staat und den Jägern fungieren. Denn dort, wo die ASP ausbricht, müssten alle Wildschweine innerhalb der festgelegten Sperrzone erlegt werden.
Auswirkungen wären verheerend
Diller glaubt jedoch nicht daran, dass sich im Seuchenfall die Auswirkungen auf eine Sperrzone beschränken: "Die ganze Schweinefleischbranche würde darunter leiden", vermutet er.
Das habe sich bereits während des "BSE-Skandals" im Jahr 1996 gezeigt. "Damals wollte niemand mehr Rindfleisch essen. So könnte es beim Ausbruch der ASP auch sein - obwohl infiziertes Fleisch für Menschen gesundheitlich unbedenklich ist. Doch das verseuchte Fleisch würde gar nicht auf den Markt gelangen, sondern vernichtet werden."
Es ist fraglich, ob sich manch kleiner Schweinebetrieb von dieser Krise erholt.