Der Gemeinderat Stockheim stimmte in der Sitzung am Montag zwei Millionenprojekten zu. Dem Sanierungs- und Erweiterungsbau für den Kindergarten St. Wolfgang Stockheim wurde ebenso zugestimmt, wie einem Neubau von zwei Mehrfamilienhäusern eines Privatinvestors inmitten des Ortskerns von Stockheim "nördlich der Eichendorffsiedlung".

Dieser Bauantrag beschäftigte Bürgermeister Rainer Detsch (FW) und den Gemeinderat schon seit 2011, sagte der Rathauschef und seufzte tief, dass nun hier der Nagel durch ist und alles so weit vorbereitet wurde, dass nun wohl auch das Landratsamt dem Bauplan zustimmen könne.

Bürgermeister erntet Beifall

Daniel Wachter (Bürger für Stockheim) dankte dem Bürgermeister für seine Ausdauer, mit Beharrlichkeit das Projekt zu unterstützen und als Mediator stets zwischen Behörden und Investor vermittelt zu haben. Diesem Dank stimmte das gesamte Gremium durch Beifall zu.

Nicht so lange, aber auch schon einige Jahre, befasst sich das Gremium mit der Sanierung und Erweiterung des Kindergartens Stockheim. Schon in der Sitzung am 22. Juli 2019 stimmte man dem vorgestellten Konzept zu und stellte die Förderanträge bei der Regierung von Oberfranken. Aufgrund eines neuen Raumprogramms im August 2019 und der Konstellation, dass das Kindergartengebäude bis dato auf Grundstücken von zwei verschiedenen Besitzern stand, nämlich ein Teil auf dem Grundstück der katholischen Kirchenstiftung und ein zweiter Teil auf dem Grundstück der Gemeinde Stockheim, konnte die Regierung den Förderanträgen noch nicht positiven Bescheid erteilen. Die Gemeinde als Maßnahmenträger müsse auch über das gesamte Grundstück verfügen, hieß es in der Begründung.

Bürgermeister Detsch ließ nochmals die Sachlage Revue passieren. Im Kindergarten Stockheim stehen alters-, beziehungsweise abnutzungsbedingt Sanierungsarbeiten am gemeindlichen sowie am kirchlichen Gebäudeteil an. Des Weiteren ist es auch aus Sicht der Aufsichtsbehörde (Landratsamt Kronach) wegen der steigenden Kinderzahl im Stockheimer Kindergarten unumgänglich, entsprechende bauliche Maßnahmen zur Erweiterung des Kindergartens zu treffen.

Bisher besteht der Kindergarten aus drei Gruppen. Die im Rahmen der Gemeinderatssitzung vom 6. Mai 2019 behandelte Bedarfsplanung und die daraus resultierende neue Bedarfsanerkennung geht von 98 Plätzen und damit von vier Gruppen aus. Belegt ist der Kindergarten derzeit mit 62 Regelkindern und 21 Krippenkindern. Seit Jahren ist der Kindergarten überlastet und beengt. Der Rathauschef hierzu: "Wir müssen sanieren und erweitern, die steigende Kinderzahl ist positiv für die Gemeindeentwicklung."

Danach stellte Architekt Kersten Schöttner aus Wallenfels das vom Gemeinderat im Juli 2019 bestätigte Konzept dem neuen Gremium vor. Detailliert zeigte Architekt Schöttner die Bauabschnitte und die dadurch entstehenden Kosten auf. Die Kostenrechnung steht derzeit bei rund 2,1 Millionen Euro, wobei der Gemeindeanteil maximal bei rund einer Million, minimal bei 750 000 Euro liegen wird. Maßnahmenträger ist die Gemeinde Stockheim, nachdem sich Kirchenstiftung, erzbischöfliches Ordinariat und Gemeinde einigten, dass das kirchliche Grundstück in Gemeindeeigentum übergeht.

Die Kirchenstiftung überträgt der Gemeinde das Grundstück unentgeltlich, so dass diese Alleineigentümer ist. Die Betriebsträgerschaft bleibt bei der Kirchenstiftung St. Wolfgang Stockheim, die auch Besitzer der Immobilie ist.

Baubeginn im Frühjahr

Zum weiteren Vorgehen nannte der Architekt als Baubeginn Frühjahr 2021 mit dem Anbau für eine weitere Gruppe. Im Jahr 2022 wird der Umbau und die Sanierung des Altbaus erfolgen und 2023 werden die Außenanlagen und der Umbau (Neubau) fertiggestellt.

Benedikt Zehnter rückt nach

Eingangs der Sitzung wurde Benedikt Zehnter (CSU) als Nachrücker für den aus dienstlichen Gründen ausgeschiedenen Dirk Raupach vereidigt. Dirk Raupach verließ das Gremium und ist seit 1. Oktober Bauamtsleiter in der Gemeinde Stockheim. Der 31-jährige Benedikt Zehnter aus Haig ist in der Landwirtschaft aufgewachsen, hat den Studiengang Bachelor für Landwirtschaft erfolgreich absolviert und leitet einen landwirtschaftlichen Betrieb in Haig. Außerdem ist er als Vorsitzender der Feuerwehr Haig ehrenamtlich engagiert.

Vor Beginn der Sitzung führten die Feuerwehrkommandanten von Stockheim, Andre Friedrich, Christian Rebhan und Michael Müller, durch die zur Feuerwehrnutzung aus- und umgebaute Halle, in der die Gemeinderatssitzung wegen der Corona-Hygieneschutz-Bestimmungen, abgehalten wurde.

Unter Anfragen brachte Renald Steger (Bürger für Stockheim), die zunehmenden Klagen der Anwohner in der Ziegenrückstraße vor. Dem stimmte Zweiter Bürgermeister Daniel Weißerth zu, die Anwohner hätten keine Geduld mehr mit dem Zustand der Straße. Bürgermeister Detsch zeigte Verständnis und wies darauf hin, dass die Straße Priorität eins unter den Straßensanierungen habe. Es kam der Einwand aus dem Gremium, dass die Alte Ludwigsstädter Straße in Neukenroth vorgezogen worden sei. Worauf der Bürgermeister in Erinnerung rief, dass sich das Gremium darin einig war, wegen der Synergieeffekte diese Straße vorzuziehen, da das staatliche Bauamt durch die Rad- und Gehwegsanierung in Richtung Pressig im unmittelbaren Anschluss an die Alte Ludwigsstädter Straße die Baustellenressourcen eingerichtet hatte und sie so kostengünstig saniert werden konnte.

Joachim Ranzenberger (CSU) nannte als dringlich, die Schlaglöcher in der Grössauer Straße in Neukenroth, Richtung Tennisplätze auszubessern, Handlungsbedarf bestehe auch in der Rosenau und der Schwedenstraße sowie an der Verbindung von der B 85 in Richtung Kirche in Neukenroth. Rudi Jaros (FW) bat darum, den Weißbach entlang der Alten Ludwigsstädter Straße kurzfristig zu entbuschen und den Wasserdurchfluss zu reinigen, bevor es zu ersten Überflutungen komme.