Nach dreijähriger Projektarbeit zieht die "Waldinitiative Frankenwald" (WIF) eine positive Bilanz. Beispielhaft für vier Projekte im Frankenwald zeigte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach (AELF) das Projektgebiet "in der Au" bei Marienroth. Unter Beteiligung mehrerer Waldbesitzer, Bürgermeister Hans Pietz sowie Revierleiter Armin Hanke und des Vorsitzenden der Waldbesitzervereinigung Kronach-Rothenkirchen, Georg Konrad, informierten Projektmanager Marco Kunz und stellvertretender AELF-Bereichsleiter Gerhard Lutz über durchgeführte Maßnahmen.

Vor drei Jahren startete die Bayerische Forstverwaltung das Projekt "Waldinitiative Frankenwald", mit dem der Zukunftswald gemeinsam gestaltet werden soll. Unter anderem soll ein Anstoß gegeben werden, künftig mehr Mischwälder anzulegen.
Damit will man die Wiederherstellung der wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Funktionen der Wälder erreichen. In Zeiten des Klimawandels kommt die Fichte im Frankenwald an ihre Grenzen. Durch die flache Wurzel gelangt sie in Trockenphasen schlecht an Wasser, was zu einer gesteigerten Anfälligkeit gegenüber Schadinsekten, wie Borkenkäfer, führt.

Im Projektgebiet Marienroth wurde mit gezielten Pflege- und Pflanzaktionen der Grundstein für eine stabilere Waldgeneration gelegt. Zirka 30 private Waldeigentümer schlossen sich dem Projekt an und pflanzten in den vergangenen Jahren über 3000 Tannen und Buchen. Neben der einheimischen Weißtanne wurde auch eine Versuchsfläche mit rumänischer Tanne aus den Karpaten angelegt. Diese Tanne stammt aus einem Gebiet, das unserem zukünftigen Klima in etwa entsprechen soll. Damit soll erforscht werdenbei werden, wie sich die Wachstumsverhältnisse zwischen einheimischer und fremdländischer Tanne in unserer Region verhalten.


Erschließung

Ein weiterer Fokus lag auf dem Bau von neuen Rückewegen zur besseren Erschließung von Wäldern in Hang- beziehungsweise Steilhanglagen. Im Falle einer Borkenkäferplage gilt es, schnell zu reagieren. Dabei baue man vor allem auf die Waldbesitzer, denn die Pflege des Waldes sei das A und O, sagte Projektmanager Marco Kunz. In Marienroth wurde so ein zirka 1000 Meter langer Rückeweg neu gebaut und damit etwas 15 Hektar Wald von zehn Eigentümern neu erschlossen.
Zum Gesamtkonzept der WIF gehörte auch die Aus- und Weiterbildung der Waldbesitzer. Eine Veranstaltung widmete sich der Tanne.

Von der Naturverjüngung, dem richtigen Pflanzverfahren, über den Wildschutz bis hin zur Auswahl der richtigen Flächen wurde in den vergangenen drei Jahren vor Ort alles besprochen und veranschaulicht. Nun wurden in den verschiedenen Projektgebieten, außer Marienroth waren dies im Landkreis Kronach Gebiete um Eila, Neukenroth und Ludwigsstadt, Schautafeln mit den wichtigsten Informationen aufgestellt. Die Forstverantwortlichen erinnerten daran, dass die Projekte bis zum Sommer dieses Jahres vom verstorbenen Forstdirektor Michael Schneider geleitet wurden. Die Umsetzungen mit den Waldbesitzern oblagen dem Revierleiter Armin Hanke und Projektmanager Marco Kunz.

Der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Kronach- Rothenkirchen, Georg Konrad, würdigte vor allem die Arbeit des verstorbenen Forstdirektors Schneider, dem diese Projekte ein Herzensanliegen waren. Den Waldbesitzern dankte er für ihre Aufgeschlossenheit den Vorschlägen und Maßnahmen des AELF gegenüber. Nun liege es an den Waldbauern, ihre Wälder zu hegen und zu pflegen.

Projektmanager Kunz fasste zusammen, dass mit der WIF einiges in Bewegung gebracht wurde. Mehrere Projektteilnehmer hätten demnach das umfangreiche Förderprogramm der bayerischen Forstverwaltung in Anspruch genommen. Die von der Fichte geprägten Nadelholzbestände des Frankenwaldes seien in jüngerer Zeit mehrfach durch Sturm, Borkenkäfer und Nassschnee stark geschädigt worden. Die steilen Waldhänge seien vielerorts unzureichend erschlossen und hohe Rehwildbestände verhinderten die natürliche Verjüngung der noch spärlich vorhandenen Alttannen. Dies seien einige Gründe, weshalb vor drei Jahren die WIF gestartet wurde.