Im Zuge des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (Isek) sollten die dort entwickelten Maßnahmen im Rahmen von vorbereitenden Untersuchungen (VU) für jede Gemeinde überprüft und konkretisiert werden. Mit den 2015 begonnenen VU wurden das Büro für Städtebau und Bauleitplanung Wittmann, Valier und Partner in Bamberg sowie das Büro Planwerk Nürnberg beauftragt. Die Gemeinde möchte damit Entscheidungsgrundlagen gewinnen, die in erster Linie Aufschluss über die sozialen- und städtebaulichen Strukturen sowie über die Notwendigkeit einer Sanierung geben. Außerdem werden Empfehlungen zu übergeordneten Zielen und zur Durchführbarkeit der Sanierung formuliert, die der Gemeinde als Handreichung für spätere Sanierungsmaßnahmen dienen. In einer Präsentation fasste Christiane Werthmann Analysen und Ergebnisse des Vorentwurfs zusammen. Dargestellt wurde die siedlungsgeschichtliche Entwicklung. Bei den Beteiligungsschritten und -prozessen verwies die Architektin auf die Auftaktveranstaltung, Workshops, die VU-Infoveranstaltung, Schlüsselgespräche, Befragungen der Vereine und Arge-Rennsteiggemeinden, die Auftaktveranstaltung im Gemeinderat sowie die Beteiligung der Öffentlichkeit und Träger öffentlicher Belange. Der Bestand und die Analyse erfolgten für sozialräumliche Strukturdaten, Städtebau und Siedlungsstruktur, Leerstand, Verkehr, Natur, Naherholung und Tourismus, Einzelhandel und Nahversorgung, Soziales, Kultur und Bildung sowie Analyse der Haushalts- und Eigentümer-Befragung. Das Sanierungsgebiet umfasst eine Fläche von circa 18 Hektar.
Impulsprojekt ist das "Hexenhäusla". "Das Häuschen bietet gute Möglichkeiten, das Potenzial Naherholung weiter zu entwickeln", zeigte sich Werthmann sicher. Es könne mit seinem Umfeld für Urlauber und Einheimische ein neuer Naherholungspunkt werden. Dienen solle es als Wetterunterstand, Infobereich und Verweilstätte für Wanderer und Naherholungssuchende. Die Sanierung sei als Impulsprojekt besonders gut geeignet, weil es Eigentum der Gemeinde und räumlich isoliert als Einzelmaßahme schnell umsetzbar sei. Die Schätzkosten belaufen sich auf 92 000 Euro. Höchste Priorität haben Bürgerhaus, Dorfplatz, Spielplatz, die Veranstaltungshalle, Verkehr sowie Grün- und Freiflächen. Hohe Priorität haben historische Strukturen, Innenentwicklung, Fassadenprogramm, Naherholung und Nahversorgung; mittlere Priorität Übernachtungsangebote, das Garagendorf und private Parkplätze.


Pläne liegen aus

"Der Bedarf an einer Veranstaltungshalle und einem Bürgerhaus ist in Reichenbach eindeutig gegeben", so die Architektin. Der Erhalt der Schulturnhalle als geeigneter Veranstaltungsort wurde vom Gemeinderat einvernehmlich beschlossen. Um weiterhin den geforderten Nutzungen und Personengruppen gerecht zu werden, seien Sanierungsarbeiten an der Halle unerlässlich. Hierzu zählt der barrierefreie Um- und Ausbau des Gebäudes (Aufzug) sowie eine energetische Instandsetzung (neue Heizungsanlage, eventuell Dämmung der Außenhülle). Man rechnet mit Kosten von circa 855 000 Euro. Geklärt ist der Standort des Bürgerhauses. Laut Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) beabsichtigt die Gemeinde hierfür den Erwerb von Teilen der Rennsteigstraße 16.
Die Maßnahmenliste der VU umfasst, soweit nicht bereits erwähnt (Schätzkosten, soweit möglich): Verkehr - Entschleunigung und Gestaltung der Ortsdurchfahrt sowie Gestaltung der Ortsstraßen (2 Millionen Euro), Grün- und Freiflächen (135 000 Euro), historische Strukturen / Innenentwicklung/Fassadenprogramm, Naherholung (220 000 Euro), Nahversorgung, Übernachtungsangebote, Garagendorf sowie private Parkplätze. Der vorgelegte VU-Entwurf wurde gebilligt. Als nächster Schritt erfolgt das Beteiligungsverfahren. Damit wird der betroffenen Öffentlichkeit sowie den berührten Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Die Auslegung wird über das Mitteilungsblatt bekannt gemacht - mit dem Hinweis, dass jedermann Bedenken und Anregungen zum Entwurf schriftlich oder mündlich vorbringen könne. Die Pläne liegen bis zum 28. Juli im Rathaus aus. Am 25. Juli findet um 19 Uhr im Schützenhaus eine öffentliche Info-Veranstaltung statt.


Gemeinderatssplitter


Feldgeschworener Wie Bürgermeisterin Karin Ritter mitteilte, hat sie Klaus Schnappauf als neuen Feldgeschworenen der Gemeinde bestellt und vereidigt. Die gesetzlichen Voraussetzungen werden von ihm erfüllt.
Jubiläum Ritter verwies auf das am 25. Juni gefeierte 20. Jubiläum der Damen- und Jugendfeuerwehr Reichenbach inklusive des einen Tag vorher stattfindenden Johannifeuers, wofür der Gemeinde eine Einladung vorliegt. hs