Mit mehreren Interessenten haben Dietrich Denzner und Michaela Weiss von der Aktionsgemeinschaft, die in diesem Jahr zum letzten Mal die Kronacher Weihnacht ausrichtet, gesprochen. Zwar haben sie keinen Einfluss auf die Entscheidung des Stadtrates, aber potenziellen Bewerbern wollen sie zumindest ihre Erfahrungen weitergeben, damit der neue Ausrichter nicht, wie es bei der Übernahme des Marktes durch die Aktionsgemeinschaft vor drei Jahren der Fall gewesen sei, völlig ohne Informationen in die Ausrichtung geht.

In diesen Gesprächen hat sich für die beiden Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft ein Favorit herauskristallisiert, bei dem es sich nach Angaben der beiden, um einen Verein aus Kronach handelt. Mehr wollen sie allerdings nicht verraten. "Das wäre das Nonplusultra", sagt Michaela Weiss über den Interessenten und begründet das damit, dass sie dann wüsste, dass es mit der Kronacher Weihnacht im Sinn der Aktionsgemeinschaft weiterginge. Denzner und Weiss könnten sich in diesem Fall auch gut vorstellen, den neuen Ausrichter zu unterstützen.
Für einen Verein sei die Organisation des Marktes einfacher als für eine Privatperson - schon allein wegen der Haftung, sind die beiden Vorsitzenden überzeugt.

"Wenn man die Kronacher Weihnacht erfolgreich weiterführen will, muss man sie ausweiten", sagt Denzner. Er spricht von einem Karussell und weiteren fünf bis zehn Hütten, die den Weihnachtsmarkt bereichern würden. Schließlich müsste man Jahr für Jahr etwas Neues bieten, attraktiver werden. Michaela Weiss könnte sich zudem auch gut eine Eislaufbahn vorstellen. "Das wären unsere Ziele gewesen, wenn es nicht ständig Ärger gegeben hätte", sagt sie.

Von Ärger will Denzner nicht reden, auch nicht von Unstimmigkeiten. Vielmehr spricht er davon, dass Entscheidungen, die getroffen wurden, ihnen beiden persönlich angelastet worden seien, was sich nicht zuletzt auch auf das Geschäft in ihren jeweiligen Läden auswirke. "Wir sind durch unsere Geschäfte befangen und dadurch angreifbar", sagt er. Und das obwohl die Rückmeldungen aus der Bevölkerung auf den Weihnachtsmarkt, wie ihn die Aktionsgemeinschaft seit drei Jahren organisiert, positiv gewesen seien. "Wir geben den Markt natürlich ungern ab", sagt auch Michaela Weiss, eben, weil man wisse, dass man ihn erfolgreich ausgerichtet habe und er von der Bevölkerung gut angenommen worden sei. "Wenn die Kehrseite der Medaille nicht wäre", so Denzner, "würden wir weitermachen".

Als Beispiele für diese Kehrseite führen die beiden an, dass gerade Fieranten, die zuvor bereits am Markt in der Oberen Stadt, unter Leitung der Stadt, teilgenommen haben, Veränderungen nur schwer akzeptiert haben. "Die Stadt musste als Ausrichter keine Mehrwertsteuer abführen. Die Aktionsgemeinschaft als Ausrichter hingegen muss 19 Prozent Steuer abführen. Das mussten wir natürlich auf die Hüttenmietpreise umlegen." Das habe für Missstimmung gesorgt, so Weiss.

Auch die Straßensperrung während des Marktes habe für Unmut bei manchem Geschäftstreibenden rund um den Marienplatz beziehungsweise ind er Schwedenstraße gesorgt. Deshalb habe man heuer auf die Straßensperrung verzichtet und dadurch auf der gegenüberliegenden Seite des Marienplatzes keine Hütten stellen können. Und das obwohl man wesentlich mehr Anfragen von Fieranten gehabt habe, als es nun Buden gibt. 45 Hütten gibt es bei der diesjährigen Kronacher Weihnacht und 53 Anbieter, was sich dadurch ergibt, dass manche Fieranten ihre Hütte nur an einem Wochenende besetzen und an einem anderen Wochenende ein anderer Fierant die Hütte belegt.
Ausgewählt worden seien die Fieranten in den vergangenen drei Jahren nach ihrem Angebot, so dass es nicht nur Essens- und Getränkebuden gibt, sondern eine bunte Mischung, nach der zeitlichen Anmeldung und letztendlich, so Schriftführer Hendrik Hauguth, auch danach, wer für seine Hütte auch tatsächlich bezahlt. So habe es Leute gegeben, die die Miete für ihre Hütte gar nicht oder verspätet gezahlt haben. "Wir mussten da mit einem groben Rechen durchgehen", ergänzt Michaela Weiss.

Trotz der getroffenen Entscheidung, den Markt ab 2015 nicht mehr auszurichten, sind die Vorsitzenden der Aktionsgemeinschaft stolz, dass ihnen im letzten jahr noch einmal ein "Highlight" gelungen ist: nämlich den Coca-Cola-Truck mitsamt dem Coca-Cola-Dorf nach Kronach zu holen. Am Sonntag, 21. Dezember macht Coca Cola Halt in Kronach, genauer gesagt am Hussittenplatz. Ab 14.30 wird dort ein Programm geboten, in das auch Kronacher eingebunden sind. Ab 19.30 Uhr findet dann eine Truck-Ausfahrt durch Kronach statt, für die sich Kinder im Vorfeld übers Internet bewerben können. "Das wir dafür ausgewählt worden sind, zeigt ja, dass deutschlandweit über den Kronacher Weihnachtsmarkt geredet worden sein muss", sagt Michaela Weiss. Immerhin habe man starke Konkurrenz gehabt, auch umliegende Städte haben sich um den Coca-Cola-Truck beworben.

Die Aktionsgemeinschaft hat den Weihnachtsmarkt übrigens nicht nur in den vergangenen drei Jahren organisiert, sondern hatte ihn in den 90er Jahren ins Leben gerufen. Damals habe man sich durch die Ausrichtung verschuldet, wie Denzner erklärt, und den Markt deshalb an die Stadt Kronach abgetreten. Bei der Ausrichtung in den vergangenen drei Jahre habe sich der Markt refinanziert.

Die Bewerbungsfrist für die Ausrichtung des Kronacher Weihnachtsmarktes ab 2015 können sich Interessenten bis zum 31. Januar bei der Stadtverwaltung bewerben.

Für eine Auskunft, ob sich der Kronacher Verein, den Denzner und Weiss als Interessenten ins Spiel bringen, bereits um die Ausrichtung beworben hat, war die Stadtverwaltung am Freitagnachmittag nicht mehr erreichbar.

Interesse an der Ausrichtung der Kronacher Weihnacht hat zuletzt auch ein Team rund um die Geschäftsleitung des Kaufhauses Weka bekundet.

Der Kronacher Weihnachtsmarkt 2014 endet am 23. Dezember, auch wenn Christkind und Bürgermeister ihn offiziell am Sonntag, 21. Dezember beenden werden. Am 22. und 23. sind dann lediglich noch die Essens- und Getränkebuden geöffnet.