Rund 500 Landwirte aus der Region begrüßten mit ihren Traktoren am Samstagabend Ministerpräsident Markus Söder. Allerdings fuhren diese durch die untere Stadt zum Schützenplatz. In der Oberen Stadt, wo Söder beim CSU-Neujahrsempfang sprach, sollte eigentlich eine kleine Abordnung an Traktoren zugelassen werden. Laut Axel Roth von der Initiative "Land schafft Verbindung" waren aber die Auflagen zu hoch.

Dafür begrüßten unter anderem Abordnungen der Grünen und des Bundes Naturschutz den Ministerpräsidenten mit Bannern. Der Protest verfehlte sein Ziel nicht: Söder stellte sich ihnen und auch den beiden Landwirten Axel Roth und Marius Steiner.

Fabian Blüchel von der Partei "Mensch, Umwelt und Tierschutz" wollte mit seinem Banner Flagge zeigen. Die Politik mache zu wenig für den Umwelt- und Tierschutz, meinte der Steinwiesener. Sie wolle schon die Bauern unterstützen, meinte wiederum Sofia Heinlein. Aber deren Arbeit müsste ökologisch und nachhaltig gestaltet werden. Sie sprach die Problematik mit der Nitratbelastung im Trinkwasser an. Sie würde sich von der EU wünschen, wieder kleinere Höfe mehr zu fördern, denn diese seien es, die ihre Felder nachhaltig bewirtschaften. Elisabeth Hoffmann vom Bund Naturschutz forderte zudem mehr Flächeneinsparungen. Auch regte sie an, die Planungen für die B 173/B303 zu überdenken, um Flächen zu schonen.

Ohne Anbindung geht es nicht

Der Landkreis Kronach kämpfe mit Bevölkerungsrückgang, antwortete der Ministerpräsident. Ohne Autos und Verkehrsanbindung gehe es nun mal nicht im ländlichen Räumen. Er wies darauf hin, dass mehr öffentliche Verkehrsmittel eingesetzt werden sollen. Er sprach von neuen Technologien, von einer E-Mobilität in einer anderen Generation und neuen Strukturen in ländlichen Räumen. Er betonte aber auch, dass Klimaschutz nicht nur ein nationales, sondern ein internationales Thema sei.

Die Landwirte Axel Roth und Marius Steiner übergaben dem Ministerpräsidenten einen Fragenkatalog. Darin ist unter anderem die Rede davon, dass der Berufsstand bei vielen Themen Rechtssicherheit vermisse. Weiterhin werden fehlerhafte Kartierungen der Gewässer und die enorm gestiegenen Kosten bei Neubauten wie beispielsweise für Güllegruben angeprangert. Gerade durch die kommenden Verschärfungen der Düngeverordnung würden viele Betriebe neuen Lagerraum benötigen. Viele Landwirte bangten um ihre Existenz. Unter anderem soll auch eine Verschärfung der Düngeverordnung verhindert werden. Außerdem soll das Agrarpaket der Bundesregierung wissenschaftlich fundiert überarbeitet werden.

"Das mit der Düngeverordnung werden wir hinbekommen", betonte Söder. Zudem erwähnte er eine Initiative, wonach in bayerischen Kantinen mehr regionale Produkte angeboten werden sollen. Man müsse miteinander reden und Lösungen suchen. Axel Roth forderte den Ministerpräsidenten auf, sich mit den Fragen zu befassen und diese den Landwirten zu beantworten. Zugleich lud er Söder zu der Kundgebung auf den Schützenplatz ein. Hier bat der Ministerpräsident um Verständnis, dass er dieser nicht Folge leisten könnte.

Bei der Übergabe des Frankenkatalogs durch Axel Roth sprach der Coburger Landwirt auch von einer großen Diskrepanz zwischen der heimischen CSU und den Kronacher Bauern. Deshalb sei er mit der Übergabe beauftragt worden. Baumgärtner sprach von einer guten Kommunikation mit den Landwirten auf zweiter und dritter Führungsebene. Mit drei Leuten in der Führung rede er allerdings nicht mehr. vs