Satullajew Sulejman Aligejdarowitsch ist Journalist und Politikwissenschaftler aus Aserbaidschan. Seit April dieses Jahres lebt er in Deutschland und seit Juli in Kronach. Im Gespräch mit unserer Zeitung drückt er seine Dankbarkeit gegenüber dem Asylgewährstaat Deutschland, gegenüber den Bürgern in der Region und gegenüber dem funktionierenden Gesundheitssystem aus. Warum er so dankbar ist, erzählt er uns im Katholischen Volksbüro im Beisein von Heinz Hausmann, der 23 Jahre (bis 1990) der Leiter des Katholischen Volksbüros Kronach war und schon vor 40 Jahren Gastarbeiterfamilien in Kronach betreute, und Julia Mari vom Sozialdienst katholischer Frauen, die im Jugendmigrationsdienst Oberfranken West arbeitet und im Gespräch als Dolmetscherin fungiert.
Sulejman ist 1976 in Sumqayit, einer Stadt mit etwa 25 0000 Einwohnern, 30 Kilometer von der Hauptstadt Baku entfernt, geboren und aufgewachsen.

Er absolvierte ein Studium der Politikwissenschaft an der Akademie für Staatsverwaltung beim Präsidenten der Aserbaidschanischen Republik. Schon während des Studiums beschäftigte er sich mit kritischen Artikeln als ein außerplanmäßiger Korrespondent der Zeitung "Meridians". Nach dem Studium diente er als Oberleutnant der Luftwaffe in der Armee und kam danach wieder in den Journalismus zurück.
Von 2006 bis 2012 arbeitete Sulejman als Redakteur einer Zeitung in Baku. "Wegen meiner freiheitlichen Artikel und kritischer Auseinandersetzung mit dem autoritären Regime wurde ich 2008 verhaftet. Die Polizisten haben mich verleumdet und ich wurde so verprügelt, dass ich einen Bruch davon trug", erzählt er. Kein Arzt habe ihm helfen wollen. "Die Richter haben meine Menschenrechte verletzt", stellt Sulejman verbittert fest. "Die Mitarbeiter des Innenministeriums und des Ministeriums für Staatssicherheit drohten mir mit dem Tod. Darauf habe ich am Europäischen Gerichtshof geklagt, woraufhin ich weiter von der Polizei bedroht wurde." Daher sei er gezwungen gewesen, sein Land zu verlassen. "Im April 2012 durfte ich nach Deutschland einreisen, aber meine Familie befindet sich in Gefahr. Meine Familie wird weiter bedroht", sagt Sulejman.
Der Journalist ist erfreut darüber, dass man in Deutschland offen über die Situation in Aserbaidschan berichtet. Auch er möchte seinen Teil dazu beitragen, mehr Wahrheit und Klarheit zu verbreiten, was er als seine Bürgerpflicht ansieht. "In Aserbaidschan gibt es Bestechlichkeit und es wird Ungerechtigkeit geschaffen, und Menschen werden dafür verhaftet, dass sie ,Freiheit‘ rufen. Mir gefällt Deutschland und das deutsche Volk sehr", so Sulejman und er fügt hinzu, "dass es sein Bestreben und auch das vieler Mitbürger in Aserbaidschan sei, einen demokratischen Staat zu wollen, der alle Menschenrechte schützt - so wie in Deutschland. Das ist ein großes Ansinnen von mir".
Zwar sei er, angekommen in Deutschland, zunächst sehr betrübt gewesen, nicht arbeiten zu dürfen. Dennoch habe ihmd as deutsche Gesundheitssystem schnell und unkompliziert geholfen - dafür ist Sulejman sehr dankbar. Speziell nennt er die Praxis des Chirurgen Sissis Potsis in Kronach, wo sein Leistenbruch operiert wurde. Seine Augen leuchten, wenn er erzählt, wie freundlich und nett er vom Arzt und dem Team behandelt wurde, oder wenn er von der technischen Ausstattung einer deutschen Arztpraxis schwärmt. "Die medizinische Behandlung in Deutschland hat eine hohe Qualität und bietet zahlreiche Serviceleistungen. Jetzt ist mir klar, warum aus aller Welt berühmte Menschen, wie Musiker, Sportler oder Politiker eine medizinische Behandlung in Deutschland anstreben". Mit bewegter Stimme erklärt uns Sulejman seine Dankbarkeit. "Ich will mich mit dem Gefühl der Anerkennung beim Personal und Ärzteteam für die bewundernswerte Geduld und die herzliche Wärme bedanken, mit der Gott diese Menschen beschenkt hat". Wörtlich drückt er weiter aus: "Ich äußere herzliche Dankbarkeit den Mitarbeitern für den Professionalismus, die Sorge und die Güte und die feinfühlige Beziehung zu den Patienten, die ich verspüren durfte".