Familienunternehmer gibt Betrieb auf - weil er Kunden "noch in Augen schauen" will

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Stockheim: Unternehmer gibt auf - weil er Kunden "noch in die Augen schauen" will
Bernd Büttner (r.) aus Stockheim hat sein Unternehmen Ende Juni geschlossen.
Stockheim: Unternehmer gibt auf - weil er Kunden "noch in die Augen schauen" will
Collage inFranken.de: Bernd Büttner

Ein im Landkreis Kronach bekannter Chef eines Umzugs- und Küchenbau-Unternehmens hat nach 35 Jahren den Schlussstrich gezogen. Das lag aber nicht an der Auftragslage, sagt er.

Bernd Büttner, Inhaber des Küchenbau- und Umzugsunternehmens "Büttner's Umzugs- und Küchenmänner" in Stockheim (Landkreis Kronach), hat am 30. Juni 2026 nach 35 Jahren sein Unternehmen aufgegeben. "Das liegt schlicht an der moralischen Situation", erklärt er gegenüber inFranken.de.

Sein Betrieb habe seit Beginn hohes Ansehen genossen und sei deutschlandweit tätig gewesen. Büttner berichtet von einer Zeit, in der viele Kunden stetig weitere Aufträge erteilten, was zur Expansion seines Unternehmens beitrug. "Die Kunden haben gesagt: 'Mensch, machen Sie auch noch das Wohnzimmer und das Schlafzimmer, nachdem Sie damals die Küche gebaut haben. Dann haben wir uns einen Lkw gekauft und die Firma immer weiter aufgebaut."

"Wir ackern uns hier ab": Unternehmer aus dem Kreis Kronach wütend auf Bundesregierung

"Wir haben unser Level auf 120 Prozent hochgeschraubt – nicht nur 100, sondern 120 Prozent. Die Qualität war bei uns immer entscheidend. Die ersten 25 Jahre waren auch wirklich super", erzählt der 62-Jährige. Aber die Rahmenbedingungen hätten sich verändert: Die Preise für Dienstleistungen und Transporte seien erheblich gestiegen. "Ganz am Anfang hatten wir noch einen Stundenlohn von 24,95 Mark, jetzt liegen wir mittlerweile bei 55,95 Euro netto - und es müssten 80 sein", so der Unternehmenschef. Im Gespräch verweist Büttner zudem auf steigende Lebenshaltungskosten, die sich direkt auf das Unternehmen auswirkten. "In München kostet ein Buttercroissant inzwischen drei Euro. Ich bezahle ja immer die Spesen für meine Leute".

Er frage sich: "Wie soll ich den Kunden diese Kosten noch erklären und wer kann sich das leisten?" Die politischen Rahmenbedingungen empfindet er als extrem schwierig. Die wirtschaftlichen Belastungen wie hohe Steuern, Abgaben und Dieselkosten würden es zunehmend erschweren, die Firma zu erhalten, so der Unternehmer.  "Wir ackern uns hier ab, aber die Idioten in Berlin tun nichts für die kleinen Leute", schimpft er. Auch auf die Bürokratie geht Büttner kritisch ein und sieht darin eine weitere zunehmende Hürde für kleine Betriebe. Das wolle er sich "nicht mehr antun", lautete sein Schluss. Besonders schmerze es ihn, dass es kaum mehr wirtschaftlich möglich sei, sozial Schwächeren und älteren Menschen einen Gefallen zu tun.

"Wenn zum Beispiel eine Oma gesagt hat: 'Mensch, die Lkw-Miete ist so teuer, ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll', dann habe ich gesagt: 'Dann erlassen wir Ihnen die eben.' Das war früher auch mal kein Problem." Heute, so Büttner, sei es kaum mehr möglich, faire Preise mit den gestiegenen Kosten zu vereinen. Trotz anhaltender Nachfrage habe er sich gegen eine Fortführung des Betriebs entschieden. "Ich sage immer: Man muss den Leuten noch in die Augen schauen können", erklärt er. Der Firmeninhaber berichtet, dass zuletzt noch vier Beschäftigte im Unternehmen tätig waren - allesamt Familienmitglieder. Wie es Büttner nach der Schließung geht und wie er jetzt weitermachen will, lest ihr bei unseren Kollegen vom Fränkischen Tag (Plus).

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