Steinwiesener hofft auf Vertragsverlängerung

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Der amtierende Bürgermeister Gerhard Wunder liebt die Natur seiner Heimat, wie das Langenautal bei Steinwiesen. Foto: privat
Der amtierende Bürgermeister Gerhard Wunder liebt die Natur seiner Heimat, wie das Langenautal bei Steinwiesen.  Foto: privat

Gerhard Wunder (CSU) ist seit 24 Jahren Bürgermeister in Steinwiesen, aber genug hat er noch lange nicht: Bei der Kommunalwahl am 15. März will es der 62-Jährige noch einmal wissen.

Gerhard Wunder gehört zweifellos zu den Bürgermeister-Kandidaten, die eigentlich gar nicht vorgestellt werden müssten, denn in seiner Heimat Steinwiesen ist er bekannt wie ein bunter Hund. Dennoch gibt es einiges über den Mann zu erzählen, der seit sage und schreibe 24 Jahren Bürgermeister ist. Etwa, warum der 62-Jährige für eine weitere Legislaturperiode kandidiert.

Die Antwort darauf ist einfach: Wunder will die Dinge, die er angestoßen hat, auch zu Ende bringen. "Die Generalsanierung unserer Turnhalle für kulturelle Veranstaltungen steht jetzt an. Auch für unser Schwimmbad wird derzeit ein Sanierungsprogramm erstellt", zählt der Bürgermeister laufende Projekte auf, die er aktiv mitgestalten will. Auch den Ausbau des Wohnungsnetzes will er weiter vorantreiben. Derzeit entstehen im alten Rathaus sechs Wohnungen.

Der schönste Ort zum Leben

Denn, davon ist der Christsoziale überzeugt: Steinwiesen ist der ideale Ort sowohl für junge als auch ältere Menschen. "Wir haben hier alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten, zwei Hausärzte, Banken, Apotheke und Zahnarzt sowie eine Sozialstation für die ambulante Pflege." Die Kinder gehen in einen der beiden örtlichen Kindergärten oder in die Steinwiesener Grundschule.

Nicht nur die Anzahl der Arbeitsplätze steigt stetig in der Marktgemeinde: "Wir haben seit 2017 mehr Zu- als Wegzüge", freut sich Wunder. Darauf gelte es aufzubauen und weiter in Dorferneuerungsmaßnahmen zu investieren. Für entsprechende Fördermittel fährt der Steinwiesener auch mal eben selbst nach Bayreuth, wenn es ihm zu lange dauert. "Das Schlimmste in der Kommunalpolitik sind Barrieren und Streitigkeiten, denn die kosten Zeit."

Und Wunder ist ein Mann der Taten. Das bewies er bereits 1996, als er mit den Bürgermeistern aus Nordhalben, Wallenfels und Marktrodach als "Die vier Musketiere" bundesweit für Aufsehen sorgte. "Bayerische Gemeinden wollen nach Thüringen", lauteten damals die Schlagzeilen. Wunder und seine Kollegen fühlten sich im kommunalen Finanzausgleich benachteiligt. "Damals hingen die Fördersätze sehr mit der Einwohnerzahl der Gemeinden zusammen."

Um Druck auf die bayerische Regierung auszuüben, drohten die Musketiere, nach Thüringen überzusiedeln - mit Erfolg: "Die Fördersätze für finanzschwache Kommunen wurden insgesamt erhöht."

Bürgermeister mit Bodenhaftung

Ein Ordner mit den Zeitungsausschnitten von damals steht im Bürgermeisterbüro und erinnert Wunder an die glaubwürdige Politik, für die er steht: "Auf dem Boden zu bleiben, ist wichtig - und ich bin eine ehrliche Person. Ich mache keine falschen Versprechungen. Wenn etwas nicht geht, sage ich das auch direkt." Dem Vater von einer Tochter und einem Sohn sei wichtig, dass sich die Bürger auf sein Wort verlassen können und drauf, dass er ihre Interessen vertritt. "Wenn ich etwas ändern will, lege ich immer wieder den Finger in die Wunde. Jeder politische Erfolg muss erarbeitet werden."

Seine funkelnden Augen lassen keinen Zweifel zu: Der erfahrene Bürgermeister ist hungrig auf eine weitere Amtszeit. "Ich bin hier geboren und aufgewachsen." Als junger Mann war Wunder ein begabter Skifahrer und Turner. Mit dem SV Steinwiesen war er auf bayerischer Ebene unterwegs.

Bis heute leitet Wunder die Turnersparte. "Ich gehe immer offen auf die Menschen zu und begegne ihnen auf Augenhöhe." Das Wir-Gefühl in seiner Heimat weiter zu stärken, liegt Wunder am Herzen: "Bei uns werden die Feste gefeiert und "Gastfreundl!ich" ist unser überregionaler Slogan. Dieses Wir-Gefühl soll jeder Einzelne nach außen tragen." Immerhin gehört Steinwiesen mit über 30 000 Übernachtungen im Jahr zu den führenden Fremdenverkehrsregionen im Frankenwald.

Und der Bürgermeister will mit gutem Beispiel vorangehen. Beim Blick auf seinen Lebenslauf scheint dieser Weg fast vorherbestimmt gewesen zu sein: Der junge Wunder hatte schon eine Lehrstelle bei Loewe Opta, als er erfahren hat, dass im Steinwiesener Rathaus Leute für den Verwaltungsbereich gesucht werden. So landete er als Auszubildender im Rathaus - und ist bis heute geblieben. Parallel hat er an der Bayerischen Verwaltungsschule seinen Verwaltungsfachwirt und in einem nebenberuflichen Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Nürnberg sein Verwaltungsdiplom gemacht. Der damalige Bürgermeister Reinhold Renk habe ihm damals schon prophezeit: "Du wirst mal mein Nachfolger."

In den 90ern trat Gerhard Wunder in die CSU ein, obwohl sein Vater Sozialdemokrat war. "Aber er hat mich trotzdem gewählt", verrät der Bürgermeister mit einem verschmitzten Grinsen.

Wenn es nach dem 62-Jährigen geht, will er auch die nächsten sechs Jahre in den Dienst der Bürger stellen. "Jetzt liegt es an den Bürgern, meinen Arbeitsvertrag zu verlängern."