Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Fortschreibung städtebaulicher Maßnahmen für 2020 und darüber hinaus. Im kommenden Jahr wird die Gestaltung der Freifläche des Grundstückes Pfarrer-Bayer-Straße 1 beginnen und soll bis 2022 abgeschlossen sein. Der Radweg bis Ortsmitte wurde ebenfalls für 2020 aufgenommen, genauso wie die Sanierung und der Umbau der alten Turnhalle zur Mehrzweckhalle. Zurzeit läuft der Architektenwettbewerb, Ende 2020 soll mit den Arbeiten begonnen, die 2021 weitergeführt werden.

Insgesamt wurden in den letzten Jahren bereits über 8 Millionen Euro förderfähige Kosten angemeldet, von denen bereits 6 Millionen genehmigt wurden. Für 2020 sind 1,1 Millionen, für 2021 3,6 Millionen und für 2022 noch 300 000 Euro angesetzt. Einstimmig wurde diese Mittelanmeldung an die Regierung von Oberfranken genehmigt.

In seiner Rückschau auf das Jahr 2019 ging Bürgermeister Gerhard Wunder (CSU) darauf ein, dass man mit dem Kommunalmarketing den richtigen Weg eingeschlagen habe und der Slogan "Gastfreundlich" auf Steinwiesen gut passe.

Abriss und Neugestaltung

Die letzten Monate im Ort seien ereignisreich und erfolgreich gewesen, zahlreiche Förderprogramme seien in Anspruch genommen und genehmigt worden. Die Nordostbayerninitiative greife mit 90 Prozent Förderung bei etlichen Projekten. Baufällige Gebäude konnten abgerissen und durch eine Platzneugestaltung ersetzt werden. Die Sanierung des alten Rathauses stehe kurz vor der Vollendung, und es könnten bereits im Februar die ersten Mieter einziehen. In der Dorferneuerung habe sich in Birnbaum und Schlegelshaid mit dem Ringweg und der kurzen und langen Seite sowie dem Gemeinschaftshaus einiges getan. In Birnbaum soll hier im nächsten Jahr ein großes Fest stattfinden.

Im Bereich Tourismus soll mit Hilfe des Kommunalmarketings der Bedarf an Ferienwohnungen und guten Unterkünften sichergestellt werden. Das Personal im Tourismushaus ist für die nächsten fünf Jahre gewährleistet.

Meilenstein Kulturhalle

Der größte Meilenstein, der ansteht, ist nach Ansicht von Wunder sicher die Sanierung der alten Turnhalle zur Kulturhalle. Dies sei nur durch die Nordostbayerninitiative möglich. Momentan laufe der Wettbewerb, in 2020 werde es eine Bewertung durch eine Kommission geben , und Ende 2020 solle mit den Ausschreibungen und Arbeiten begonnen werden.

Ein weiteres Ziel des Marktes Steinwiesen sei es, das schnelle Internet weiter auszubauen und Glasfaser in jedes Haus zu bringen. Wunder lobte die gute Zusammenarbeit mit der Caritas Sozialstation und Kinderbetreuung, dem BRK-Mehrgenerationenhaus und dem Zusammenschluss "Lebensqualität für Generationen".

Ein wichtiges Kapitel werde auch in Zukunft sein, die Grundversorgung und Lebensqualität im Ort sicherzustellen. Hier sei es notwendig, Geschäfte und Betriebe, ob klein oder groß, zu halten. Dazu gehöre auch das Leerstandsmanagement, das immer besser funktioniere.

Kritik an Klimapolitik

Bürgermeister Gerhard Wunder prangerte aber auch die Klimapolitik an, die zu Lasten des ländlichen Raumes gehe. Egal ob im Straßenverkehr oder im privaten Bereich wie zum Beispiel mit neuen Heizungsanlagen stünden Familien vor hohen Kosten, die oft nicht gestemmt werden können. "Am besten wäre es, der Staat würde neue umweltfreundliche Heizungen und Elektroautos finanzieren, dann können sich auch Familien im ländlichen Raum die neue Klimapolitik leisten und darauf umstellen. Es darf nicht sein, dass es so große Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt", betonte Wunder.

In seinen Dankesworten ging Gerhard Wunder vor allem auf die Bediensteten der Gemeinde und ihrer Außenstellen ein sowie auf die Vereine, Verbände und Organisationen. Sein Dank galt aber auch den Firmen und Geschäften, den vielen Ehrenamtlichen und allen Bürgern der Großgemeinde Steinwiesen.

Wunder dankte auch den Behörden und der Regierung von Oberfranken für die großzügige Unterstützung, hier nannte er auch den Abgeordneten Jürgen Baumgärtner, der unermüdlich versucht, das Beste für die Region herauszuholen. Für die gute und intensive Zusammenarbeit im Gemeinderat sagte er Danke an das gesamte Gremium.

Highlight Heimatdorf

Der Fraktionssprecher der CSU, Jürgen Eckert, ließ das Jahr 2019 Revue passieren. Man habe gesehen, dass sich im Markt Steinwiesen so einiges getan hat, nicht nur im Hauptort, sondern vor allem auch in den Ortsteilen. Besonders sei hier das alte Rathaus, das Gerberhaus, die Dorferneuerung in Birnbaum und das neue Dorfgemeinschaftshaus in Schlegelshaid sowie die anstehende Neugestaltung des Platzes Pfarrer-Bayer-Straße zu nennen. Von der Generalsanierung der alten Turnhalle profitiere am Ende die gesamte Gemeinde. Der Schuldenstand konnte weiter abgebaut werden dank der Stabilisierungshilfe der Regierung. Man werde auch alles daransetzen, den Investitionsplan und die Prioritätenliste konsequent abzuarbeiten. Das Highlight 2019 sei sicher auch die Ernennung zum Heimatdorf gewesen.

"Als Mannschaft aufgetreten"

In Vertretung des verhinderten Fraktionsvorsitzenden der SPD, Jürgen Deuerling, dankte seine Stellvertreterin Brigitte Geiger für die gute Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinaus. Sie verglich die Arbeit im Gemeinderat mit Fußball. Man habe in den letzten Jahren einige "Spiele" gewonnen und zwar in allen Ortsteilen. Schlegelshaid bekam das Gemeindehaus, in Neufang entsteht eine Begegnungsstätte im ehemaligen Raiffeisen, Birnbaum hatte die Dorferneuerung, Nurn bekommt eine Wohlfühloase und in Steinwiesen wird das alte Rathaus fertig. "Wir sind als Mannschaft aufgetreten und haben als Team gespielt", betonte Brigitte Geiger. In den nächsten Jahren stünden sehr interessante und schwere Spiele an.