In den ersten 45 Minuten egalisierten sich beide Teams. Die Hausherren erspielten sich sogar ein optisches Übergewicht, ohne sich aber zwingende Chancen zu erarbeiten. Die Begegnung begann flott. Nico Fröba legte für Yannik Krebs auf, doch dessen Distanzschuss strich um Haaresbreite am langen Pfosten vorbei (1.). Im Gegenzug machte der baumlange und bärenstarke Lukas Zakrzewski erstmals auf sich aufmerksam, als sein Kopfballaufsetzer auf der Latte des SV-Gehäuses landete (2.).
Anschließend bemühten sich die Gastgeber redlich, blieben aber zu brav. Der Zug zum gegnerischen Tor fehlte, und für Mittelfeldgeplänkel gibt es im Fußball bekanntermaßen keinen Preis.
Vor dem Pausenpfiff bot sich Routinier Frank Fugmann noch eine Möglichkeit, doch segelte er an einer Köcher-Flanke vorbei.
Mit einem Schuss knapp neben den heimischen Kasten rüttelte FC-Akteur Florian Spörl seine Kameraden nach dem Kabinengang offensichtlich wach, denn anschließend begann für den SV Friesen die "brasilianische Phase". Nach Ballverlust im eigenen Mittelfeld zog der auffällige Rasim Yavuz aus halbrechter Position ab und versenkte das Leder zum 0:1 im Netz (52.). Knapp verpasste Markus Walther zwei Minuten später eine scharfe Hereingabe, bevor Zakrzewski bei einer einstudierten Freistoßvariante mit einem "Hammer" ins lange Eck den "Grün-Weißen" vorzeitig den Gnadenschuss setzte (56.).
Es kam noch schlimmer für die Einheimischen. Mühelos konnte in der 58. Minute erneut m Yavuz zum 0:3 vollenden. Mit seinem dritten Treffer machte er dann dem SV Friesen endgültig den Garaus (66.) Ein weiterer Freistoß, diesmal von Patrick Lima ins kurze Eck geschlenzt (80.), bescherte den fairen Gästen einen grandiosen Sieg, weil sie im zweiten Durchgang ihre Möglichkeiten eiskalt nutzten.
In der Schlussphase machten wenigstens noch zwei junge SV-Spieler mit Einzelaktionen auf sich aufmerksam. Der eingewechselte Hendric Marzog schlenzte das Leder am gegnerischen Torwart, aber auch am Tor vorbei. Und auch Maximilian Stammberger hatte nach gutem Dribbling kein Glück, denn der Ball kullerte am Pfosten vorbei. SR Peter Frank leitete die faire Begegnung souverän.
SV Friesen: Kiesewetter - Woitschitzke, Roger, Meyer, Zwosta, Fugmann, Fröba (70. Marzog), Rebhan, Krebs (57. Gleich), Sudol (76. Herz), Köcher
FC Vorwärts Röslau: Blechschmidt - Smrha, Knoblauch (79. Sticht), Benker, Spörl (72. Lima), Sieg, Walther, Hermann (79. Dippold), Zakrzewski, Tamo, Yavuz
Tore: 0:1 Yavuz (53.), 0:2 Zakrzewski (56.), 0:3 Yavuz (59.), 0:4 Yavuz (66.), 0:5 Lima (80.)
SR: Frank (SC Uttenreuth)
Zuschauer: 155
Gelbe Karten: Woitschitzke, Köcher / -
Gelb-rot: Woitschitzke (64.)

Trainerstimmen

Andreas Lang (SV Friesen): "Mit der ersten Halbzeit war ich zufrieden und dachte zur Pause: Wenn wir es schaffen, im zweiten Gang in Führung zu gehen, wird's ein Dreier. Unverständlich sind deshalb für mich die drei Treffer innerhalb von sechs Minuten. Nun wird eine Nacht darüber geschlafen und dann werde ich unsere Mannschaft, die das Potenzial dazu hat, aufbauen und auf das nächste schwere Auswärtsspiel beim TSV Buch vorbereiten."
Rüdiger Fuhrmann (FC Vorwärts Röslau): "In der Pause hatte ich meinen Spielern die Botschaft mitgegeben, dass wir gewinnen. Dass es dann gleich fünf Tore werden, hatte ich natürlich nicht geahnt. Friesen war in der ersten Halbzeit optisch überlegen, brachte uns aber nicht wirklich in Schwierigkeiten. Meine Devise, ruhig zu bleiben und auf Konter zu lauern, ging innerhalb weniger Minuten prächtig auf. Der SV Friesen spielte teilweise naiv und war völlig aufgeregt. Der Sieg war verdient, vielleicht fiel er etwas zu hoch aus."