Der Rennsteig- Staffellauf, Deutschlands größter Staffellauf auf dem berühmtesten Weitwanderweg Europas, war am Samstag sowohl für die Sportler als auch für den Veranstalter, die Rennsteiglauf Sportmanagement & Touristik GmbH, ein großer Erfolg.

Insgesamt nahmen 2330 Läufer teil. Davon 149 Männer-, 14- Frauen- und 72 Mixed- Staffeln. Eine Mannschaft bestand aus zehn Läufern, die in zehn Etappen rund 170 Kilometer von Blankenstein nach Hörschel durchliefen. Es zählte nicht nur die läuferische Leistung und Kondition, sondern auch Teamgeist war gefordert. Auf dem Höhenweg ging es im wahrsten Sinne des Wortes über Stock und Stein - vor allem Baumwurzeln waren es, die den Läufern zu schaffen machten. "Einfach brutal", sagten einige Athleten an ihrem Etappenziel an der Schildwiese. Und trotzdem scheint dieser Lauf an Spannung und Spaß kaum zu überbieten.

Gegen 6.25 Uhr am Samstagmorgen hat der erste Läufer den Schönwappenstein bei Lauenhain und damit bayerisches Gebiet erreicht. In dieser Zeit herrschte beim Organisationsteam an der Schildwiese rege Betriebsamkeit. Die letzten Absperrungen werden geknotet, die elektronische Zeitmessung installiert, Erfrischungsgetränke vorbereitet und inzwischen treffen auch schon die Wechselläufer ein, die auf ihren Vorläufer warten und den Chip auf die dritte Etappe in die Hand gedrückt erhalten. Erste Sonnenstrahlen blinken über den Baumwipfeln herein auf die Wechselstation der Schildwiese.


Helfer ab 6 Uhr im Einsatz

Die 2. Etappe führte von Grumbach zur Schildwiese nach Kleintettau. Von hier aus führte die dritte Etappe nach Neuhaus/Rennweg (Rennsteighaus). An der Wechselstation Schildwiese hatten die Helfer schon früh ab 6 Uhr mit dem Aufbau zu tun. Tettaus 2. Bürgermeister Falk Wick, zugleich sportlicher Leiter am Wechselpunkt, hatte ein rühriges Team um sich.

Ihm standen die Frau des 1. Bürgermeisters, Sandra Ebertsch, Jonas Schmidt, Stefan Wick und Peter Dressel zur Seite. Sie sorgten für einen reibungslosen Ablauf beim Wechsel, protokollierten alle Startnummern und Zeiten und schenkten Erfrischungsgetränke für die total erschöpften Läufer aus, die jeweils ihren dritten Starter auf die Strecke schickten.
Am Wechsel nahmen sich die Sportler oftmals Zeit für ein Küsschen, einen freundlichen Drücker oder ein motivierendes Anfeuern für diejenigen, die es geschafft hatten.

Wie überhaupt die Kameradschaft sehr groß geschrieben wird, obwohl sich manche Läufer überhaupt nicht kannten und nur laut Startliste wussten, wer ihr Vorläufer ist, oder an wen sie den Chip nach gelaufener Strecke übergeben werden. So gab es beispielsweise auch eine Übergabe von Vater an die Mutter, die geduldig am zweiten Etappenziel mit ihrem Kleinkind auf den Papa wartete, der sie dann auf die 3. Etappe schickte. So wartete auch Martin Schülein aus Langenau (Pflege ohne Grenzen) geduldig auf seine Vorläuferin, von der er lediglich die Startnummer wusste und dass sie, genau wie er, für die Mannschaft der Finalisten aus Zella- Mehlis startet. Er war der einzige Teilnehmer aus der bayerischen Rennsteigregion.


Keine Chance bei der Anmeldung

Der 37-Jährige war schon einmal vor einigen Jahren mit einer eigenen Mannschaft aus dem Raum Tettau am Start. Seither hatte er es immer wieder mit einer Anmeldung versucht, hatte aber keine Chance auf einen Startplatz mit einer Mannschaft.

Die über 200 Teams sind innerhalb weniger Minuten über die Online-Anmeldung vergeben, so dass er sich nur einer anderen Mannschaft anschließen konnte, um dabei zu sein, betonte er in einem Gespräch vor seinem Start. "Es ist einfach ein herrliches Gefühl dabei zu sein, und natürlich hat man im Vergleich zu Marathons durch Städte hier eine herrliche Natur und Landschaft um sich", nennt er die Gründe, warum er unbedingt teilnehmen wollte. Dazu sei es ein gigantisches Erlebnis, wenn alle Teilnehmer am Abend in Hörschel zur Siegerehrung beisammen sind.


Reibungslose Organisation

Auf der 2. Etappe zwischen Grumbach und Schildwiese verlief alles ohne besondere Vorkommnisse, informierte ein erfreuter Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeiinspektion Ludwigsstadt, Markus Löffler. Zwölf Polizeibeamte waren von der PI Ludwigsstadt und der Dienststelle Sonneberg/Thüringen an der Schildwiese und entlang der Strecke im Einsatz. Für Verkehrssicherheit sorgten aber vor allem die Feuerwehren. Löffler erwähnte, dass die Feuerwehren Lauenhain, Steinbach am Wald, Windheim, Kehlbach, Tettau und Kleintettau auf 15 Kilometer zehn Straßenquerungen abgesichert haben. Vorbildlich nannte Löffler auch das Verhalten der Autofahrer, die diszipliniert den Anordnungen der Wehrleute folgten. Für alle Fälle waren auch die Bergwacht Lauscha und das BRK vor Ort.
Es war für alle eine große Herausforderung, schließlich mussten neben den über 500 Läufern auch ebenso viele Fahrzeuge von Begleitpersonen und auch der durchlaufende Verkehr während der Veranstaltung e betreut werden. Neben der guten Organisation sorgte auch das schöne Wetter für beste Stimmung bei Startern und Zuschauern an der Schildwiese.
Ergebnisse - Frauenstaffel: 1. Oßwald Skikas (13:15:22 Stunden), 2. Sport- Raßbach- Pleßgirls (15:30), 3. LTV Erfurt Montagsgruppe (14:15:34), 4. Polizeimädels (16:09:57).
Männerstaffel: 1. Rennsteiglaufverein/USV Erfurt (10:53:15 Stunden), 2. Günters Männer (10:56:23), 3. Harzer Teufel powered by Harz-Sparkasse (11:03:33), 4. X-Runners I (11:03:49).
Mixedstaffel: 1. Team Jena (11:51:54 Stunden), 2. Laufteam Erfurt (11:56:44), 3. KS Sportsworld I (12:23:13), 4. TU Ilmenau Runners Mix I (12:31:56).