Der Bau-, Stad te ntwicklungs- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrates Kronach hatte in seiner Sitzung am Donnerstag eine umfangreiche Tagesordnung zu bewältigen. Neben Bauanträgen und Vorbescheiden, stand auch die Besichtigung der Spitalbrücke vor Eintritt in die Tagesordnung der Sitzung im Rathaus, im Blickpunkt.
Vor Ort wurde rege diskutiert. In der Sitzung informierte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW), dass ein Neubau der Spitalbrücke im Rahmen der Hochwasserfreilegung dringend erforderlich sei. Aufgrund noch offener Fragen und Planungen wurde die Diskussion um den Neubau der Spitalbrücke in die nichtöffentliche Sitzung verlegt.
Auf Nachfrage bestätigte der Bürgermeister, dass noch fachkundige Beratung notwendig sei und dieser Punkt auf jeden Fall in der nächsten Stadtratssitzung thematisiert werde, denn feststehe, so der Bürgermeister, "wir müssen hier etwas für die Hochwasserfreilegung tun, sonst haben wir bei jedem Hochwasser das Wasser in der Innenstadt, so kann es nicht bleiben."
Eine längere Diskussion gab es über den Bauantrag zur Errichtung eines Tagestherapiezentrums für Erwachsenenpsychiatrie in der Friesener Straße anstelle des ehemaligen Schwesternwohnheims. Grundsätzlich gefiel den Räten der Baustil nicht. Carin Bülling (CSU) sprach von einen "Kasten" mit negativen Außenansichten. Tino Vetter (FW) drückte es so aus: "Die bauliche Ausführung lässt zu wünschen übrig." Bürgermeister Beiergrößlein begrüßte es, dass diese Einrichtung nach Kronach kommt, alles andere wie Baustil, Außenansichten und Fassade, lasse sich sicher in Gesprächen noch klären. Wolfgang Hümmer (CSU) meinte, dass es zwar ein Zweckbau sei aber trotzdem sollte man in der Fassadenausführung sich dem ortsüblichen Gegebenheiten anpassen. Winfried Lebok (CSU) sprach sich auch stark gegen ein Flachdach aus und forderte ein eher flachgeneigtes Dach. Auch Karl Fick sah es begrüßenswert wenn sich der Bauherr (Bezirksklinikum Kutzenberg und Bauträger Kommunalunternehmen Kliniken und Heime Bezirk Oberfranken, also öffentliche Gebietskörperschaften) dazu bereit erklären, in Kronach ein Therapiezentrum zu errichten: "Dennoch sollten wir aber unsere Anregungen zur Geltung bringen", meinte Fick. Die Anregungen bezogen sich auf die Parkplätze, Grünflächen und eine Baumerhaltung. Für die Klinkerfassade wurde keine Befreiung erteilt, vielmehr fordern die Räte, statt der ortsuntypischen Klinkerfassade eine Putzfassade und ein Satteldach. Unter diesen Voraussetzungen wurde dem Bauvorhaben einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Auch für die Errichtung von Parkplätzen in der Mangstraße konnten nach mehreren Gesprächen seit der vergangenen Sitzung aus städtebaulicher Sicht eine Verbesserung erreicht werden. "Es sind zwar immer noch Abweichungen zum Bebauungsplan existent, diese sind aber städtebaulich vertretbar", meinte Stadtplaner Daniel Gerber, sodass Befreiungen erteilt werden konnten und das gemeindliche Einvernehmen unter diesen Voraussetzungen einhellig erteilt wurde.


Dr. Schneider expandiert weiter

Den Neubau eines Business Unit Zentrums in der Lindenstraße in Neuses wurde zugestimmt. Am Letzenhof in Nähe von Birkach wird eine Pferdebewegungshalle entstehen, dies wurde befürwortet, allerdings wurde zur besseren Einfügbarkeit in das Landschaftsbild eine Eingrünung der Longierhalle zur Auflage gemacht. Eine Reihe von Werbeanlagen wurde diskutiert. Beim Antrag von Autohaus Vetter auf zwölf Fahnenmasten wurden neun als ausreichend empfunden, da zwölf Fahnenmaste als störende Häufung anzusehen seien. Für neun Fahnenmasten wurde Einvernehmen erteilt.
Das Einvernehmen wurde auch für die Errichtung von zwei Pylonen und Straßenbeleuchtung der Firma Weber, Im Eichicht, erteilt. Mehrere Werbemaßnahmen beantragte die Firma Karst Baustoffe für den Neubau in Fröschbrunn. Daniel Gerber bezeichnete den Antrag als 200 Prozent vom Bebauungsplan abweichend. Wenn man den Bebauungsplan als 100 Prozent ansetzt, sollte Einigung auf 150 Prozent erzielt werden, daher gab es etliche Anregungen, die es zu beachten gilt. Unter diesen Voraussetzungen wurde Zustimmung erteilt. Trotz Bedenken wurde dem Vorbescheid auf Errichtung einer überdachten Kunsteisbahn in Gehülz das gemeindliche Einvernehmen (bei zwei Gegenstimmen von Carin Bülling und Winfried Lebok) erteilt.
Der Bürgermeister fand es toll, dass sich der Gastronom Gregor Lorenz Gedanken über eine Attraktivitätssteigerung des Freizeitangebotes in der Region mache und bereit sei, zu investieren. Wenn auch die Realisierung nicht einfach sein werde, sollte die Stadt ihr Ja dazu geben. Winfried Lebok sah es als bedenklich, wieder ein Gebäude in freier Natur zu errichten. Dagegen sah es Angela Degen-Madaus (FL) als eine gute Verbesserung des Freizeitangebotes im Stadtgebiet was zu begrüßen ist. Hans Simon (SPD) fand die Idee sehr gut, weil es sowas im Stadtgebiet und in der Region überhaupt noch nicht gebe: "Das wird das sehr interessant werden." Tino Vetter freute sich ebenfalls über diese Bereicherung des Freizeitangebotes. Stadtplaner Daniel Gerber sprach von einer Zersiedelung und Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, seiner Meinung nach hätte die Zustimmung nicht erteilt werden sollen. Die Räte sahen dies mehrheitlich anders. Ein weiterer Vorbescheid fand Zustimmung und zwar auf Neubau eines Wohnhauses mit Garagen in der Grenzacher Straße.