Die Parlamentarische Staatssekretärin Anette Kramme (SPD) war zusammen mit der Coburger Bundestagskandidatin Doris Aschenbrenner (SPD) im Demografie-Kompetenzzentrum in Kronach zu Gast. Zusammen mit dem Geschäftsführer von Oberfranken Offensiv, Frank Ebert, der für das Kompetenzzentrum verantwortlich ist, und Ralf Pohl, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Kronach, diskutierten sie über folgende Themen:

1.Demografie: "Älter werden ist nichts Schlechtes und Demografie nichts Böses. Aber es ist eine Herausforderung", sagt Ebert. Mit einer großen Fragebogen-Aktion haben die Mitarbeiterinnen des Zentrums - Sandra Wolf, Sabine Nuber und Tanja Rieger - über 200 Antworten von Kommunen und Unternehmen ausgewertet und Gespräche mit Leuten vor Ort geführt. Das Ziel der Aktion: Es galt herauszufinden, wo "der Schuh drückt", wie Ebert berichtet. Besonders wichtig sei es, Oberfranken jungen Leute schmackhaft zu machen. Laut Ebert sei es für die geplante Finanzfachhochschule in Kronach von Relevanz, eine Willkommenskultur für die Schüler zu schaffen und die Region Oberfranken attraktiv darzustellen.


2.Ältere: Zum demografischen Wandel trägt nicht nur die junge Generation, sondern auch die ältere bei. Staatssekretärin Kramme wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Mehrgenerationenhäuser eine gute Lösung gerade für ältere Menschen seien. Viele Leute würden in ihren Häusern vereinsamen. "Manche Häuser sind schlicht zu groß für Ältere", sagt Kramme. Beeindruckt war sie vom Konzept der Seniorengemeinschaft Kronach.


3. Arbeitsmarkt: Laut Kramme erwarte man ab 2025 die härtesten Jahre für den Arbeitsmarkt. Am gravierendsten ist laut der SPD-Staatssekretärin das Handwerk betroffen. "Wohnen und Arbeiten sind Themen, die gelöst werden müssen", sagt Kramme. Oberfranken-Offensiv-Geschäftsführer Ebert betont, dass Unternehmen ihre Standorte verlagern, wenn sie nicht genügend Fachkräfte bekommen. Eine Chance für den Arbeitsmarkt stellen Zuwanderer und Flüchtlinge dar. Um Flüchtlinge bestmöglich in den Arbeitsmarkt integrieren zu können, seien gute Sprachkenntnisse wichtig. Man müsse besonders auf die minderjährigen Zuwanderer und Flüchtlinge hoffen.


4. Digitalisierung: Doris Aschenbrenner, die innerhalb der SPD als Internetexpertin gilt, sprach das Thema Digitalisierung an. Besonders wichtig sei, die Region flächendeckend mit einem LTE-Netz auszustatten. So werde die Region auch anziehender für Unternehmens-Neugründungen. Außerdem ist es laut Aschenbrenner wichtig für die Gemeinden, sich auf der eigenen Internetseite professionell zu präsentieren. Gerade für junge Leute sei eine einladende Internetseite ein ausschlaggebender Faktor, um in eine Region zu ziehen.


5.Fördermittel: Städte und Regionen können viel Fördergelder abgreifen, wie Kramme berichtet. Das komme oft aber gar nicht erst zustande, weil viele Fördermöglichkeiten nicht bekannt seien. Kramme fordert, dass es in jeder Region eine Person geben muss, die sich um das Auswerten von Fördermitteln kümmert. Einen ersten Schritt haben die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums schon gemacht, um Anträge auf Fördergelder möglichst einfach darzustellen, wie Frank Ebert berichtet. So wolle das Kompetenzzentrum die zehn bis 15 besten Fördermöglichkeiten sammeln und dann auf der Internetseite veröffentlichen. Gerichtet sei dieses Angebot an Firmen, Unternehmen aber auch an Privatleute. "Wir sind die klassischen Kümmerer", stellt Ebert klar.